Daimler Truck

Unter Spannung arbeiten

Ein Mitarbeiter trainiert im Daimler-Hochvolt-Trainingszentrum.
Foto: Daimler Truck

Im Mannheimer Werk von Daimler Truck ist ein Trainingszentrum für die Transformation entstanden.

Von Stefanie Ball

Im Mercedes-Benz Werk in Mannheim hat die Zukunft längst begonnen. Zwar produzieren die 4.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter Dieselmotoren und zugehörige Komponenten für Nutzfahrzeuge. Gleichzeitig ist der Standort aber Kompetenzzentrum für Batterietechnologien und Hochvoltsysteme von Daimler Truck. So befindet sich unter anderem das „Battery Technology Center“ hier.

Dabei handelt es sich um eine eigene Pilotlinie, auf der Prototypen von Batteriepaketen hergestellt werden, die für Prüfstände und Testfahrzeuge eingesetzt werden. Und weil die Batterietechnologie in der Montage­ ­etwas ganz anderes ist, als die herkömmlichen Fahrzeuge mit Verbrennungs­motoren auszustatten, hat das Unternehmen ein Hochvolt-Trainingszentrum eingerichtet. „Dort bekommen die Mitarbeiter theoretische und praktische Einblicke in die neue Technik, die sie anschließend in ihrer Arbeit anwenden können“, erklärt Britta Beiling, Leiterin Aus- und Weiterbildung am Mannheimer Standort von Daimler Truck. Bereits im vergangenen Jahr wurden 7.000 Trainingsstunden abgeleistet. Den Schwerpunkt stellt hier die Hochvolttechnik dar, ­daneben gibt es auch Trainings in Wasserstofftechnologie.

Die Lehrgänge im Hochvolt-Trainingszentrum sind laut Beiling interaktiv und hochmodern, mittels Augmented Reality (AR) tauchen die Mitarbeiter in die neuen Produkte ein, und zwar genau die, mit denen bei Daimler Truck gearbeitet wird. „Die Arbeit mit Hochvolt-Batterien bringt ganz andere Herausforderungen mit sich, dessen muss sich die Belegschaft bewusst sein“, betont Beiling. Der Umgang mit Spannungen von 360 Volt und mehr will gelernt sein, und das betrifft dann nicht nur den Mitarbeiter, der an der Batterie arbeitet, sondern auch den Kollegen im nächsten Prozessschritt, der den Fehler zu spüren ­bekommt. Besonders wichtig ist Beiling, dass nicht „auf Halde“ qualifiziert werde, sondern bedarfsorientiert. „Sonst gerät das Gelernte in Vergessenheit, ehe es zur Anwendung kommt.“

Beiling betont, dass die Transformation in Richtung Elektromobilität ein größerer Wandel sei als all das, was das Werk in den Jahrzehnten zuvor erlebt habe. „Umso wichtiger ist es, dass wir gut ausgebildete und gut qualifizierte Mitarbeiter haben.“ Bereits seit mehr als zehn Jahren wird im Mannheimer Werk der Kraftfahrzeugmecha­troniker mit Schwerpunkt System- und Hochvolttechnik ausgebildet. Mit dem neuen Trainingszentrum kommen nun auch diejenigen mit der Zukunftstechnologie in Kontakt, die bislang Verbrennungsmotoren für Daimer-Busse und -Lkw gefertigt haben. „Wer in seiner täglichen Arbeit mit neuen Produkten und Prozessen zu tun hat, wird von uns geschult.“ Weiterbildung sei keine Frage des Alters, sagt Beiling, sondern in Zeiten des Wandels bei gleichzeitigem Fachkräftemangel eine Notwendigkeit für jedes Unternehmen.