Die BUGA 23 als Konjunkturmotor

Erfurt , 10.10.2021 , BUGA Erfurt 2021 , BUGA-Abschlussveranstaltung
Im Bild: Michael Schnellbach, Geschäftsführer BUGA Mannheim
FOTO: BUGA 23/BAUERSCHMIDT

Interview mit Michael Schnellbach, Geschäftsführer der Bundesgartenschau Mannheim 2023 gGmbH

Die Eröffnung der Bundesgartenschau Mannheim 2023 nähert sich. Das Großereignis soll auch die Konjunktur in Schwung bringen …
Michael Schnellbach: Die BUGA 23 ist nicht nur ein Investment in nachhaltige Stadtentwicklung, sondern auch Konjunkturprogramm für die Wirtschaft der Region. Das kann man durchaus auch beziffern: Insgesamt gehen wir derzeit von einem Auftragsvolumen von rund 150 Millionen Euro aus. Aus den Erfahrungen vergangener Bundesgartenschauen wissen wir, dass rund zwei Drittel davon in der Region bleiben. Das Auftragsvolumen der bisherigen Vergaben beträgt ca. 24 Millionen Euro (85 Auftragnehmer). Davon sind an Firmen der Region (bis 80 km) rund 13 Millionen Euro, also 54 Prozent, gegangen. Blickt man auf die Auftragnehmer, dann stammen etwa 67 Prozent (57 Auftragnehmer) aus der Region.

Welche Firmen sind mit im Boot?
Schnellbach: Profitieren werden viele Branchen – angefangen von der regionalen Bauwirtschaft, der grünen Branche und dem Handwerk über die Tourismusbranche, den Einzelhandel, das Hotel- und Gaststättengewerbe bis hin zu Kulturveranstaltern, Künstlern und Musikern.

Hat die Coronapandemie die vorbereitenden Arbeiten verlangsamt bzw. ausgebremst?
Schnellbach: Tatsächlich hat die Coronapandemie einen größeren Einfluss auch auf unser Projekt, als wir anfangs dachten. Der Austausch mit den Partnern, den Multiplikatoren als auch Sponsoren und Ausstellern war gehemmt. Doch Not macht bekanntlich erfinderisch und daher haben wir 2021 mit BUGA 23: NETZWERK eine digitale Gesprächsreihe geschaffen. Auf diese Weise können wir uns trotz Social Distancing mit regionalen Businesspartnern weiter vernetzen und austauschen. Wenn es die Lage zugelassen hat, haben wir zudem Führungen über die Baustelle und das Gelände auf SPINELLI angeboten. Hier konnten wir unsere Planungen und Visionen vor Ort zum Leben erwecken und unsere Begeisterung mit allen teilen!

Wie kann Mannheim von längeren Aufenthalten der Besucher und Besucherinnen profitieren?
Schnellbach: Es wäre im Interesse von Mannheim und der gesamten Region, wenn es uns gemeinsam gelänge, die Besucherinnen und Besucher der BUGA für einen längeren Aufenthalt in der Region zu gewinnen. Wir rechnen mit 2,1 Millionen Besuchen insgesamt und haben uns das ambitionierte Ziel gesteckt, 170.000 Zwei-Tages-Tickets zu verkaufen. Zum Vergleich: Bei der mit 2,3 Millionen Gästen sehr erfolgreichen BUGA 2019 in Heilbronn betrug die Zahl nur 17.000. Eigentlich bieten die beiden BUGA 23-Gelände SPINELLI und Luisenpark mit ihren insgesamt mehr als 100 Hektar sowie das attraktive Veranstaltungsprogramm mit seinen (Abend-) Veranstaltungen ausreichend Gründe für einen längeren Aufenthalt. Hinzu kommen die kulturellen, kulinarischen und Shopping-Angebote der Region.
Um daraus ein rundes Gesamtpaket zu machen, erarbeiten wir gerade mit verschiedenen Interessenvertretungen – allen voran mit dem Stadtmarketing – konkrete Maßnahmen und Pakete. Das reicht von Gestaltungselementen über Marketingtools bis hin zu gemeinsamen Veranstaltungen für B2B und B2C. Wir halten es dabei für wichtig, den inhaltlichen roten Faden der Nachhaltigkeit zu betonen und entsprechend zu inszenieren. Gemeinsam können wir ein starkes Bild der Region malen. Oder anders ausgedrückt: Die BUGA 23 – das sind wir alle!

Die Fragen stellte Gabriele Booth.