Mannheim 21

Die Stadt der Zukunft

Es ist eines der ambitioniertesten Projekte der Stadt: Mannheim 21. Jetzt fiel der offizielle Startschuss für das neue Quartier im Stadtteil Lindenhof, das auf einer Fläche von 28 Hektar südlich des Hauptbahnhofs entsteht.

„Die Quartiere um die Hauptbahnhöfe bedeutender Knotenpunkte erleben eine
Renaissance“, ist Ottmar Schmitt, Leiter des Fachbereichs für Wirtschafts- und Strukturförderung der Stadt Mannheim, sicher. Erhöhte Mobilität und steigende Energiekosten führen zu einer immer höheren Priorität von kurzen Wegen und einer guten Anbindung an den Personennah- und Fernverkehr. Das neue Quartier „Mannheim 21“ kann vor diesem Hintergrund kräftig punkten. „Der ICE-Bahnhof vor der Haustür, 30 Minuten zum Flughafen Rhein-Main, 40 Minuten nach Stuttgart, drei Stunden nach Paris. Bei der Erreichbarkeit kann Mannheim 21 durchaus mit manchen Frankfurter Bürohaus-Standorten mithalten“, zählt Schmitt nur einige der Vorzüge auf. „Die Mieten und auch die Lebenshaltungskosten sind jedoch in Mannheim wesentlich günstiger.“ Weitere Pluspunkte: die Nähe zum Mannheimer Zentrum, aber auch zum Rhein und zum Schlosspark mit ihrer hohen Freizeitqualität und die direkte Nachbarschaft zur Universität Mannheim und zur Hochschule Mannheim. „Außerdem können die neuen Einwohner die Versorgungseinrichtungen des Stadtteils Lindenhof nutzen, einem der begehrtesten Mannheimer Wohngebiete.“

Am 1. September 2009 gaben Baubürgermeister Lothar Quast und Wirtschaftsförderer Schmitt den offiziellen Startschuss. Entkernung und Rückbau sind die zentralen Themen der ersten Bauphase. Die Räumung der Bahninsel soll bis Ende 2010 erfolgt sein. Die dort lebenden Mauereidechsen fanden bereits im Juli eine neue Heimat. Die nächsten Schritte, die Verlegung der Südtangente und des Betriebshofs des Fachbereichs Straßenbetrieb und Grünflächen sind zeitgleich mit dem vollständigen Ausbau der Südtangente von vier auf sechs Fahrspuren bis 2014 geplant. Ab Ende 2014 werden dann auch die ersten baureifen Grundstücke mit einer Bruttogeschossfläche von 137.000 Quadratmeter zur Verfügung stehen. „Mannheim 21 soll für Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen ebenso attraktiv sein wie für Dienstleistungsunternehmen. Außerdem möchten wir gerne nationale und internationale Vertriebsniederlassungen sowie Verwaltungszentralen nach Mannheim holen“, so Wirtschaftsbürgermeister Michael Grötsch. Rund 2.700 Arbeitsplätze könnten so im ersten Abschnitt entstehen. Einzelne Baublöcke von Mannheim 21 sind auch für hochwertiges Wohnen vorgesehen – ein Segment, das noch ausgebaut werden soll.

Die ersten Attraktionen des neuen Stadtteils haben ihre Tore bereits geöffnet, beispielsweise das John Deere-Forum, ein Highlight für alle Landmaschinenfans mit Präsentations- und Konferenzräumen, einem Fan-Artikel-Shop und einem Bistro. Bereits ausgebucht ist das Wahrzeichen von „Mannheim 21“, das 97 Meter hohe Bürozentrum „Victoria-Turm“. Zahlreiche junge Technologiefirmen und Existenzgründer sind bereits in das neue MAFINEX-Technologiezentrum der Stadt eingezogen – das auch sehr gerne als Location für Veranstaltungen um alle Themen zum Technologie- und Wissenstransfer genutzt wird. Auch der Neckarauer Übergang konnte bereits seiner Bestimmung übergeben werden.

Besucher der hier ansässigen Firmen und Gäste von Veranstaltungen können im nahe gelegenen Vier-Sterne-Hotel „Best Western Premier LanzCarré“ übernachten, das im Oktober 2009 seine Einweihung feiern konnte und 76 Zimmer zur Verfügung stellt. Achim Ihrig, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Ariva Hotel GmbH, freut sich besonders darüber, dass das neue Hotel von Best Western das Zertifikat „Premier“ erhielt und damit in die Topkategorie der Marke aufstieg. Ein besonderes Angebot: So genannte „Service-Appartments“, in denen Gäste sich auch für längere Zeit komfortabel einrichten können und zahlreiche Dienstleistungen in Anspruch nehmen können.

Ariva ist eine Tochtergesellschaft von Diringer & Scheidel. Die Mannheimer Unternehmensgruppe hat 75 Millionen Euro in die Hand genommen und im Rahmen von „Mannheim 21“ das LanzCarré errichtet, das neben dem Hotel eine Pflegeeinrichtung, die ebenfalls von einer Tochterfirma betrieben wird, sowie 87 Senioren-Service- und 70 klassische Eigentumswohnungen umfasst. Auch das benachbarte – fast gleich große – Baufeld wurde von Diringer & Scheidel erworben und die ersten Planungen laufen bereits. Auf knapp 14.000 Quadratmetern sollen 200 Wohnungen mit 2 bis 4 Zimmern errichtet werden. Auch ein modernes Bürogebäude mit einer Fläche von rund 10.000 Quadratmetern soll ab Frühjahr 2011 potenziellen Nutzern zur Verfügung stehen.

Die Finanzierung der beträchtlichen öffentlichen Gesamtinvestition für Mannheim 21 von geschätzten 54 Millionen Euro erfolgt über das EU-Förderprogramm „Regionales Wachstum und Beschäftigung“ sowie über Städtebau- und Straßenbaufördermittel.