2022: Frenvi Die Null-Müll-Bilanz im Blick

 

Abhinav Ramachandran (r.) und Phanindra Gopala Krishna setzen sich mit ihrem Unternehmen FRENVI für die Vermeidung von Abfall ein. FOTO: FRENVI

Als sich die beiden indischen Ingenieure Abhinav Ramachandran und Phanindra Gopala Krishna in Heidelberg trafen, waren es vor allem drei Interessen, die sie miteinander verbanden: ihre Begeisterung für Technik, ihr Wunsch, sich selbstständig zu machen und ihre Liebe zur Natur. Das Start-up, das sie Ende 2019 gründeten, verknüpfte all diese Punkte miteinander, denn bei FRENVI, Kurzform für „Friendly Environment“, steht die Vermeidung von Plastikmüll in der Gastronomie ganz oben auf der Agenda – mittels des von Abhi und Phani entwickelten Produktionsverfahrens „Continuous-Thermo-Forming“, das inzwischen patentiert wurde.
Bis Ende 2022 plant die junge Firma mit derzeit sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Mannheim den Aufbau einer eigenen Produktion, bei der zum Auftakt der „Tasty Maxi“, ein geformter, essbarer Löffel mit verschiedenen Geschmacksrichtungen, vom Band laufen soll. „Unsere Anlage wird eine Kapazität von täglich drei Millionen Löffeln haben und wir werden ca. 50 Personen beschäftigen“, so die Unternehmensgründer. Im Oktober 2021 ist der Testlauf im indischen Bangalore gestartet, wo die Fertigung mit rund 35 Mitarbeitenden und einer Tageskapazität von 200.000 Stück halbautomatisch gefahren und auf Herz und Nieren getestet wird. „Mittelfristig wollen wir beide Standorte betreiben, um weltweit agieren zu können. Schon jetzt haben wir zahlreiche Anfragen nicht nur aus Europa, sondern auch aus Asien.“ Bereits seit Juni 2021 auf dem Markt ist das erste Produkt der EATlery-Linie – der Begriff steht für EAT und Cutlery (Besteck): der flache Eislöffel „Tasty Mini“, den Großbäckereien in Deutschland im Auftrag von FRENVI fertigen.
Doch nicht nur Primärstoffe wie ein „Keksteig“ lassen sich durch das FRENVI-Herstellungsverfahren verarbeiten, Ramachandran und Krishna haben auch das Upcycling von Abfall aus der Lebensmittel-, Getränke- und Agrarindustrie im Visier wie Bier- und Teetreber, Schokoladen- und Kakaoreste oder Seegras. „Hier sind wir derzeit noch auf der Suche nach Konzernen aus diesen Branchen, deren Reststoffe wir zu Bechern, Tellern oder auch Kosmetikbehältern oder Umverpackungen für Süßigkeiten verarbeiten können, die zwar nicht essbar, aber natürlich kompostierbar sind und in rund 30 Tagen zerfallen. Mit zwei Unternehmen haben wir mit diesen Forschungsansätzen schon eine enge Kooperation gestartet.“