BASF SE

Ein Ausbildungsverbund für alle Fälle

Mit einer Zange drückt Jens Hohaus konzentriert die Drähte des Kupferkabels zusammen. Dann befestigt er sie routiniert an dem dazugehörigen Schraubanschluss. „Ich presse die einzelnen Kupferdrähte zusammen, damit es später nicht zu Fehlverschaltungen kommt“, erläutert der 18-Jährige. Hohaus ist einer von rund 1.000 Lehrlingen, die zurzeit beim BASF Ausbildungsverbund dabei sind. Seit September 2007 erlernen er und ein weiterer Auszubildender den Beruf „Elektroniker für Betriebstechnik“. Der praktische Teil ihrer Ausbildung findet in der Firma Systemtechnik Mannheim statt.

Im Rahmen des Ausbildungsverbunds können gerade kleinere oder spezialisierte Unternehmen die Infrastruktur des Chemieunternehmens nutzen. „Ein Kleinbetrieb wie wir kann nicht alle fachlichen Kenntnisse umfassend vermitteln“, so Ernst Schmitt, Geschäftsführer von Systemtechnik Mannheim. „Das ermöglicht uns erst die Kooperation mit der BASF“. Auch künftig will er mit seinem Betrieb an dem Programm teilnehmen – schon in diesem Jahr haben zwei weitere Auszubildende im Betrieb angefangen.

Der BASF Ausbildungsverbund besteht seit 2004. Die BASF und Partnerunternehmen bieten dort jungen Menschen Ausbildungsplätze an – seit der Gründung waren es über 2.500. „Wir wollen damit Firmen in der Region bei der Ausbildung ihres Fachkräftenachwuchses unterstützen. Unser Ziel ist es, das Angebot an Ausbildungsplätzen zu sichern und möglichst auszubauen“, erklärt BASF-Personalchef Hans-Carsten Hansen.

Die BASF hat für den Ausbildungsverbund ein Modell entwickelt, das von den Industrie- und Handelskammern und den Handwerkskammern sowie der Wirtschaft, den Arbeitsagenturen und den Chemieverbänden in der Metropolregion Rhein-Neckar unterstützt wird. Bevorzugte Berufsfelder für den BASF Ausbildungsverbund sind Metall und Elektroberufe, Labor- und Produktionsberufe sowie kaufmännische Berufe. Der Part der BASF: Sie stellt den Partnerbetrieben unter anderem ihre Labore, Werkstätten und Schulungsräume sowie das Know-how ihrer Mitarbeiter zur Verfügung.

Jens Hohaus beispielsweise besuchte bei der BASF bereits Kurse, in denen er das Programmieren von Steuerungen für Schaltschränke gelernt hat. Er ist von dem umfangreichen Angebot angetan. „Die Kurse sind für mich eine echte Zusatzqualifikation. Damit kann ich später meinen beruflichen Radius erweitern“, sagt der 18-Jährige. Im betrieblichen Teil ihrer Ausbildung arbeiten die Azubis direkt in den Partnerbetrieben mit und lernen dort vor Ort die jeweiligen Anforderungen kennen.

Die Chancen auf eine anschließende Übernahme sind gut: 77 Prozent der Lehrlinge, die 2009 ihre Ausbildung im Verbund abgeschlossen haben, erhielten von ihrem Partnerbetrieb ein entsprechendes Angebot. Auch für Jens Hohaus, der seine Ausbildung Anfang 2011 beenden wird, ist eine weitere Beschäftigung in greifbare Nähe gerückt: „Wenn die Leistung stimmt, haben wir uns darauf eingestellt, die Auszubildenden zu übernehmen“, sagt Schmitt.

Zu den Leistungen, die die BASF im Verbund erbringt, zählen neben der Ausbildungsvergütung unter anderem das Ausbildungsmarketing, die Rekrutierung, die Ablauforganisation der Ausbildung, die Vermittlung der zusätzlich erforderlichen Ausbildungsinhalte im Ausbildungszentrum der BASF SE und die Koordination mit den berufsbildenden Schulen. Für diese Leistungen trägt die BASF die Kosten. Die Partnerbetriebe beteiligen sich mit derzeit 340 Euro monatlich an den Auslagen.