Deutsch-Türkisches Institut für Arbeit und Bildung | Schieß Tore gegen Rassismus

Benefizspiel SV Waldhof gegen Tuerkspor Mannheim, v.l. Dolunay Cavdaroglu, Mario Barreto, Jan-Christoph Bartels und Anton-Leander Donkor
Foto Thomas Troester FOTO: THOMAS TRÖSTER

Das Deutsch- Türkische Institut für Arbeit und Bildung (DTI) vereint Sport mit Demokratiebildung.

VON GESINE MILLHOFF

Mit einem 2:1-Sieg wurde der SV Waldhof (SVW) im Freundschaftsspiel gegen Türkspor Mannheim seiner Favoritenrolle gerecht. Aber das Ergebnis war in dieser Begegnung am 6. Oktober 2021 im Mannheimer Carl-Benz- Stadion eher zweitrangig. Die Partie stand unter dem Motto „Schieß Tore gegen Rassismus“. Diese besondere Message trugen die SVW-Spieler auch auf ihren Rücken: Die Paragrafen wichtiger Artikel des Grundgesetzes waren hinten auf ihren Trikots zu lesen. „Wir stehen ein für ein demokratisches Zusammenleben in Vielfalt, bei dem Hass und Ausgrenzung keine Chance haben – schon gar nicht im Fußballstadion“, betont Markus Kompp, Geschäftsführer des SVW.
Initiiert wurde das Freundschaftsspiel vom Deutsch-Türkischen Institut für Arbeit und Bildung e. V. (DTI) aus Mannheim. Seit 2017 engagiert sich das DTI für die Demokratiebildung und richtet sich dabei besonders an junge Menschen. Das Institut wurde in den Jahren 2020 und 2021 von Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz für seine Projektarbeiten geehrt.

Mustafa Baklan, Vorstandsvorsitzender des DTI, liegt das Bewusstsein der Mannheimer und Mannheimerinnen für den Wert einer demokratischen Gesellschaft besonders am Herzen. „Staaten und Städte leben vom Engagement ihrer Bewohner und Bewohnerinnen, die im Kleinen wie im Großen etwas für die Gemeinschaft und ihren Zusammenhalt tun“, erklärt der Unternehmer. Politik und Stadtverwaltung könnten immer nur den Rahmen geben, aber die Menschen müssten aus sich selbst heraus die Demokratie und ihre Grundwerte mit Leben füllen, so der Chef der Lebensmittelhandelsgesellschaft SUNTAT. „Ein Fußballspiel, bei dem das Wertefundament des Grundgesetzes in Erinnerung gerufen wird, ist eine gute Möglichkeit, zentrale Inhalte der Demokratiebildung lebendig und greifbar zu machen.“ Dies sei, so Baklan, besonders angesichts der vielfältigen Mannheimer Bevölkerung wichtig. Das Grundgesetz biete ein unverzichtbares Fundament dafür, die Vielfalt zu ehren und Konflikte offen, aber respektvoll anzugehen.

Die besondere Bedeutung demokratischer Grundwerte für eine vielfältige Stadtgesellschaft unterstreicht auch Prof. Dr. Franz Egle, geschäftsführender Vorstand des DTI: „Eine demokratische Zivilgesellschaft muss gelernt und gelebt werden. Die Verfassung und die Grundrechte sind die Gewähr dafür, dass ein Einwanderungsland wie Deutschland das Potenzial seiner Vielfalt nutzen kann. Sie ermöglichen es uns, friedlich und glücklich zu leben und beruflich erfolgreich zusammenzuarbeiten.“