Die MS Rheinau erhält eine Nachfolgerin

Ein neues Arbeitsschiff für den Hafen

Beim Ausbaggern des Rheinbettes im Einsatz: die heutige „MS Rheinau“ (r.), das Mehrzweckfahrzeug „Biber“ mit seinem leistungsfähigen Bagger und die „Andi“ im Hintergrund, die das Baggergut aufnimmt und abtransportiert
Für eine reibungslos funktionierende Infrastruktur im Mannheimer Häfen sorgen die „schwimmenden Geräte“. Die kleine Flotte erhält nun ein neues Mitglied.

VON KIRA HINDERFELD

Zu den wichtigsten Aufgaben der Staatlichen Rhein-Neckar-Hafengesellschaft Mannheim mbH (HGM) gehören die Planung, Bereitstellung und Instandhaltung einer reibungslos funktionierenden Infrastruktur, die sowohl der Binnenschifffahrt als auch der heimischen Wirtschaft zugutekommt.
Zur Infrastruktur zählen dabei nicht nur Hafenund Umschlagsanlagen wie Fahrrinnen, Brücken, Schleusen und Krane, sondern alles, was für einen geordneten Hafenbetrieb notwendig ist wie Uferböschungen und Kaimauern, Gleise und Straßen.
Auch dafür sind die „schwimmenden Geräte“ der HGM, wie man im Fachjargon die Schiffe,Boote, Schuten, Nachen und den Decksprahm nennt, verantwortlich. Sie sind der tägliche Arbeitsplatz für die Mannschaft der Abteilung Wasserbau der HGM. Und der Wasserbau hat gut zu tun, denn der Mannheimer Hafen ist einer der letzten deutschen Häfen, der seine gesamte Wasserfläche von 254 Hektar – fast ein Viertel des Areals mit 1.131 Hektar – völlig eigenständig unterhält: 14 Hafenbecken, fast 55 Kilometer Uferlänge mit 231.000 Quadratmetern und 18 laufende Kilometer Spundwand.
Eines der ältesten Schiffe der HGM, das Aufsichts- und Schleppboot „MS Rheinau“, das unter anderem für den Transport der Wasserbauer innerhalb der Mannheimer Häfen sorgt, stammt aus dem Jahr 1967. „Hier ist alles noch original, inklusive dem rüstigen Mercedes-Benz-Motor“, berichtet der Arbeitsgebietsleiter Wasserbau Jürgen Hans. Doch die Ersatzteile für ein so altes Boot zu besorgen, wird immer teurer und
schwieriger – ebenso das Aufspüren von Monteuren, die sich damit noch auskennen.

Die Verkehrssicherheit in den Mannheimer Häfen ist uns besonders
wichtig.
Roland Hörner, Hafendirektor Mannheim

Umbau bzw. Modernisierung sind leider keine gangbare Lösung, denn abgesehen von den hohen Kosten fehlt an Bord der Platz für Umbauten, die heutigen Vorschriften genügen. So soll die alte „Rheinau“ nun durch einen speziellen, 24 Meter langen und 5,5 Meter breiten Neubau ersetzt werden, der ab Ende 2021 seinen Dienst aufnehmen wird.
Jürgen Hans und seine Schiffsführer haben sehr genaue Vorstellungen von ihrem neuen Schiff. Es wird mit neuester Technik ausgestattet, was es deutlich sparsamer, komfortabler und billiger im Unterhalt macht und gleichzeitig die Einsatzmöglichkeiten deutlich erhöht: GPS, Peilsystem, Steuerstand mit Monitoren, Bugstrahlruder für größere Wendigkeit, drei Generatoren mit verschiedenen Leistungsstufen für jede Beanspruchung, ein eigener Kran u. v. m. bieten beste Voraussetzungen für weniger Spritverbrauch und einen geringeren Personalbedarf. Entsprechend groß ist die Vorfreude der Spezialisten der Abteilung Wasserbau auf ihr neues Arbeitsschiff.