Digitaler Service löst viele Probleme

An der Seite der Kunden

Über smarte Brillen unterstützen Bilfinger- Experten von außen Wartung und Reparaturen vor Ort.
Mit zahlreichen innovativen Ideen verbessern die Mannheimer Firmen ihren digitalen Service für den Kunden – in Zeiten von Corona, aber auch mit Blick auf die Zukunft.

VON DR. GABRIELE KOCH-WEITHOFER UND ULLA CRAMER

BILFINGER: Einstieg in die virtuelle Industrieanlage

Es ist keine einfache Situation für die Mannschaft vieler Industrieunternehmen in diesen Corona-Zeiten. Nur noch wenige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind vor Ort, Dienstleistern ist der Zutritt aufgrund der Covid-19-Pandemie teilweise komplett verwehrt. Was tun, wenn Wartungen anfallen oder Reparaturen nötig sind? Die Lösung: eine ARBrille. Mit ihrer Hilfe kann ein Kollege des Industriedienstleisters Bilfinger trotz einer
Entfernung von hunderten Kilometern die Anlage in Echtzeit sehen und telefonische Tipps geben. Über einen Bildschirm lassen sich zudem Informationen wie technische Daten in das Sichtfeld einblenden. Der kontaktierte Mitarbeiter hat die Hände frei und kann mithilfe der Hinweise Reparaturen oder Wartungen ausführen. „Mit AR-Brillen können wir Zeit sparen, Reisekosten senken und in der aktuellen Situation gesundheitliche Risiken mindern“, sagt Jörg Stieglitz, Rollout Manager Digital Solutions bei der Bilfinger Maintenance GmbH. „Je nach den individuellen Bedürfnissen der Kollegen oder Kunden stellen wir dafür die jeweils passende Hardund Software zur Verfügung.“

Dem Einsatz von Technologien wie den AR-Brillen oder dem Fern- zugriff auf die Steuerungssysteme der Anlagen gehört die Zukunft. Ihre Nutzung in der aktuellen Situation kann für unsere Kunden ein erster Schritt für den Einstieg in die virtuelle Industrieanlage werden.
Franz Braun, CEO Bilfinger Digital Next und Chief Digital Officer Bilfinger

Aus den vielfältigen Angeboten hat die Bilfinger Digital Next GmbH die am besten für den Industrieservice geeigneten AR-Brillen ausgewählt. Sie sind an die rauen Umgebungsbedingungen in der Prozessindustrie angepasst, wo selbst bei lauten Hintergrundgeräuschen die AR-Brillen noch durch Sprachsteuerung bedient werden müssen. Die Digitaltochter des Konzerns hat die Fernwartung per AR-Brille in den letzten Jahren für Bilfinger auf den Weg gebracht und erprobt. Nach der Übergabe an die Bilfinger Maintenance GmbH hat das Projekt nun seine Feuertaufe bei der Fernwartung im Instandhaltungsgeschäft bestanden und sich in Zeiten von Corona als perfektes Instrument erwiesen, um bei der Lösung der aktuellen Probleme zu helfen.
Und eine weitere Option für den Anlagenbetrieb mit reduziertem Personal hat Bilfinger entwickelt. Mit einer Virtual Private Network (VPN)-Verbindung können sich die Kunden in ihre Anlagensysteme einloggen, als ob sie selbst vor Ort wären. Die Bilfinger-Tochter GreyLogix richtet nicht nur den dafür nötigen direkten, verschlüsselten Zugriff auf die Systeme zur Steuerung und Überwachung von Produktionsanlagen ein, sondern führt fortlaufend auch die erforderlichen Sicherheits-Updates durch. „Dabei hilft uns die Erfahrung im Industrieservice sehr: Wir kennen die Anlagensysteme und Anforderungen unserer Kunden oft bereits seit vielen Jahren“, so Ingenieur Marvin Dunn. „Kein Kollege muss nun mehr eigens ins Werk geschickt werden, um Zugriff auf die Produktionssysteme zu erhalten.“

JOHN DEERE: Hilfe aus der Distanz

Die räumliche Distanz zum Kunden wahren: Dies ist in Corona-Zeiten höchstes Gebot – auch bei dem Landmaschinenhersteller John Deere, der in Mannheim nicht nur seine größte Fabrik außerhalb der USA unterhält. Von der Quadratestadt aus wird auch das Geschäft in der Region Europa und CIS (Nachfolgestaaten der Sowjetunion) koordiniert. Dass der Kontakt zum Kunden auch während der Pandemie aufrechtgehalten und sogar intensiviert werden kann, dafür sorgen die Telemetrie-Lösungen des Unternehmens, die unter der Bezeichnung Connected SupportTM zusammengefasst sind. Aus der Ferne können sich Servicetechniker in die Maschinen einwählen und dadurch mögliche Fehler rechtzeitig erkennen, Störungen beheben und den Fahrer bei der Einstellung der Maschine unterstützen. So werden Ausfälle vermieden – bei gebotenem Abstand.
Oftmals können Probleme direkt per Fernzugriff behoben werden. Sollte ein Software-Update erforderlich sein, ist dies ebenfalls online möglich. Steht dennoch eine Reparatur vor Ort an, kann diese in Absprache mit dem Kunden geplant werden. So werden Ausfallzeiten auf die eigentliche Reparatur reduziert und Kosten eingespart. Oftmals dreht es sich jedoch gar nicht um Defekte oder größere Störungen, sondern es sind Fehleinstellungen oder Bedienfehler, die den Einsatz der Maschinen beeinträchtigen. Diese kann der Vertriebsmitarbeiter ebenfalls online identifizieren, indem er sich vom Büro aus direkt auf eine Maschine aufschaltet. Schritt für Schritt geht er mit dem Fahrer die Einstellungen durch – ohne selbst mitzufahren.

Mit der digitalen Überwachung der Füllstände in Motorenöl-Tanks über einen Sensor bietet FUCHS seinen Kunden einen neuen Service.

Sogar Prognosen von möglichen Reparaturen sowie technischen und leistungsbezogenen Problemen an der Maschine sind inzwischen möglich: Das Expert Alerts-System (Expertenwarnung) analysiert historische und anonymisierte Maschinendaten sowie Algorithmen zur Fehlererkennung und Maschinenoptimierung und leitet sie als Warnung an den zuständigen Landmaschinenhändler weiter. Der Monteur kann dann den Kunden kontaktieren und zum Beispiel Teile austauschen, bevor sie defekt sind oder Folgeschäden anrichten.
In der Europaregion sind heute ca. 50.000 John Deere-Maschinen online angebunden. Die Zugriffe sind in der Corona-Krise deutlich nach oben geschnellt. Doch bei John Deere ist man sicher: Die Connected Support-Lösungen werden sich auch nach der Pandemie zu einem festen Bestandteil im Maschinenservice entwickeln.


MVV: E.forum goes online

In seinen Kundenzentren MVV E.forum im MVV-Hochhaus am Luisenring sowie in der MVV-Nachbarschaftsoase im Stadtquartier Franklin beraten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Energieunternehmens Interessenten und Kunden persönlich zu allen Fragen rund um die Themen Energie, Wasser und Elektromobilität. Mit seinem virtuellen E.forum hat MVV in Corona-Zeiten eine neue, zusätzliche Anlaufstelle geschaffen.

Neben einer persönlichen Beratung, unter anderem in der MVV-Nachbarschaftsoase im Stadtquartier Franklin, unterstützt MVV seine Kunden jetzt auch im virtuellen E.forum.

Und es lohnt durchaus, dort vorbeizuschauen – zum Beispiel, um sich über die Produktpalette der MVV rund um die Solarenergie, Speicheroptionen und Lademöglichkeiten sowie die vielfältigen Dienstleistungen zu informieren. Außerdem werden regelmäßig kostenlose Web-Seminare angeboten – unter anderem zu Elektromobilität, zu dem Dienstleistungsportal MVV Machma und zu der klimafreundlichen Fernwärme. Darüber hinaus lädt MVV einmal im Monat zum „Talk im E.forum“ ein. Johan Holten, Leiter der Kunsthalle, Trainer Pavel Gross und Geschäftsführer Matthias Binder von den Adlern Mannheim sowie Hürdenläuferin Ricarda Lobe und MTG-Vorstand Rüdiger Harksen wurden in dieser kleinen Serie bereits von Moderator Ralph Kühnl interviewt. Ein besonderer Service: Wer Fragen an die Stars hat, kann diese vorher einreichen. Sie werden gerne beantwortet.

Mehr im Internet: Besuchen Sie das virtuelle E.forum der MVV

FUCHS: SmartLevel – Tanks digital überwachen

„Der Füllstand von Motorenöl-Tanks wird sehr häufig manuell abgelesen – was in vielen Werkstätten nur sehr unregelmäßig erfolgt oder sogar ganz vergessen wird. Die Folge: Von jetzt auf gleich steht man ohne Motorenöl da“, weiß Henrich Vogel, Key Account Manager im Bereich Automotive Aftermarket bei FUCHS. „Da hat unsere Tochtergesellschaft inoviga, ein Think-Tank für Digitalisierungsprojekte, mit dem intelligenten Tankmanagementsystem SmartLevel wirklich ein tolles Produkt für unseren Kundendienst entwickelt.“ Und so funktioniert das Ganze: Wenn der Füllstand im Tank ein bestimmtes Level erreicht und die vorher definierten Meldebestände unterschritten hat, sendet der neu eingebaute Füllstandssensor eine E-Mail an den Ansprechpartner bei FUCHS. Dieser organisiert dann die Nachlieferung, die das FUCHS ERP-System durch einen Liefertermin beim Kunden bestätigt. Auch Verbrauchsund Prognosewerte ermittelt der Sensor. „Mit dieser digital gestützten Lösung stellen wir sicher, dass unsere Kunden stets mit dem richtigen Öl versorgt sind und ersparen ihm eine Menge Arbeit und Ärger“, berichtet Vogel.

Mit der digitalen Überwachung der Füllstände in Motoren- öl-Tanks über einen Sensor bietet FUCHS seinen Kunden einen neuen Service.

Bei FUCHS SCHMIERSTOFFE in Mannheim ist die Anfang 2018 mit einem Pilotprojekt gestartete Tanktelemetrie inzwischen ein Standardangebot und birgt durchaus noch weiteres Potenzial: Während derzeit die automatische Bestellung per Sensor noch über den Kundendienst organisiert wird, soll diese in Zukunft über die FUCHS Online-Shops erfolgen, die sich derzeit im Aufbau befinden. Erste Tests laufen bereits.
Über die von UEBERBIT entwickelte Mitarbeiter-App können Unternehmen ihre Belegschaft über aktuelle Entwicklungen informieren.

UEBERBIT: Mit der News-App stets auf dem Laufenden

In Krisenzeiten sind Menschen verunsichert. Die Lage entwickelt sich dynamisch, Neuigkeiten überschlagen sich. Doch welcher Information soll man glauben? Welche betrifft mich? Was kann, soll, darf ich noch tun oder sollte ich besser bleiben lassen? Verlässliche Nachrichten, die einen unmittelbar betreffen, sind da mehr als willkommen.
Um Unternehmen die Möglichkeit zu geben, ihre Belegschaft über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten, hat UEBERBIT eine News-App entwickelt. Mit dieser mobilen Anwendung können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktuelle Informationen, Daten und Nachrichten über ihr eigenes Smartphone empfangen. Damit erreichen die Unternehmen auch die Beschäftigten ohne eigenen Bildschirmarbeitsplatz. Eilmeldungen lassen sich – um eine maximale Aufmerksamkeit zu erreichen – als sogenannte PushNachricht direkt auf den Startbildschirm des Smartphones bringen. Für die Verfasser der Unternehmens-Informationen steht dafür ein selbsterklärendes Redaktionssystem zur Verfügung. Natürlich erscheint die App gemäß der jeweiligen Corporate Design-Vorgaben.
UEBERBIT im Mannheimer Hafen gibt es nun schon seit fast 25 Jahren. Seit 1996 entwickelt das Unternehmen Anwendungen für alle digitalen Kanäle, bietet webbasierte Lösungen für Corporate Websites, Social Intranets, E-Commerce und Custom Applications.

Über die von UEBERBIT entwickelte Mitarbeiter-App können Unternehmen ihre Belegschaft über aktuelle Entwicklungen informieren.

Die inhabergeführte Technologieund Beratungsagentur betreut große und mittelständische Kunden aus allen Branchen in ganz Deutschland. UEBERBIT ist vom Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) als „Trusted Agency“ zertifiziert. Neben der Zentrale in Mannheim hat der Digitaldienstleister auch Büros in Berlin und Stralsund. UEBERBIT zählt derzeit 36 Beschäftigte, 32 davon arbeiten in der Rheinvorlandstraße.

INTER VERSICHERUNGSGRUPPE: Virtuelle Ansprechpartner

Welche Möglichkeiten digitale Medien bieten, zeigt sich in der Krise ganz besonders. Jetzt, da „Abstand halten“ angesagt ist, schlägt die Stunde eines perfekten Zusammenspiels im Netz – distanziert, aber nicht minder intensiv.
Kontaktlos in Kontakt bleiben: Ein personalisierter Kunden-Zugang via App oder Kundenportal macht’s möglich. Arztrechnungen oder Rezepte einreichen, den eigenen Impfpass verwalten oder eine Schadensmeldung aufgeben: Die neue Kunden-App „Meine INTER“ der Versicherungsgruppe mit Sitz in Mannheim bündelt viele Self-Service-Funktionen. Für registrierte Kunden ist der Datentransfer zur Versicherung sicher, schnell und unkompliziert: Einfach Belege sammeln, abfotografieren und versenden. Mit dem integrierten Messenger können Kunden per Chat Kontakt zum Service-Center des Versicherers aufnehmen, beispielsweise um einen Schaden zu melden oder eine Vertragsänderung zu beantragen. Und per Push-Nachricht kann sich ein Nutzer an wichtige Termine, wie etwa eine Impfung, erinnern lassen.
Neben der App steht Kunden auch ein neues digitales Kundenportal offen. Hier gewinnt ein angemeldeter Nutzer mit nur wenigen Klicks einen Überblick über die eigenen Versicherungsdaten und aktuelle Leistungsabrechnungen. Außerdem können Bescheinigungen, beispielsweise für den Arbeitgeber oder das Finanzamt, direkt angefordert werden.
Die INTER Versicherungsgruppe zählt zu den großen Arbeitgebern der Region. Aktuell beschäftigt sie rund 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, über 1.000 davon in Mannheim.
Mit Trainingsvideos zur Instandhaltung von MWM-Stromaggregaten leistet Caterpillar Energy Solutions seinen Kunden wertvolle Hilfe.

CATERPILLAR: Filmpreis für Service-Videos

Auch für Schulungszwecke eignet sich das Internet perfekt. Das weiß auch der Mannheimer Hersteller von Gasaggregaten Caterpillar Energy Solutions, der für seine Trainingsvideos den „intermedia-globe Silver Award“ des WorldMediaFestivals gewonnen hat. Bei diesem internationalen Wettbewerb werden jährlich herausragende Produktionen aus den Bereichen Corporate Film, Web, Television und Print-Produktionen ausgezeichnet.
Der Preis ging an die ersten beiden Folgen der Videoserie „Durchdacht gemacht“. Die Serie wurde unter Leitung von Frank Fuhrmann, bei Caterpillar Energy Solutions zuständig für Public Relations und Online-Marketing, produziert und mit der Mannheimer Eventund Filmagentur Motionplan realisiert. Gedreht wurde im MWM Service-Center in Mannheim. Trainer Alexander Klotz vom Training-Center Service gibt dabei Tipps und Anleitungen zur Instandhaltung von MWMStromaggregaten. In der ersten Folge dreht sich alles um den Zündkerzenwechsel, in der zweiten um die Einstellung des Ventilspiels.

Mit Trainingsvideos zur Instandhaltung von MWM-Stromaggregaten leistet Caterpillar Energy Solutions seinen Kunden wertvolle Hilfe.

Vertont sind die Videos in Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Russisch und Chinesisch. Zu sehen sind sie auf dem MWM YouTube-Kanal „mwmgenset“. Und sie kommen gut an, wie Kommentare zeigen. Weitere Tutorial-Videos sind in Vorbereitung. Zwei bis drei pro Jahr sollen realisiert werden. Zusätzlich wird es auch eine Plattform für Online-Training geben.
Caterpillar Energy Solutions bietet unter seiner Produktmarke MWM Gasmotoren, Komplettanlagen und Container für die KraftWärme-Kopplung (KWK) an. Mannheim ist wichtiger Produktionsund Forschungsstandort. Beschäftigt sind hier derzeit rund 1.000 Menschen.

Mehr im Internet: Werfen Sie einen Blick auf die Videoserie „Durchdacht gemacht“! Es lohnt sich.

PFITZENMEIER: Wenn der Trainer ins Wohnzimmer kommt

Wir haben in der Corona-Krise das Kursangebot über unsere App in die Wohnzimmer unserer Mitglieder gebracht.
Werner Pfitzenmeier, Gründer der Pfitzenmeier-Gruppe

Es war eine Mega-Party: Rund 15.000 Gäste feierten Ende Januar und Anfang Februar 2020 auf sechs Events die Neueröffnung des Pfitzenmeier Premium Resorts Mannheim City Airport, das in einem 19-monatigen Umbau von 2.900 auf rund 8.000 Quadratmeter Nutzfläche erweitert worden war. „Wir hatten alle Fitnessgeräte neu angeschafft, unser AquaDome zum größten in der gesamten Pfitzenmeier-Gruppe ausgebaut, ganz zu schweigen von unserer sagenhaften 900-Quadratmeter-Dachterrasse“, schwärmt Haki Kadria, der nach 20 Jahren als Geschäftsleiter wieder in das Resort zurückgekehrt ist, in dem er im Jahr 2000 nach dessen Eröffnung als Sportlicher Leiter begann.

Wir haben in der Corona-Krise das Kursangebot über unsere App in die Wohnzimmer unserer Mitglieder gebracht.
Werner Pfitzenmeier, Gründer der Pfitzenmeier-Gruppe

„Acht Millionen Euro hat Pfitzenmeier hier investiert, jedes Detail erschien perfekt – und dann war Mitte März alles vorbei.“ Doch die Unternehmensgruppe mit rund 50 Studios verzweifelte nicht. In nur wenigen Tagen entwickelte sie ein neues Geschäftsmodell, bei dem Mannheim eine zentrale Rolle spielte. „In zwei Räumen in unserem Resort startete die Aufnahme und Live-Übertragung unserer Kurse über unsere Pfitzenmeier-App“, berichtet der DiplomSportlehrer. „Später haben wir dann in all unseren Räumlichkeiten Videokameras installiert und unsere Kurse in die Wohnzimmer unserer Mitglieder gestreamt. Beim Kurs seines Lieblingstrainers live oder zu einem späteren Zeitpunkt dabei zu sein: Das war für unsere Mitglieder in Zeiten des ersten Lockdowns und auch bei späteren Schließungen ein echtes Highlight – und auch für uns eine Win-win-Situation, denn so vermieden wir Kündigungen durch unsere Mitglieder und keiner unserer rund 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Mannheim verlor seinen Job.“


Selbst als wieder rund 20 Teilnehmer zugelassen waren, wurden die ca. 110 Kurse in Mannheim weiter gestreamt und bleiben 24 Stunden im Netz. „Die App zeigt zudem, wieviele ClubMitglieder zu einem Kurs zugelassen sind und wieviele sich schon angemeldet haben“, erklärt Kadria. „Wer zu spät ist für eine Live-Anmeldung, kann so zumindest virtuell dabei sein. Falls die generelle Zahl der Besucher in jedem Club limitiert ist, lohnt sich ebenfalls ein Blick in die App. Wenn beispielsweise das Resort am Mannheimer Airport schon dicht ist, gibt es vielleicht noch freie Plätze in einem benachbarten Club.“

Personal Trainerin Sarah achtet auf den Abstand bei den Sportgeräten im Pfitzenmeier Resort – und unterstützt ihren Chef Haki Kadria beim Streaming der Kurse.

Für die Zukunft plant Pfitzenmeier seine neu gewonnene Expertise einzusetzen, um Kurse professionell zu filmen und die so entstandenen Videos den Mitgliedern anzubieten. „Pfitzenmeier hat eine Menge Geld für dieses Angebot in die Hand genommen“, weiß Kadria. „Dieses Equipment und dieses Know-how werden wir weiter nutzen, um einen Mehrwert für unsere Mitglieder zu schaffen, auch wenn wir unsere Kurse – hoffentlich bald – wieder mit der vollen Teilnehmerzahl live durchführen können.“

MANNHEIMER VERSICHERUNG: Gegen Risiken im Web

Die digitale Welt der schier unbegrenzten Möglichkeiten hat auch ihre Schattenseiten: Je mehr das Internet zur „Lebensader“ für Geschäftsabschlüsse, Kundenkontakte und grenzenloses Teamwork wird, desto attraktiver wird es auch für Kriminelle, Hacker und Spione.
Ein gedankenloser Klick auf den E-Mail-Anhang eines unbekannten Absenders – und nichts geht mehr. Über 70 Prozent der erfolgreichen Hacker-Angriffe gelangen durch E-Mails in IT-Systeme, berichtete der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft 2019. Bei 60 Prozent der betroffenen Unternehmen wurden Abläufe unterbrochen, standen Maschinen still. Mit einer speziellen Cyberversicherung bietet die Mannhei
mer Versicherung besonders kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) Hilfe an. Voraussetzung ist, dass die Firmen grundlegende Sicherheitsstandards wie eine Firewall oder eine wöchentliche Datensicherung eingehalten haben. Die Mannheimer versichert nicht nur entstehende Schäden oder berechtigte Schadensersatzforderungen Dritter, sie unterstützt auch mit Soforthilfe und Krisenmanagement. Experten versuchen beispielsweise, die Ausbreitung des Virus zu stoppen, Systeme wieder zum Laufen zu bringen oder Daten zu retten.1879 als Transportversicherer gegründet, ist die Mannheimer Versicherung heute in nahezu allen Zweigen der Schadenund Unfallversicherung unterwegs. Bekannt ist sie für ihre Spezialkonzepte für Zielgruppen wie Musiker, Galeristen und Juweliere (siehe auch Seite 73). Seit 2012 ist sie Teil des Continentale Versicherungsverbunds. 2020 beschäftigte sie rund 650 Mitarbeitende.

ALPENSPED: Digital, grün und innovativ

Die Einführung des Homeoffice, die Intensivierung von Weiterbildung durch Webinare, die stärkere Nutzung des unternehmenseigenen Intranets, aber auch der Möglichkeiten des Online-Marketings: Der Baustein „digital“
in der Alpensped-Firmenstrategie „Digital, grün und innovativ“ stand angesichts der Corona-Krise in den letzten Monaten ganz oben auf der Agenda. Doch nun möchte Christian Faggin, Geschäftsführer des Mannheimer Logistikdienstleisters, auch den Umweltaspekt wieder mehr in den Vordergrund stellen. „Diese Wirtschaftskrise darf nicht dazu führen, unsere Umweltund Klimaziele zur Seite zu schieben. Der Weg darf nicht wieder
zurückführen, das können wir uns nicht leisten“, ist seine feste Überzeugung. „Im Gegenteil, wir müssen diese Situation nutzen, die Wirtschaft anders – nachhaltiger – wieder aufzubauen, und da möchte Alpensped weiterhin Vorreiter sein.“

Die Nachhaltigkeit seines Unternehmens hat bei Christian Faggin, Geschäftsführer der Spedition Alpensped, hohe Priorität.

Schon seit zehn Jahren engagiert sich das mittelständische Familienunternehmen insbesondere beim Klimaschutz und wurde dafür im Herbst 2020 mit dem Umweltund Nachhaltigkeitspreis 2020 des Unternehmensnetzwerks B.A.U.M. ausgezeichnet. Eines der wichtigsten Ziele ist es, 2025 klimaneutral zu sein. „In unserer Verwaltung haben wir das seit 2011 schon erreicht – aber im Transportbereich fehlen bisher einfach noch die technischen Möglichkeiten“, weiß Faggin.
Neben der Reduktion von Emissionen, beispielsweise durch den Einsatz von gasbetriebenen Lkw oder der Nutzung der Bahn, kompensiert Alpensped einen Teil des selbst verursachten CO2-Fußabdrucks durch die Unterstützung von zertifizierten Klimaschutzprojekten. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich aktuell für eine Initiative in Kenia entschieden. Dort wird dank lokal produzierter Kocher aus Ton nun weniger Holz verfeuert, was dem Regenwald zugutekommt“, so der Unternehmer. Seit September 2020 holt Alpensped bei seinem Einsatz für den Klimaschutz auch die Kunden ins Boot. „Unter der Bezeichnung ‚klimaneutraler Transport‘ haben wir im Herbst 2020 unsere neue Initiative 50/50 gestartet. Wenn unsere Kunden bereit sind, 50 Prozent der verursachten CO2-Emissionen eines Transports durch die Unterstützung unseres Klimaschutzprojekts zu kompensieren, packen wir die restliche Hälfte noch oben drauf. Bei unseren Auftraggebern kommt dies bisher sehr gut an und ich glaube, wir haben hier einen guten, zukunftsweisenden Weg eingeschlagen.“