Rechenzentren Alternative für den Mittelstand

Dennis Haßlöcher ist Geschäftsführer des Rechenzentrum-Dienstleisters DATIS IT-Services und Mitglied der Geschäftsleitung der PTA.

Die zunehmende Digitalisierung, aber auch der Einstieg von immer mehr Firmen in das Cloud-Computing bescheren dem Markt für Rechenzentren einen echten Boom. „Mannheim – Stadt im Quadrat“ sprach mit Dennis Haßlöcher, Geschäftsführer der DATIS IT-Services, über die Vorteile des Outsourcing von IT.

Seit fast 50 Jahren betreibt Ihr Unternehmen in Mannheim zwei Rechenzentren. Warum sollten Kunden dieses Angebot nutzen?

Dennis Haßlöcher: Es gibt vor allem drei Vorteile, IT an externe Dienstleister auszulagern. Zum einen erschließen sich zahlreiche Möglichkeiten der Kostensenkung. Auf der anderen Seite kann man jedoch die Leistung signifikant steigern – ganz zu schweigen von dem immer wichtigeren Thema Datensicherheit.

Was bedeutet das konkret?

Haßlöcher: Nun – auf alle Fälle sinken die IT-Investitionskosten, aber auch die Aufwendungen für Wartung und Instandhaltung. So können sich kleinere Firmen qualifiziertes IT-Personal kaum leisten. Ein hoher Mehrwert ist zudem, dass der Anwender in der Regel nur für Dienste zahlt, die er auch tatsächlich in Anspruch nimmt. Auf der anderen Seite legt er bei der Leistung definitiv zu. Dem Nutzer steht ein nahezu unbegrenzter Speicherplatz zur Verfügung, Software und Ressourcen sind immer auf dem aktuellsten Stand der Technik, die Serverleistung wird der tatsächlichen Nutzlast dynamisch angepasst, und weltweit von jedem Ort und von jedem internetfähigen Gerät ist ein Zugriff möglich.

Ist das Thema Sicherheit nicht ein Problem?

Haßlöcher: Rechenzentren sind in aller Regel sehr viel sicherer als beispielsweise die Gebäude mittelständischer Firmen. Das zeigt sich ganz konkret bei umweltbedingten Risiken wie Hochwasser, Flut und Feuer. Doch auch virtuell werden die Gefahren immer größer. Hacker und Cyberkriminelle stoßen in neue Dimensionen vor: Daten werden nicht nur gehackt, gestohlen und missbraucht, ganze Systeme werden immer wieder lahmgelegt – und sogar Lösegelder gefordert. Datenlecks, Trojaner sowie Attacken durch Viren sind längst keine Seltenheit mehr. Da sind die Experten in den Rechenzentren einfach fit – auch wir konnten bereits einige Cyberattacken auf die Daten unserer Kunden abwenden. Beim Thema Datenschutz-Grundverordnung bieten deutsche Rechenzentren ebenfalls einen Mehrwert. Bei Daten, die ausschließlich in Deutschland gespeichert werden, müssen Unternehmen über eventuelle Bußgelder nicht nachdenken.

„Geparkt“ werden die Daten Ihrer Kunden ja auf sogenannten „Private Clouds“. Wie können Sie sich als mittelständischer Cloud-Anbieter denn gegenüber dem starken Wettbewerb positionieren?

Haßlöcher: Wir operieren hier aus einer stabilen Basis heraus und bieten verschiedene individuell konfigurierte Maßnahmen an, die auf den speziellen Sicherheitsbedarf jedes Kunden zugeschnitten sind. Unsere Logistikkunden beispielsweise haben hohe just-in-time- und just-in-
sequence-Anforderungen. Ihnen ist neben einem sicheren 24×7-Systembetrieb besonders eine hohe Verfügbarkeit und eine Rufbereitschaft außerhalb der Standardarbeitszeiten wichtig.

Wie sieht Ihr Kundenkreis aus?

Haßlöcher: Unsere Kunden kommen aus den unterschiedlichsten Branchen des Mittelstands. Ihnen können wir gemeinsam mit unserer Schwestergesellschaft PTA, die auf IT-Dienstleistungen spezialisiert ist, das komplette IT-Portfolio anbieten – inklusive einer hauseigenen Softwareentwicklung.

Die Fragen stellte Ulla Cramer.