Hochschule Mannheim: Institut für Medizintechnologie

Der Funktion der Niere auf der Spur

Seit vielen Jahren kooperieren die Hochschule Mannheim und die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg im Bereich Medizintechnik. Die Gründung eines gemeinsamen Instituts für Medizintechnologie krönt nun ihre über 20-jährige Zusammenarbeit.

„Wir bringen Medizin und Technik ganz praxisnah zusammen.“ Mit dieser einfachen Formel beschreibt Professor Dr. Dieter Leonhard, Rektor der Hochschule Mannheim, Sinn und Zweck des neuen Instituts für Medizintechnologie. Nicht nur Bachelor und Masterstudiengänge sollen an dieser hochschulübergreifenden wissenschaftlichen Einrichtung kooperativ angeboten werden, am neuen Institut soll auch interdisziplinär
geforscht werden.

Vier neue Professuren ermöglichen den Ausbau der Lehre: Unter dem Dach des Instituts können nun die Studiengänge Medizintechnik, Medizinische Informatik oder auch eine medizinisch orientierte Biotechnologie gewählt werden. Das Novum: Die Studierenden werden von Professoren der beiden Hochschulen unterrichtet. Während die Hochschule Mannheim die technischen Anteile der Ausbildung beisteuert, ist das Uniklinikum für den medizinischen Part verantwortlich. Leonhard: „Die medizinischen und ingenieurwissenschaftlich-technischen Kompetenzen beider Hochschulen lassen sich so in idealer Weise verzahnen.“ Seit dem Wintersemester 2008/09 bieten beide Hochschulen gemeinsam den Bachelorstudiengang Medizintechnik an – ausgerichtet auf die Anwendung informationstechnischer und elektronischer Systeme für Diagnostik und Therapie. Ziel ist die Entwicklung hochsensibler medizintechnischer Geräte vom Herzschrittmacher über die Magnetresonanztomographie bis hin zum 3D-Ultraschall oder auch zu robotergestützten Operationen.

Mit einem Fördertopf von acht Millionen Euro können bestehende Studienangebote nun weiter ausgebaut werden: Die Studienanfängerplätze beim Studiengang Medizintechnik wurden beispielsweise von 30 auf 60 erhöht. Ein erklärtes Ziel des Instituts ist die integrierte Nachwuchsförderung. Ein Beispiel: Absolventen des Bachelorstudiengangs Medizintechnik können sich mit einem anschließenden Masterstudiengang „medical physics“, in dem es um bildgebende Verfahren bei der Strahlendiagnostik geht, weiterqualifizieren. Schließen sie hervorragend ab, besteht innerhalb des Instituts die Möglichkeit einer Promotion über ein interdisziplinäres Thema. Das Gleiche gilt für die Bachelorabsolventen in der Biotechnologie. Mit einem Master können sie sich entweder weiter spezialisieren in eine pharmazeutische Richtung, die meist direkt nach dem Examen in einen industriellen Beruf führt. Oder aber sie wählen eine forschungsorientierte biomedizinische Richtung, um nach erfolgreichem Abschluss ihre Doktorarbeit zu schreiben.

Denn zweites wichtiges Ziel des Instituts für Medizintechnologie ist es, die Forschung zu stärken. „Ein großes Thema für das Institut ist zurzeit das Thema Nierenfunktion“, erklärt Professor Dr. Mathias Hafner, Direktor am neuen Institut. In einem interdisziplinären Ansatz sollen unter anderem neue Methoden der Messung der Nierenfunktion entwickelt werden – beispielsweise durch einen „nicht-invasiven Biosensor.“ Bei diesem Projekt arbeiten Gruppen unterschiedlichster Fachgebiete zusammen: seitens des Universitätsklinikums sind dies Radiologie, Nephrologie (klinische Beschäftigung mit der Niere), Strahlentherapie, Pathologie und medizinische
Physik. Von der Hochschule Mannheim wirken die Bereiche Informatik, Gerätetechnik
sowie Zell- und Molekularbiologie mit. Hafner: „Den Studierenden bieten sich somit in
den verschiedensten Stadien ihrer Ausbildung hochaktuelle Master- oder auch Promotionsthemen in einem sich rasant entwickelnden Forschungs- und Arbeitsumfeld.“