Coca-Cola Deutschland | Cool fürs Klima

Christopher Bee, Betriebsleiter im Werk Mannheim, freut sich über die Umstellung der PET- Flaschen-Herstellung auf 100 Prozent recyceltes Material. FOTO: CCEP DE

Klimaneutralität bis 2040 – das hat sich Coca-Cola in Europa auf die Fahnen geschrieben. Dazu tragen bei: der Einsatz von recyceltem Material in PET-Einwegflaschen und die regionale Mehrwegabfüllung.

VON ULLA CRAMER

Am 16. Mai 2021 war es soweit: In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde am Standort von Coca-Cola in Mannheim die Abfüllung der kleinen 0,33-Liter-PET-Einwegflaschen zu 100 Prozent auf recyceltes Material umgestellt – für die Halbliterflaschen war diese Aktion schon im April erfolgt. „Bei Einwegflaschen den Einsatz von Primärrohstoffen zu sparen und gebrauchte Rohstoffe erneut zu verwenden, das ist für uns ein wichtiges Thema“, so Betriebsleiter Christopher Bee. „Wie bedeutsam dies ist, zeigt der Anteil von Verpackungen an unserem CO2-Fußabdruck, der hierzulande bei etwa bei 27 Prozent liegt.“

Das recycelte PET (rPET), bei dem der Kunststoff aus eingesammelten gebrauchten PET-Flaschen hergestellt wird, hat jedoch andere Eigenschaften als neue Kunststoffe. So musste das Team um Christopher Bee Prozesse in der Einwegabfüllung bei der 2018 für 20 Millionen Euro angeschafften Anlage anpassen – allen voran an der Blasmaschine.
Dort werden die Flaschen jetzt aus neuen rPET-Rohlingen geblasen. „Das recycelte Material verhält sich anders, sodass wir etwas Zeit brauchten, um die richtige Temperatur und den passenden Druck einzustellen. Das ist normal und gehört zum Prozess dazu. Insgesamt verlief die Umstellung problemlos“, sagt Bee.
Coca-Cola Europacific Partners Deutschland (CCEP DE) hatte sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2023 seinen Anteil an rPET in den Einwegpfandflaschen auf 50 Prozent zu erhöhen. „Wir gehen davon aus, dass wir dieses Ziel zum Jahresende 2021 erreichen“, freut sich Betriebsleiter Bee – auch wenn die Umstellung auf rPET mit erheblichen Investitionen und Herausforderungen verbunden ist. So fließen 2021 beispielsweise mehr als 15 Millionen Euro in die Beschaffung des recycelten Materials – eine deutlich höhere Summe, als für Primärrohstoffe anfallen würde.
Ergänzend zum Bestreben, die PET-Einwegpfandflaschen nachhaltiger zu machen, verliert Coca-Cola jedoch auch das Thema Mehrweg nicht aus dem Blick. Im Jahr 2019 flossen rund 30 Millionen Euro in eine neue Glas-Mehrweganlage, die zudem im Vergleich zu Anlagen früherer Generationen bei jeder abgefüllten Flasche bis zu 40 Prozent Wasser und Energie spart. Auch die dritte Produktionslinie in Mannheim setzt auf Mehrweg. Hier werden 1-Liter-PET-Mehrwegpfandflaschen abgefüllt.
„Bis zu 100.000 Glas- und PET-Flaschen verlassen pro Stunde unsere zwei Mehrweganlagen“, beschreibt Bee die Kapazitäten des Standorts mit über 400 Beschäftigten, von dem aus weite Teile Südwestdeutschlands beliefert werden. Knapp 19 Millionen Kisten mit 14 kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken von Coca-Cola über Fanta bis zu Sprite verließen allein 2020 das Werk.
Für die Wiederbefüllung kommt jede Menge Leergut zum Einsatz: Rund 80.000 Kisten erreichen in der Saison jeden Tag das Werk und verschwinden zuerst einmal in der riesigen Reinigungsmaschine. Bevor sie wieder neu abgefüllt werden, ist eine genaue Überprüfung durch sehr präzise arbeitende Systeme Pflicht.
Doch auch in der Logistik sieht Coca-Cola noch erhebliches CO2-Einsparpotenzial. Bis zum Jahr 2025 sollen beispielsweise die rund 2.300 Dienst- und Nutzfahrzeuge des deutschen Getränkeherstellers vollständig auf Elektrofahrzeuge umgestellt werden. „Wir haben derzeit rund 1.830 Pkw und 460 Transporter in unserer Flotte, die wir mit dem jeweiligen Leasingende durch Elektrofahrzeuge ersetzen“, berichtete Anfang des Jahres 2021 Tilmann Rothhammer, Geschäftsführer Customer Service und Supply Chain bei CCEP DE. Die Emissionen der Funktions- und Dienstwagen lagen 2020 bei rund 14.600 Tonnen CO2. „Um die Umstellung auf E-Fahrzeuge auch hinsichtlich der Reichweiten und Lademöglichkeiten bestmöglich umzusetzen, investieren wir rund 800.000 Euro in den Aufbau von Ladeinfrastruktur an allen unseren Standorten bundesweit.“
Die Langstreckentransporte zwischen seinen Standorten will Coca-Cola zudem zunehmend auf die umweltfreundliche Schiene verlagern. Bis Mitte 2021 entstand ein bundesweites „Schienengüternetzwerk“ für Coca-Cola, in das 13 Standorte, darunter auch Mannheim, eingebunden wurden. Mit dem neuen, umweltfreundlichen Transportweg von DB Cargo sollen jährlich etwa 1.900 Tonnen CO2 weniger verbraucht werden. Und auch auf den Autobahnen ist fortan mehr Platz: Etwa drei Millionen Lkw-Kilometer können pro Jahr bei den Fernverbindungen eingespart werden.