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Von Kira Hinderfeld
Auf europäischer Ebene gilt die Binnenschifffahrt als zentrales Instrument für den Übergang zu einem multimodalen, energieeffizienten und damit klimafreundlicheren Verkehrssystem. Doch auch das System Wasserstraße muss sich auf den Klimawandel einstellen, der unter anderem zunehmend mit Hoch- oder Niedrigwasser sowie Extremwetter-Ereignissen einhergeht. „Hier bieten Häfen als wichtige Umschlagsplätze innerhalb des transeuropäischen Verkehrsnetzes bei Bedarf eben auch Alternativen. Denn sie werden mit Binnenschiffen und Zügen von gleich zwei energieeffizienten Verkehrsträgern angefahren – für die nötige Klimaresilienz ein gewichtiger Faktor“, sagt Mannheims Hafendirektor Uwe Köhn.
Insgesamt sieben Häfen am Oberrhein, darunter auch Mannheim, haben sich daher grenzüberschreitend zur Entwicklung einer gemeinsamen Klimaresilienzstrategie zusammengeschlossen, um ihre Funktionsfähigkeit als Logistikdrehscheiben auch in Zukunft sicherstellen und damit zu einer Verstetigung der Verkehrsverlagerung beitragen zu können.
Die Kosten des am 1. Juli 2023 gestarteten Projekts „Climate Resilience and Adaption Network“ (CRANE) in Höhe von knapp
1,5 Millionen Euro werden zu 60 Prozent mit EU-Geldern aus dem Programm Interreg Oberrhein gefördert. Der Schwerpunkt liegt auf der Identifikation, Analyse und dem Management von Risiken. Mit der Analyse der direkten Klimarisiken sowie der Klimawirkungsketten für die Oberrheinhäfen wurden das Fraunhofer-Institut IAIS und das französische CEREMA beauftragt. Aus den Ergebnissen sollen sowohl hafenübergreifende als auch standortspezifische Anpassungsmaßnahmen erarbeitet werden.
Der Hafenchef misst dem Projekt, das noch bis zum 30. Juni 2026 läuft, eine enorme Bedeutung bei: „Im Austausch mit den anderen Häfen können wir Strategien und Maßnahmen entwickeln, um die Häfen als trimodale Umschlagszentren auch unter veränderten klimatischen Bedingungen erfolgreich weiter zu betreiben.“
