Bildungscampus des Internationalen Bundes
Leuchtturmprojekt mit Strahlkraft
von Gesine Millhoff

Auch Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz (Mitte) war beim ersten Spatenstich des neuen Forschungs- und Bildungscampus dabei.

Der Internationale Bund (IB) investiert im Mannheimer Stadtteil Neckarau 40 Millionen Euro in einen deutschlandweit einzigartigen Forschungs- und Bildungscampus.

Die Begeisterung war Thiemo Fojkar, dem Vorstandsvorsitzenden des Internationalen Bundes (IB), förmlich anzuhören. „Mit dem Start der Bauarbeiten ist für uns ein Traum Wirklichkeit geworden“, brachte er seine Gefühle beim ersten Spatenstich im April 2019 auf den Punkt. „Es ist das mit Abstand größte Projekt in unserer Geschichte.“ Der in ganz Deutschland tätige freie Träger für Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit steckt 40 Millionen Euro in einen „einzigartigen Bildungscampus“. Auf dem ehemaligen Vögele-Gelände im Stadtteil Neckarau sollen bis zum Jahr 2023 zeitgemäße Bildung und soziales Miteinander in Form von fünf Einrichtungen auf 10.000 Quadratmetern zusammengeführt werden. Es entstehen Plätze für 80 Kita- und 144 Grundschulkinder, jeweils 500 Plätze werden die berufliche Carlo-Schmid-Schule und die IB Medizinische Akademie bereitstellen. Ergänzt wird das Angebot durch die bereits existierende Hochschule für Wirtschaft und Management mit Kapazitäten für 550 Studierende. 

Der Campus soll viel Raum für themenorientierte Projekte und altersübergreifende Aktivitäten bieten. Kindertagesstätte, Grundschule, berufsbildende Schule, Hochschule und Medizinische Akademie sind zwar eigenständig organisiert, sollen aber dennoch übergreifend und gemeinschaftlich handeln. Das gesamte Gelände sei rollstuhlgerecht und gebe so Menschen mit Einschränkungen oder Behinderungen die Chance, an den Bildungsangeboten teilzuhaben, betont der IB.

„Mit seinem ganzheitlichen Ansatz passt der Campus ideal zu Mannheim“, ist auch Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz begeistert. „Eine so verstandene Bildung gibt jedem Menschen ungeachtet seiner Herkunft die Chance auf Entfaltung. So gelingt Integration und Inklusion.“  Das Konzept hat auch den US-Softwarekonzern Microsoft beeindruckt: Er hat das IB-Großprojekt als einzige deutsche Bildungseinrichtung in sein 2018 aufgesetztes „Microsoft Flagship Schools“-Programm aufgenommen. Mit ihm unterstützt das Unternehmen weltweit 21 Einrichtungen, die sich „beispielhaft den Bildungsanforderungen einer zunehmend digitalisierten Welt stellen“.

Nicht nur das breit gefächerte Bildungsangebot auf dem Areal in Mannheim-Neckarau ist beachtlich. Inzwischen hat sich der Campus zu einem klassischen Gewerbepark erweitert. Im Jahr 2010 übernahm der Trierer Projektentwickler TRIWO das ehemalige Gelände der Firma Vögele und investierte einen zweistelligen Millionenbetrag, um Bestandsgebäude zu erweitern und zu sanieren sowie neue Bauten zu errichten. Heute sind dort neben der privaten Hochschule der Wirtschaft für Management Teile der Hochschule Mannheim, das Goethe Institut sowie die Merkur Akademie, die Hochschule für Gesundheitsorientierte Wissenschaften Rhein-Neckar (HGWR) und die Akademie für angewandte Bewegungswissenschaften untergebracht.

Auch Wirtschaftsunternehmen siedeln sich gerne auf dem Gelände an. So ist der Mannheimer Industriedienstleister Bilfinger dort bereits 2018 mit seiner neuen Konzernzentrale eingezogen – ebenso wie die IHK Rhein-Neckar mit ihrem Aus- und Weiterbildungsbereich.