Die Investitionen werden weiter vorangetrieben
Roche-Geschäftsführer Thomas Schmid
Herr Schmid, wir erleben derzeit eine weltweite Wirtschaftskrise. Trifft diese auch den Roche-Standort Mannheim mit seinen über 7.000 Beschäftigten?
Schmid: Wir liefern unsere Produkte von Mannheim aus global für den gesamten Roche-Konzern aus. In einigen Bereichen spüren wir auch die Wirtschaftskrise, aber bei weitem nicht so wie andere Branchen.
Kurzarbeit hat oder hatte Roche in Mannheim also nicht?
Schmid: Nein, wir haben nach wie vor ein wachsendes Geschäft, auch wenn wir in einigen Bereichen, nämlich bei nichterstattungsfähigen Diagnostika, die Wirtschaftsflaute merken.
Herr Schmid, wir erleben derzeit eine weltweite Wirtschaftskrise. Trifft diese auch den Roche-Standort Mannheim mit seinen über 7.000 Beschäftigten?
Schmid: Wir liefern unsere Produkte von Mannheim aus global für den gesamten Roche-Konzern aus. In einigen Bereichen spüren wir auch die Wirtschaftskrise, aber bei weitem nicht so wie andere Branchen.
Kurzarbeit hat oder hatte Roche in Mannheim also nicht?
Schmid: Nein, wir haben nach wie vor ein wachsendes Geschäft, auch wenn wir in einigen Bereichen, nämlich bei nichterstattungsfähigen Diagnostika, die Wirtschaftsflaute merken.
Roche will in Mannheim in den Jahren 2009 bis 2011 rund 200 Millionen Euro investieren. Vorgesehen sind der Bau eines neuen Pharma-Produktionsgebäudes, eines Lager und Abwicklungszentrums und eines modernen Bürogebäudes. Darüber hinaus ist ein Komplex für die Immundiagnostik-Produktion geplant. Halten Sie trotz der Wirtschaftskrise an diesen Projekten fest?
Schmid: Absolut. Alle Projekte, in die wir derzeit investieren, sind künftige Wachstumsmotoren, mit denen wir sehr gut vorankommen werden.
Roche schließt in Mannheim bis zum Jahr 2011 die bisherige Chemieproduktion. Ist in naher Zukunft mit weiteren Deinvestitionen zu rechnen?
Schmid: Weitere Schließungen von Produktionsanlagen am Standort Mannheim sind derzeit nicht in der Diskussion.
Ist aber nicht zu befürchten, dass als Folge der jetzigen Krise in den kommenden Jahren in Mannheim deutlich weniger investiert wird als bisher?
Schmid: Der Roche-Konzern ist derzeit in einem gewissen Umbruch. Alle Standorte werden auf klare Ziele ausgerichtet. Wir wissen also, was wir in Zukunft am Standort Mannheim tun werden. Entsprechend werden wir in unsere Technologien investieren, damit wir den Standort sichern können. An diesem Vorhaben ändert auch die derzeitige Wirtschaftskrise nichts.
Falls Roche weitere Projekte in Mannheim realisieren will, ist da überhaupt genügend Platz auf dem Firmengelände?
Schmid: Wir haben genügend Flächenreserven, um gegebenenfalls weitere Investitionsprojekte in Angriff zu nehmen.
Wenn Sie sich als derzeitiger Roche-Chef in Mannheim in der Baseler Konzernzentrale für weitere Investitionen am hiesigen Standort einsetzen, welches sind dann Ihre gewichtigsten Argumente?
Schmid: Es ist die hohe Qualifikation der Mitarbeiter, ihr vielseitiges Know-how sowie ihre Zielstrebigkeit beim Umsetzen von Ideen und Projekten. Auch die Nähe zu den Hochschulen, mit denen wir gemeinsam Forschungsprojekte realisieren, ist ein schlagkräftiges Argument. All dies sorgt für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.
Haben Sie Probleme, gute Mitarbeiter zu finden?
Schmid: Es wird immer schwieriger, vor allem Ingenieure und Naturwissenschaftler zu finden. Wir unternehmen aber viel, um junge Menschen schon früh an das Unternehmen heranzuführen. Unser Scouting hat sich bewährt. So bringen wir beispielsweise Studenten mit Seminaren, Workshops und Praktika in enge Verbindung mit dem Unternehmen. Mit derlei Anstrengungen gelingt es uns, freie Stellen zu besetzen.
Die Metropolregion Rhein-Neckar ist aus dem so genannten Spitzencluster-Wettbewerb als einer von vier Siegern hervorgegangen. Es geht jetzt darum, dass vor allem Unternehmen und Forschungsinstitute in enger Kooperation neue und zukunftsweisende Produkte entwickeln. Roche ist mit von der Partie. Doch was geschieht derzeit konkret?
Schmid: Wir sind bei beiden in der Metropolregion angesiedelten Spitzenclustern mit Projekten beteiligt. Im Rahmen des Biotechnologie-Clusters „Zellbasierte & Molekulare Medizin“ in der Metropolregion, kurz BioRN, wollen wir herausbekommen, ob bereits in frühen Phasen von Brustkrebs im Blut zirkulierende Tumorzellen nachgewiesen werden können. Wir erhoffen uns davon, mittelfristig einen Test zu entwickeln, der eine frühere Krebs-Diagnose ermöglicht und frühzeitig den therapeutischen Nutzen von Krebsmedikamenten nachweisbar machen kann. In Zusammenarbeit mit unseren Partnern sind wir aber erst am Anfang der Entwicklung; marktreife Produkte sind noch nicht abzusehen. Im zweiten Spitzencluster „Forum Organic Electronics“ erforschen wir mit unseren Partnern, wie die neuen Technologien der organischen Elektronik auf die Diagnostik anwendbar sind. Konkret sehen wir die ersten Anwendungen bei der kontinuierlichen Blutzuckermessung.


