40 Jahre „Mannheim – Stadt im Quadrat“
Vorwort Oberbürgermeister
40 Jahre „Mannheim – Stadt im Quadrat“ sind ein stolzes Jubiläum und gleichzeitig vier Jahrzehnte Berichterstattung über Entwicklungen, Investitionen und Innovationen am Wirtschaftsstandort Mannheim und in den hier ansässigen Unternehmen. Das Magazin dokumentiert den strukturellen Wandel, den der Standort Mannheim in dieser Zeit gemeistert hat. Waren Ende der sechziger Jahre zwei Drittel der Beschäftigten im produzierenden Gewerbe tätig und ein Drittel im Dienstleistungsbereich, ist es heute genau umgekehrt. Auch die Unternehmen haben sich gewandelt. Durch enorme und beständige Investitionen blicken wir heute auf Industriebetriebe mit hoher Produktivität und Innovationskraft, die mit ihrer Wertschöpfung auf viele andere
Wirtschaftsbereiche ausstrahlen und sich im Wettbewerb hervorragend positionieren.
Die vorliegende Ausgabe von „Mannheim – Stadt im Quadrat“ belegt, wie auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten am Standort investiert wird. Dem verantwortlichen Team, bestehend aus Verlag, Redaktion und dem Fachbereich für Wirtschafts- und Strukturförderung, möchte ich für die geleistete Arbeit meine Anerkennung verbunden mit dem herzlichen Dank aussprechen.
Ideen sind der Rohstoff der Zukunft. Wer im Wettbewerb der Städte bestehen will, muss kreative Talente ausbilden, anziehen und am Standort halten. Die Stadt Mannheim hat dies früh erkannt und einen ihrer strategischen Schwerpunkte auf die Kultur- und Kreativwirtschaft gelegt. Die Unternehmensberatung Roland Berger Strategy Consultants hatte 2008 gemeinsam mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ ein Städteranking veröffentlicht, in dem Mannheim unter den Top Ten der kreativen Städte Deutschlands gelistet ist: die Belohnung für ein konsequentes Engagement in diesem Bereich. Die Kreativwirtschaft ist das Schwerpunktthema der vorliegenden Ausgabe und wird ein wichtiger Baustein in unserer „Neuen wirtschaftspolitischen Strategie“.
Mannheim kann und wird sich als Heimat für kreative Menschen, als Stadt mit allen urbanen Vorteilen positionieren. Exemplarisch lässt sich dies an der Entwicklung des Profils von Mannheim als moderne Musikstadt nachvollziehen. Hier hat sich mit dem „Mannheimer Modell“ ein einzigartiges Kompetenzprofil etabliert. Rund 3.650 Menschen verdienen heute ihren Lebensunterhalt in der Mannheimer Musikwirtschaft, die rund 85 Millionen Euro umsetzt. Mit diesen Zahlen liegt Mannheim bezogen auf die Bedeutung dieser Branche im Vergleich mit zwölf Konkurrenzstädten in Deutschland auf dem zweiten Platz.
Mannheim verfügt neben dem Kernkompetenz-Thema Musik und Musikwirtschaft noch über weitere hervorragend ausgebildete Sparten der Kreativwirtschaft. Dies wird im vorliegenden Heft anhand von Beispielen aus den Bereichen Mode, Fotografie, Medien, Film, Verlage, Design, Architektur und Werbung/Agenturen hervorragend beleuchtet.
Kultur- und Kreativwirtschaft sind längst weit mehr als nur eine Frage des Images: Nach einem 2009 veröffentlichten Forschungsberichtder Bundesregierung lag die Kultur- und Kreativwirtschaft 2006 mit einem Anteil von 2,6 Prozent am Bruttoinlandsprodukt zwar noch hinter der Automobilindustrie (3,1 Prozent), aber bereits vor der Chemieindustrie (2,1 Prozent) – mit steigender Tendenz. 2008 konnte die Branche schätzungsweise einen Beitrag in Höhe von rund 63 Milliarden Euro zur
Bruttowertschöpfung leisten.
Nicht ohne Grund hat die Europäische Union 2009 zum Europäischen Jahr der
Kreativität und Innovation erklärt: Heute ist es die sogenannte „Kreative Klasse“, die maßgeblich die wirtschaftliche Dynamik bestimmt. Kreative erwirtschaften nicht nur ein überdurchschnittlich hohes Einkommen, sondern sie schaffen auch Arbeitsplätze. Kreative schätzen ein urbanes Umfeld mit einem interessanten Nachtleben, ein vielfältiges kulturelles Angebot und ein von Toleranz geprägtes Klima. Dass Mannheim dies alles vereint, davon können Sie sich, liebe Leserinnen und Leser, im vorliegenden Heft überzeugen.
Dr. Peter Kurz


