Kreativer Jungbusch

Ein Stadtteil mit Zukunft

Der Mannheimer Stadtteil Jungbusch ist kein einfaches Quartier. Dennoch konzentriert sich hier Kreativität und Innovation.

Vielfalt. Das ist das Wort, das Quartiermanager Michael Scheuermann am häufigsten benutzt, wenn er von „seinem“ Stadtteil erzählt: vom Jungbusch. Etwa 6.500 Menschen aus 80 Nationalitäten leben hier zusammen, zwei von drei Einwohnern haben einen so genannten Migrationshintergrund.

„Der Jungbusch hat eine interessante Geschichte und Gegenwart“, sagt Scheuermann und erinnert daran, dass in der Mitte des 20. Jahrhunderts – als die glanzvollen Zeiten des Hafenbetriebs vorbei waren – ein Abwärtsprozess einsetzte, der Ende der 90er Jahre gebremst werden konnte. Als die Planungen der Aktivitäten zum Stadtjubiläum 2007 begannen, sei der Jungbusch in den Mittelpunkt gerückt. Und heute? „Seit einigen Jahren verzeichnet der Jungbusch wieder Zuwachsraten“, sagt Scheuermann. Innovative Wirtschaftszweige fühlen sich durch die lebendige Umgebung angesprochen – der Jungbusch hat sich zu einem echten Zentrum der Kreativwirtschaft entwickelt. Musiker, Modefirmen und Webdesigner haben sich
in den ehemaligen Fabrikgebäuden und Lagerhallen niedergelassen. Ein Anstoß war für viele Jungunternehmer die Ansiedlung der Popakademie und des Existenzgründungszentrums Musikpark – zwei Institutionen, die auf industriellen Brachflächen entstanden (siehe auch Seite 17). In der alten Kauffmannmühle, einem alten Industriedenkmal, das Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde, residieren unter anderem IT-Firmen und der Radiosender Sunshine Live.

Ein Meilenstein war der Bau der „Turnhalle plus X“. Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz konnte das von der Stadt Mannheim für 4,1 Millionen Euro errichtete Gebäude – in dem nicht nur Sport getrieben wird, sondern auch Veranstaltungen stattfinden – am 16. Juli 2009 einweihen. Darüber hinaus fördert der Fachbereich für Wirtschafts- und Strukturförderung den Jungbusch im Rahmen des EU-Strukturförderprogramms „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung 2007 – 2013“. Ziel ist die städtebauliche Aufwertung, die das Schaffen weiterer Arbeitsplätze im Stadtteil begünstigen soll. Schon die Ansiedlung der Popakademie Baden-Württemberg und des Musikparks waren Maßnahmen, die aus einem EU-Programm gefördert wurden – „Ziel 2“. Auch das „Entwicklungskonzept Innenstadt“ (EKI) hat die Weiterentwicklung des Jungbuschs im Blick. Für Quartiermanager Scheuermann hat der Jungbusch noch viel mehr zu bieten als eine interessante Geschichte und Gegenwart: eine sehr chancenreiche Zukunft.