ABB engagiert sich im Klimaschutz-Projekt Desertec

Stromautobahnen machen Wüstenträume wahr

Die Kraft der Sonne ist unerschöpflich – und dennoch geht ein Großteil ungenutzt verloren. Dabei entsteht in den Wüsten der Erde in nur sechs Stunden täglich so viel Sonnenenergie, wie die gesamte Menschheit in einem Jahr verbraucht. Diese nachhaltige Quelle zu nutzen und möglichst viele Menschen mit klimafreundlich erzeugtem Strom zu versorgen, ist das Ziel des Projekts Desertec, der bislang ehrgeizigsten Ökostrom-Initiative weltweit.

Gemeinsam mit elf weiteren Unternehmen unterzeichnete ABB im Juli 2009 eine Absichtserklärung zur Gründung der Desertec Industrie-Initiative. In den nächsten drei Jahren arbeiten die Mitglieder an der Analyse und Entwicklung der technischen, ökonomischen, politischen, gesellschaftlichen und ökologischen Rahmenbedingungen zur CO2-freien Energieerzeugung in den Wüsten Nordafrikas. Dort könnten Solarkraftwerke auf einer Fläche von 16.900 Quadratkilometern – das entspricht in etwa der Fläche des Bundeslands Thüringen – bis zum Jahr 2050 etwa 15 Prozent des europäischen Energiebedarfs decken. Die Technologie der Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ) sorgt dafür, dass der Wüstenstrom auf so genannten Stromautobahnen mit geringen Übertragungsverlusten zunächst durch das Mittelmeer und dann weiter bis nach Europa geleitet wird.

ABB unterstützt Desertec seit Jahren. Das Unternehmen hatte bereits die Basisstudie gefördert und Anfang der neunziger Jahre ein umfassendes Konzept für ein europäisches Stromnetz vorgelegt, das die verschiedenen erneuerbaren Energien aus Wind, Wasser und Sonne integriert. „Wir sind fest davon überzeugt, dass wir unsere Technologie und unser Know-how für den Erfolg eines solch zukunftsweisenden Projekts einbringen können“, erklärt Peter Smits, Vorstandsvorsitzender von ABB Deutschland und Leiter der Region Zentraleuropa.

Das Solarstrom-Projekt ist visionär, aber durchaus umsetzbar: „Die ABB-Technologien für Desertec stehen heute bereit und sind erprobt“, so Smits weiter. Mit der HGÜ hat ABB die Schlüsseltechnologie für den Ferntransport von Strom bereits vor über 50 Jahren erfunden. Seitdem wurde diese stetig weiterentwickelt, um Netze zu verbinden,erneuerbare Energien nutzbar zu machen und die Effizienz zu erhöhen. „So macht ABB nicht nur Desertec, sondern auch Klimaschutz möglich“, unterstreicht Smits.

Beim Transport von großen Strommengen über weite Strecken ist die HGÜ-Technologie im Vergleich zur Übertragungstechnik mit Wechselstrom wirtschaftlicher. Mehr als 50 HGÜ-Projekte hat ABB bereits realisiert. Im Juli 2009 hat das Unternehmen den Auftrag erhalten, die längste HGÜ-Leitung der Welt in Brasilien zu installieren: Diese Stromautobahn wird die Energie aus zwei neuen Wasserkraftwerken über eine Entfernung von 2.500 Kilometern in die Wirtschaftsmetropole São Paulo transportieren. Auch die Anbindung eines der weltweit größten Offshore-Windparks in der Nordsee an das deutsche Stromnetz stammt von ABB. „Damit stellen wir unsere Kompetenz in der HGÜ und in der Anbindung erneuerbarer Energien auch in Deutschland eindrucksvoll unter Beweis“, so Smits.