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Kulturdestination Mannheim

Die Ausstellung zur „Neuen Sachlichkeit“ in der Mannheimer Kunsthalle wurde von zahlreichen weiteren Veranstaltungen und Events in der Stadt begleitet. Foto: Kunsthalle

Ob die Jubiläumsshow zur Neuen Sachlichkeit in der Kunsthalle 2024/25 oder die große natur- und kulturhistorische Sonderausstellung „Der Mond. Himmelskörper­ und Sehnsuchtsort“, die ab Herbst 2027 in den Reiss-­Engelhorn-Museen zu sehen sein wird: Partnernetzwerke­ tragen zum Erfolg dieser Events bei und locken Besucher nach Mannheim.

Von Ulla Cramer

Eine ganze Epoche mit einem einzelnen Begriff zu prägen, gelingt nur äußerst selten. Doch Gustav F. Hartlaub, der zweite Direktor der Kunsthalle Mannheim, schaffte dies mit der von ihm 1925 kuratierten Schau „Die Neue Sachlichkeit. Deutsche Malerei seit dem Expressionismus“. Diese verlieh einer ganzen Strömung innerhalb der Malerei des 20. Jahrhunderts einen prägnanten, bis heute weltweit verwendeten Namen, der weit über die kunsthistorische Bedeutung hinaus ein Begriff und ein Synonym für den kulturellen Aufbau der 1920er-Jahre wurde.

Eine Epoche, die auch heute noch fasziniert: Über 150.000 Besucher zog es vom 1. September 2024 bis zum 9. März 2025 in die Jubiläumsausstellung „100 Jahre Neue Sachlichkeit“ in der Kunsthalle, bei der das Museum auf diese unzweifelhaft bekannteste wie auch bedeutendste Präsentation in seiner über 100-jährigen Geschichte zurückblickte. 233 Werke von 124 Künstlerinnen und Künstlern wurden ausgestellt.

Hinter dem Erfolg steht auch die Zusammenarbeit von 35 Institu­tionen in Mannheim. In den Schaufenstern des Modehauses ­Engelhorn waren Reproduktionen der Kunstwerke zu sehen. Der Verein Rhein-Neckar-Industriekultur bot Architekturführungen, Stadtteilspaziergänge, Vorträge und sogar ein Kneipenquiz an. Das Technoseum lud mit der Tanzbar „Roaring Twenties“ zum Schwofen­ ein, und das Quartier Q 6 Q 7 unterbreitete Angebote zur Kunstvermittlung und Kunst in leerstehenden Läden.

„Die BUGA 2023 war für den Tourismus in Mannheim ein großer Sprung voran“, sagt Gregor Rummel, Leiter des Vertriebs bei der VTM Mannheim, die für den Tourismus in Mannheim zuständig ist. „Aber um Mannheim als eine interessante touristische Destination weiterhin auf der Agenda zu halten, müssen wir die Stadt immer wieder ins Gedächtnis rufen, und dazu brauchen wir Reiseanlässe. Da war das Thema ‚Neue Sachlichkeit‘, bei dem es nicht nur um die Ausstellung in der Kunsthalle ging, sondern um viele weitere Veranstaltungen und Angebote, perfekt.“ Dazu habe auch das große Medienecho beigetragen, wie die Berichte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, die die Ausstellung zu einer der besten des Jahres 2024 kürten. Eine Folge: Viele Freizeitgäste kamen nach Mannheim. Ein Indikator dafür seien auch die Buchungen über die Wochenenden gewesen, die signifikant zulegten.

Die Reiss-Engelhorn-Museen arbeiten schon seit vielen Jahren bei bedeutenden Ausstellungen wie die „Staufer und Italien“ (2010/2011) oder „Die Wittelsbacher am Rhein“ (2013/2014) mit Partnern aus Kultur, Wirtschaft, Politik, Tourismus und Wissenschaft zusammen, um die Quadratestadt als kulturhistorische Destination zu positionieren. Das Museum wurde deshalb bereits mit dem Marketingpreis der Metropolregion Rhein-Neckar ausgezeichnet.

Und: Ein neues Highlight wirft schon seine Schatten voraus. Die Sonderausstellung „Der Mond. Himmelskörper und Sehnsuchtsort“ wird ab Herbst 2027 in den Reiss-Engelhorn-Museen zu sehen sein. Geplant ist auch hier ein großes Netzwerk, das ab dem Frühjahr 2027 anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Mannheimer Planetariums seine Arbeit aufnehmen wird, mit städtischen und regionalen Akteuren. Hauptpartner ist das Planetarium. Darüber hinaus haben das Marchivum, die Kunsthalle, das Nationaltheater, die Universität Mannheim und die Technische Hochschule Mannheim sowie die Werbegemeinschaft Mannheim City, die Stadtmarketing Mannheim GmbH sowie die VTM Mannheim GmbH Interesse bekundet.