Kreative Verlage
Mit heißen Öfen auf Erfolgskurs
Das richtige Gespür für neue Trends ist der Grund dafür, dass der Mannheimer Huber-Verlag auf Erfolgskurs ist. Acht Magazine aus den Themenbereichen Motorrad und Lifestyle gehören inzwischen zum Portfolio, ein Automagazin soll Ende 2009 neu hinzukommen.
Es ist nicht besonders schwer den Huber-Verlag zu finden. Rund ein Dutzend
Motorräder parken vor dem vierstöckigen Gebäude in Mannheim-Friedrichsfeld und zeugen davon, dass ein Großteil der 68 Beschäftigten ihren Beruf gleichermaßen als Berufung sieht. Schließlich dreht sich bei dem Zeitschriften-Verlag, der Ende des Jahres seinen 30. Geburtstag feiert, alles um die heißen Öfen, seit 1980 die erste Ausgabe der „Bikers News“ erschien. Verlagsgründer Günther Brecht hatte als passionierter Motorradfahrer das richtige Gespür für die Bedürfnisse der damals noch jungen Rockerszene und brachte mit den „Bikers News“ ein Magazin auf den Markt, das bis heute einzigartig ist.
In den neunziger Jahren folgten mit „Bikers Live“ (heute „Custombike“) und „Dream-Machines“ zwei weitere Motorradzeitschriften, die den Nerv einer ganz bestimmten Zielgruppe trafen und heute zu den meist verkauften Titeln ihres Genres zählen. Ein besonderer Coup gelang dem Verlag 1994, als er mit dem „Tätowier Magazin“ in eine völlig neue Nische stieß. Zusammen mit dem 2002 lancierten „Tattoo Style“ gilt Huber als Marktführer in diesem Bereich.
Die Magazine, die alle im Haus mit je einem zweiköpfigen festen Redaktionsteam und rund 100 freien Mitarbeitern produziert werden, erscheinen im europäischen Ausland bislang nur in deutscher Sprache. Das soll sich nach dem Willen von Geschäftsführer Jörn Nitz ändern. Mit drei Titeln möchte er in Landessprache auf den italienischen und englischen Markt. Auch in die USA hat Nitz seine Fühler bereits ausgestreckt.
2002 übernahm der 43-jährige die Geschäftsführung des damals 32 Mitarbeiter zählenden Unternehmens und expandierte in den folgenden Jahren stark. Mit „Dirtbike“ erschien 2007 ein neues Enduro-Heft, im gleichen Jahr legte Nitz mit dem Szene-Magazin „Dynamite“ nach. „2007 war das bisher erfolgreichste Geschäftsjahr des Verlags“, so Nitz.
Erst im Mai dieses Jahres kaufte Huber den Titel „Reise Motorrad“ von der Münchner Lila Publishing Verlags GmbH. Damit deckt der Friedrichsfelder Verlag nunmehr die gesamte Palette im Motorradbereich ab – von der Rockerszene bis hin zum Tourenfahrer.
Um möglichst nah an seinen Lesern zu bleiben und Synergieeffekte zu nutzen, ist der Verlag inzwischen multimedial präsent. Die Palette reicht von einem Internet-Shop, der neben eigenen Produkten auch Mode, Möbel und Musik-CDs vertreibt, bis hin zu einer Motorradmesse. Die „Custombike“ in Bad Salzuflen wird im Dezember zum fünften Mal vom Huber-Verlag veranstaltet und ist mit zuletzt 27.000 Besuchern die größte ihrer Art in Europa.


