Das Unternehmen Pens.com, das eigentlich Werbegeschenke für Unternehmen herstellt, aber auch in der Marktforschung aktiv ist, hat dem Modethema Homeoffice nachgespürt und dafür Suchanfragen von Google Ads ausgewertet. Das Ergebnis: Mannheim gehört demnach zu den Städten in Deutschland mit mehr als 300.000 Einwohnern, wo die Menschen am aktivsten nach einem Homeoffice-Platz suchen.
Von Stefanie Ball
Zuletzt haben zahlreiche Firmen ihre Mitarbeiter in die Büros zurückbeordert, zumindest für ein paar festgelegte Tage. Laut einer Studie des Immobilien-Beratungsunternehmens JLL haben 33 Prozent der weltweit befragten Unternehmen wieder eine Präsenzpflicht eingeführt. Dazu zählt auch der Walldorfer SAP-Konzern. Die Bewegung, auch „Return to the Office“ genannt, begann bereits vor ein paar Jahren in den USA und hat nun auch Deutschland erreicht.
Im Ranking der Städte ist der Pens.com-Untersuchung zufolge Mannheim mit einem Wert von 7,9/10 die Stadt, in welcher sich Mitarbeiter am meisten nach einem Job im Homeoffice sehnen. Hier suchen 799 pro 100.000 Einwohner generell nach „Homeoffice-Jobs“ und 1.458 pro 100.000 nach „Remote Jobs“. Das Suchvolumen für „Homeoffice-Jobs“ stieg hier im Vergleich zum Vorjahr (2023) um 50 Prozent an, und das für „Remote Jobs“ sogar um 88 Prozent. Die Universitätsstadt Münster landete mit einem Wert von 7,79/10 auf Platz 2.
Lediglich
ein Fünftel
(19 Prozent)
möchte ausschließlich
im Homeoffice tätig sein.
„Return to THE Office“ im Trend
Dass Mannheim im Ranking oben steht, hat allerdings auch mit der Gewichtung zu tun. In die Endbewertung flossen laut Pens.com die Suchanfragen „Homeoffice-Jobs“, „Remote Jobs“, „Homeoffice-Job finden“, und „Remote Job finden“ ein. Gleichzeitig seien die spezifischeren Suchanfragen nach „Homeoffice-Job finden“ und „Remote Job finden“ aufgrund der klareren Suchintention höher bewertet worden. Auch die Änderungen im Suchvolumen im Vergleich zum Vorjahr seien stärker ins Gewicht gefallen.
Die Universität Konstanz, die in einer fortlaufenden Befragung die Veränderung in der Arbeitswelt untersucht, weist derweil darauf hin, dass es verkürzt wäre zu behaupten, Beschäftigte wollten ausschließlich von zu Hause aus arbeiten. Den Daten der Konstanzer Forscher zufolge äußert die Mehrheit (75 Prozent) auf die Frage nach der bevorzugten Arbeitssituation den Wunsch nach einem hybriden Modell, also einer Kombination aus mobiler und präsenter Arbeit.
Nicht alle wollen zu Hause bleiben
Lediglich ein Fünftel (19 Prozent) möchte ausschließlich im Homeoffice tätig sein. Nur ins Büro will allerdings auch nur eine absolute Minderheit, nämlich sechs Prozent. Diese Ergebnisse unterstrichen den Trend der vergangenen Jahre: Hybrides Arbeiten habe sich in Organisationen fest etabliert und sei für viele Beschäftigte zur bevorzugten Form der Arbeitsgestaltung geworden. Dass Mitarbeitende gar nicht mehr ins Büro kommen wollten, sei nicht der Fall. Was die meisten wollen: Flexibilität.
