Bundesgartenschau 2023
Mehr als nur ein Blütenmeer …
von Gabriele Booth

Mannheim läuft sich warm für die Bundesgartenschau 2023, die dritte BUGA in der Quadratestadt nach 1907 und 1975. Eines steht bereits jetzt fest: Die kommende Mannheimer Bundesgartenschau auf dem ehemaligen Kasernengelände der Spinelli Barracks in Mannheim-Feudenheim wird den Klimawandel zu ihrem zentralen Thema machen.

Allein die Tatsache, dass im Zuge der nächsten Bundesgartenschau 82 Hektar Konversionsfläche dauerhaft in 63 Hektar Grünfläche umgewandelt werden, um eine bessere Belüftung der Stadt und ihrer Wohnquartiere zu ermöglichen, macht die Bedeutung der Buga 2023 deutlich. Es geht um viel mehr als eine Blumenschau und ein Fest für einen Sommer, es geht um Lernprozesse, Denkanstöße und um die Einbindung der Besucher in eine qualitative Aufwertung eines bisher unzugänglichen Raumes. Und es geht vor allem um die Schaffung einer Frischluftzone, die es in dieser Größenordnung in kaum einer anderen deutschen Großstadt gibt. Diese Frischluftzone wird gemeinsam mit dem Landschaftsschutzgebiet Au für eine ökologische Aufwertung Mannheims und der Region sorgen und einen dauerhaften Beitrag für die Lebensqualität kommender Generationen leisten.  

Jede Bundesgartenschau hinterlässt bleibende Werte. So auch die  Bundesgartenschau 1975. Zur Freude der Mannheimer und der Menschen in der Region blieben die Stadtparks Luisenpark und Herzogenriedpark als grüne Oase mit vielen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung erhalten. Der Luisenpark wird wegen seiner Nähe zu dem betroffenen Areal, aber auch wegen seiner generellen Bedeutung nun wieder in die Planungen der kommenden Buga integriert. Eine Seilbahn mit Kabinen für bis zu einem Dutzend Besucher wird zwischen dem neuen und „alten“ Buga-Gelände, also dem Konversionsgelände Spinelli und dem Luisenpark, hin und her pendeln – der Einstieg am Haupteingang Spinelli, der Ausstieg am Fahnenhügel. Das Schmetterlingshaus im Luisenpark wird in ein Südamerikahaus umgewandelt, im Gespräch ist ein grünes Erlebniszentrum mit neuem Aquarium und Insektenhaus. Die Feudenheimer Au, die momentan großparzellig und eher langweilig daherkommt, soll zudem eine deutliche ökologische Aufwertung erfahren – mit einem Auenwäldchen, einem Gewässer, einem Naturerlebnispark und einem Radschnellweg am Rande.

Der Geschäftsführer der Bundesgartenschau gGmbH, Michael Schnellbach, rechnet mit etwa 2,1 Millionen Besuchern während der sechsmonatigen BUGA 23. Das sind Erfahrungswerte, die sich aus den jüngsten Bundesgartenschauen ergeben. Für ihn steht das Thema Klimawandel ganz oben auf der Agenda. „Es wird sich durch sämtliche Lehrschauen und Ausstellungsbereiche ziehen“, betont er. Im Bereich der sogenannten U-Halle, die als Gebäuderelikt der US-amerikanischen Armee teilweise erhalten bleibt, werden zukunftsrelevante Themen angesprochen und Informationen bereitgestellt. Hier sollen sich die Besucher Gedanken machen zu Fragen wie: „Was kann ich selbst in meinem Garten für die Artenvielfalt tun?“, „Wie kann ich meine Ernährung umweltfreundlich gestalten?“ oder „Wie und wo kann ich Wasser sparen?“.

Im Parkfreiraum werden die Themen „Mannheimer Erfindungen“ mit Sport, Spiel und Bewegung kombiniert. Traktor, Aufzug, Luftschiff, Auto werden mit fantasievollen Spielgeräten präsentiert, die zum Ausprobieren einladen. „Es wird eine bespielbare ‚Allee der Innovationen‘ geben“, gibt Schnellbach schon einige Einblicke in die Konzeption. „Das werden Bewegungs- und Spielgeräte sein, die einen Bezug zu den Erfindungen herstellen und die Fantasie anregen.“ Und weil sie dauerhaft genutzt werden sollen, sind sie in robuster Ausführung geplant. 

Was nach dem Abzug der US-amerikanischen Streitkräfte auf dem Gelände der ehemaligen Spinelli-Kaserne versiegelt und zugebaut war, erfährt dank der Bundesgartenschau eine ökologische Aufwertung. 75 Prozent der Flächen werden dauerhaft grün gestaltet, 25 Prozent werden für eine Wohnbebauung am Rande genutzt – mit einer Öffnung zum Park und seinen Freiräumen.