Leitbild 2030 Auf dem Weg zur nachhaltigen Stadt

Im September 2015 haben die Mitglieder der Vereinten Nationen die Agenda 2030 auf den Weg gebracht. Ihr Kernstück: ein ehrgeiziger Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung, die alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Soziales, Umwelt und Wirtschaft – gleichermaßen berücksichtigen. Auch Mannheim will diesen Schritt gehen und dabei alle Bürger mitnehmen.

Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz wirbt für eine nachhaltige Stadt Mannheim. Foto: Stadt Mannheim

Es war schon ein erhebendes Gefühl für Mannheims Wirtschaftsbürgermeister Michael Grötsch, als er im Herbst 2017 im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York als einziger Preisträger aus Europa den „Global Green City Award“ entgegennehmen durfte. Mit dieser Auszeichnung werden jährlich eine oder mehrere Städte geehrt, die sich weltweit vorbildlich für eine nachhaltige Entwicklung einsetzen und die Umsetzung der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen voranbringen.

„Städte sind hier der treibende Motor“, machte Grötsch deutlich. „Mit Projekten wie der Entwicklung des Konversionsgeländes FRANKLIN zu einem Modell für Energieeffizienz, mit Smart Grids und Elektromobilität erschließen wir in Mannheim innovative Zukunftsfelder für einen umweltfreundlichen und nachhaltigen Lebensraum.“

Im Jahr 2018 hat die Stadt Mannheim mit ihren Bürgerinnen und Bürgern ein Leitbild für das Jahr 2030 erarbeitet, das die acht strategischen Ziele Mannheims wie Urbanität, Kreativität und Unternehmen stärken, Talente gewinnen oder Bildungsgerechtigkeit verbessern mit den 17 globalen Nachhaltigkeitszielen wie Gewährleistung eines gesunden Lebens, Zugang zu bezahlbarer nachhaltiger Energie oder dauerhaftes, nachhaltiges Wirtschaftswachstum zusammenführt.

Auch die Mannheimer Wirtschaft wurde in diesen Prozess eingebunden. „Was braucht die Wirtschaft von der Stadt, um diese Ziele zu erreichen, und was kann die Wirtschaft von ihrer Seite dazu beitragen?“, nennt Christiane Ram, Leiterin der Mannheimer Wirtschaftsförderung, die Leitfragen in diesem Zusammenhang.

Schon jetzt hat das Thema Nachhaltigkeit in Mannheim deutlich Fahrt aufgenommen. Im Sommer 2018 konnte Mannheim den Titel
„Modellstadt“ bei der Verbesserung der Luftqualität erringen – und kann nun rund 47 Millionen Euro Fördermittel aus Berlin in den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs investieren. Zahlreiche Mannheimer Firmen wie Daimler/EvoBus, MVV, John Deere, ABB oder FUCHS PETROLUB sind Pioniere rund um das Thema Elektromobilität. Und die Konversionsflächen bieten die perfekten Voraussetzungen für die Umsetzung von neuen Energiekonzepten. Selbst in der Logistik stehen die Signale auf Grün, und die Branche gibt kräftig Gas beim Einsatz von energiesparenden Technologien und Fahrzeugen.

Auch das Thema Corporate Social Responsibility haben die Mannheimer Firmen für sich entdeckt – und realisieren hier zahlreiche unterschiedliche Ideen. Das verantwortungsvolle Wirtschaften in allen Unternehmensbereichen und die Verankerung eines Bewusstseins für Nachhaltigkeit in den Köpfen aller Mitarbeiter – das sind heute Voraussetzungen für den Erfolg einer Firma, weiß Professor Dr. Laura Marie Edinger-Schons vom Lehrstuhl für CSR an der Universität Mannheim.