Rhenus baut Logistikzentrum im Neckarauer Industriegebiet

Mehr Platz für Motoren, Möbel und Medizin

Am 30. Juni 2009 begannen die Bauarbeiten für ein neues Logistikzentrum der Rhenus AG & Co. KG in der Wattstraße im Neckarauer Industriegebiet. Im Oktober wurde der Neubau bezogen.

Als John Deere umfängliche Logistikdienstleistungen ausschrieb, überstürzten sich die Nachfragen von Logistikanbietern bei der Wirtschaftsförderung. Diese konnte mehrere Alternativen anbieten, für den Bewerber Rhenus den nahe am John Deere-Werk gelegenen Standort des ehemaligen Container-Terminals der Bahn.

Auf einem 35.000 Quadratmeter großen Grundstück entstanden zwei Hallen mit Lager-, Verlade- und Kommissionierbereichen sowie Büro- und Sozialbereichen. Einen großen Teil des Neubaus wird Rhenus für die Produktionsversorgung und Werkslogistik der John Deere-Werke Mannheim nutzen. Die mit 6.000 Quadratmetern kleinere der beiden neuen Hallen ist mit sieben Lkw-Überladebrücken sowie zwei ebenerdigen Toren ausgestattet. Weitere 6.000 Quadratmeter dienen als Freilager, ein Sechstel davon überdacht. So genannte Großladungsträger wie Gitterboxen, Paletten oder Stahlhubkästen, in denen Waren angeliefert wurden, werden hier eingelagert, bis sie wieder zurück an die Lieferanten in alle Welt geschickt werden. „Rhenus verfügt über große Erfahrung in den Bereichen Werks- und Lagerlogistik“, erläutert Georg Lammers, Geschäftsführer Rhenus Contract Logistics Süd. „Dies ist die Grundlage unseres Logistikwissens, welches wir nicht nur John Deere zur Verfügung stellenmöchten. Daher werden wir die noch zur Verfügung stehenden freien Flächen im neuen Logistikzentrum Bestands- als auch Neukunden anbieten. Dabei legen wir neben den Branchen Konsumgüter und Pharma einen verstärkten Fokus auf Industriekunden, die Bedarf an hochwertigen logistischen Lösungen haben“.


Über Rhenus
Die Rhenus-Gruppe gehört mit einem Umsatz von 3,3 Milliarden Euro zu den führenden Logistikdienstleistern Europas. Mit 15.000 Beschäftigten ist Rhenus an 230 Standorten präsent. Die Geschäftsbereiche Contract Logistics, Freight Logistics, Port Logistics sowie Public Transport stehen für das Management komplexer Supply Chains und für innovative Mehrwertdienste.


Die größere Halle aber ist für einen einzigen Kunden reserviert: für John Deere. Schon seit 1997 betreibt Rhenus das Lager für die Produktionsversorgung und Werkslogistik auf dem nahe gelegenen John Deere-Werksgelände in Mannheim, dem größten Unternehmensstandort von John Deere außerhalb der USA. Dort wurde es aber allmählich zu eng. Ein neuer Standort wurde daher gesucht und – gut einen Kilometer Luftlinie entfernt – auch gefunden.

Die Halle auf dem neuen Gelände wird auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern die so genannte Produktionsversorgung beherbergen. Hier werden rund 8.000 Teile verschiedenster Art, die zur Produktion der bekannten grünen Traktoren benötigt werden, gelagert. An neun Lkw-Überladebrücken fahren Lkw rückwärts an die Halle heran, Gabelstapler können über die Rampe direkt den Laderaum befahren und Güter heckseitig be- und entladen. Vier ebenerdige Tore ermöglichen die seitliche Be- und Entladung der Lkw.

Die räumliche Nähe zum John Deere-Werksgelände ist schon deshalb wichtig, da mit dem Umzug des Lagers vor allem die Wiederbeschaffungszeiten und damit die Kosten reduziert werden sollten. Gerade bei der Traktorenproduktion müssen die Disponenten mit einer Vielzahl von einzelnen Teilen förmlich jonglieren. Kurze Wege zur Produktion sind da ein Muss. Wenn Teile gebraucht werden, sollen sie nun in circa acht Stunden per Shuttle-Lkw in der Produktion ankommen, bei Eillieferungen sind sogar 90 Minuten angepeilt. Vorher dauerte es wesentlich länger – und Zeit ist bekanntlich Geld.

Mit einem hochmodernen, innovativen Lagerverwaltungssystem werden die kompletten Prozesse der Wiederbeschaffung optimiert und tragen das Ihre dazu bei, solche anspruchsvollen Ziele zu erreichen. Im neuen Lager will man auf die beleggebundene Abwicklung weitestgehend verzichten. Alles, was an die Zeiten der Zettelwirtschaft erinnert, soll endgültig der Vergangenheit angehören. Materialanforderungen der Disponenten werden im IT-System generiert und erzeugen im Logistikzentrum auf mobilen Datenerfassungsgeräten entsprechende digitale Transportaufträge. Die angeforderten Teile werden vor Ort kommissioniert und stehen der Produktion just in time zur Verfügung – genau dort, wo sie gebraucht werden. Und das fast rund um die Uhr – das Logistikzentrum wird in zwei Schichten gefahren: Von 6 bis 22 Uhr wird hier ständig Betrieb sein.

„Dadurch konnten wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Wir haben 120 Arbeitsplätze in Mannheim gesichert und durch die Reaktivierung einer Brachfläche der Bahn einen Beitrag zur Innenentwicklung unserer Stadt geleistet“, so Ottmar Schmitt, Leiter der Mannheimer Wirtschaftsförderung.