Abendakademie

Neubau ist ein architektonisches Schmuckstück

Die Abendakademie residiert seit Frühsommer 2009 in ihrem neuen Zuhause: Das schmucke siebenstöckige Domizil im Innenstadtquadrat U1 ist nicht nur eine Investition in die Bildung, sondern wertet auch das Mannheimer Stadtbild auf.

Einem offenen Bücherregal nachempfunden ist der Neubau der Abendakademie mit seinen hohen Fenstern in heller Fassade. So lädt schon die Architektur – zumindest symbolisch – zum Lernen ein. Und das markante Gebäude ist auch ein Gewinn für die Mannheimer City und gibt dem Entrée am Kurpfalzkreisel ein neues, freundliches Gesicht.

Die größte Volkshochschule der Region, die dieses Jahr ihren 110. Geburtstag feiert und eine der zehn größten Einrichtungen ihrer Art bundesweit ist, habe damit eine repräsentative Visitenkarte, lobte Roland Hartung, langjähriger Vorsitzender des Verwaltungsrats der Abendakademie, bei der Eröffnung. Er trieb dieses Projekt entscheidend voran. Vorher „geduckt“ und unattraktiv in R3, R4, S3, N1 und in der vhs am Markt in Mannheim-Neckarau untergebracht, werde die Einrichtung nun auch nach außen sichtbar und dementsprechend wahrgenommen. Auf Anregung Hartungs riss der Bauherr und private Investor Rechtsanwalt Egon Nees das alte Gebäude ab und investierte 20 Millionen Euro in den markanten Neubau nach einem Entwurf des Mannheimer Architekturbüros Schmucker und Partner.

Entstanden ist ein architektonisches Schmuckstück. „Der Neubau ist aber nicht nur eine Investition in Mauern, sondern vor allem in die Menschen“, betont Geschäftsführerin Dr. Wera Hemmerich. „Für sie wollen wir als Volkshochschule ein lebensbegleitender Bildungspartner sein.“ Die 8.700 Quadratmeter Nutzfläche hinter der Natursteinfassade bieten Platz für 120 Seminar- und Büroräume, ein großzügiges Foyer, einen Saal mit mobiler Bühne und eine Lehrküche mit kindgerechter Küchenzeile. „Die Räume sind schön hell, freundlich und groß“, lobt Karin Schubert, die schon viele Kurse an der Abendakademie besucht hat. „Kein Vergleich zu den oftmals viel zu kleinen Räumen in den Vorgängergebäuden.“

Besonderes Highlight ist das Sky-Yogazentrum mit Dachterrasse. Sie gibt einen herrlichen Blick über Mannheim und den nahen Neckar frei. Der Yogaraum verfügt sogar über so genannte „Slings“, an denen man bei Dehnübungen die Balance halten kann. Eine solche Ausstattung gibt es sonst nur noch in einem Münchener Fitnesszentrum. „Unser Yogazentrum ist das größte der Metropolregion“, so Hemmerich stolz. „Siebzig Kurse laufen hier pro Semester.“

Das Angebot der Abendakademie reicht vom Schulabschluss bis zum Managementtraining, vom Sprachzertifikat bis zur Gesundheitsbildung, vom Kulturgenuss bis zu Tanz und Lifestyle. Sehr beliebt sind beispielsweise die Kurse von Viktoria Geng. In drei Kursen pro Woche und in Workshops am Wochenende bringt sie ihren Schülerinnen die Kunst des Bauchtanzes bei. „Deutsche Frauen lieben es, sich zu orientalischer Musik zu bewegen und ihre weibliche Seite kennenzulernen“, so Viktoria, die vor sieben Jahren aus Kasachstan nach Deutschland kam. Und: „Bauchtanz ist keine Frage des Alters, meine jüngsten Schülerinnen sind 18 Jahre alt, die ältesten 65.“

Für das leibliche Wohl der 500.000 bildungshungrigen Besucherinnen und Besucher pro Jahr sorgt eine Cafeteria. Nach ihrem Besuch beim Qi Gong-Kurs trinkt Sigrid Lange mit ihrer Freundin dort gern noch einen Cappuccino. „Ich mag das Ambiente im neuen Café. Der Neubau ist gelungen“, findet sie. Mittlerweile wurde auch das Foyer ansprechend und modern möbliert. Mit Pflanzen und Prospektständern ausgestattet, lädt es zum Verweilen ein.

„Mit dem neuen Haus kann man unsere Programmfülle greifen“, erklärt Geschäftsführerin Hemmerich. Mit 5.000 Veranstaltungen im Jahr und 100.000 Unterrichtsstunden sei die Mannheimer Abendakademie Lernort und Forum für Bürgerinnen und Bürger, Kultur und Gesundheitszentrum zugleich. „Wir sind mit unserem repräsentativen, zentral gelegenen Domizil nun auch für die Stadt ein interessanter Partner. Sie mietet bei uns Räume für Tagungen oder auch zum Empfang von Delegationen an.“ Die Abendakademie wiederum beteiligt sich an zentralen kommunalen Projekten wie „MAUS“ (Mannheimer Unterstützungssystem Schule), bei dem Schüler in den Bereichen Lerntechniken, logisches lenken, Lesen, Sprache und Musik sowie beim Erwerb sozialer Kompetenzen gefördert werden. Zusätzlich engagiert sie sich beim Bundesprojekt „Lernen vor Ort“.

„Der Kurpfalzkreisel hat mit dem schmucken Bau gewonnen“, sagt Roland Hartung. „Nicht nur als Entrée zu den Quadraten, sondern auch als Eingang zur Neckarstadt.“ Für Geschäftsführerin Dr. Hemmerich entsteht mit dem vielfältigen Angebot der Abendakademie und dem Konzert- und Kleinkunstprogramm der „Alten Feuerwache“ eine Art „Bildungsmeile“.