Feel-Good-Managerin Rafaela Schmitt

Gutes Miteinander schaffen

Feel-Good-Managerin Rafaela Schmitt kümmert sich beim privaten Mannheimer Seniorendienstleister avendi um die Mitarbeitenden in den Pflegeeinrichtungen.

VON GESINE MILLHOFF

Was eine Feel-Good-Managerin eigentlich genau macht – das wird Rafaela Schmitt oft gefragt. „Ich fördere die Zufriedenheit und das Wohlbefinden der Beschäftigten bei ihrer Arbeit“, bringt es die 36-Jährige auf den Punkt. In ihrem Fokus steht das Personal in den Pflegeeinrichtungen der avendi Senioren Service GmbH & Co. KG. Sie ist Teil der DIRINGER & SCHEIDEL-Unternehmensgruppe. Für Schmitt gilt es herauszufinden, was Mitarbeiter und Führungskräfte bewegt, welche Wünsche sie haben und wo sie Probleme sehen. „Im direkten Dialog mit ihnen mache ich mir ein Bild von der Situation, dann plane ich weitere Maßnahmen wie Sitzungen, Coachings oder Seminare zur Entwicklung von Führungskräfteteams.“

Wir haben erkannt, dass man viel mehr für seine Mitarbeitenden tun muss: Sie einzubinden und mitzunehmen – dafür steht das Feel-Good- Management.
Achim Ihrig avendi-Geschäftsführer

Seit März 2018 bildet Rafaela Schmitt die neutrale Verbindungsstelle zwischen der avendi-Hauptverwaltung in Mannheim und den knapp 1.600 Mitarbeitenden der 19 vollstationären Einrichtungen sowie fünf ambulanten Pflegeund Betreuungsdiensten des Unternehmens im gesamten Bundesgebiet. „Ziel ist es, die Prozesse leichter und klarer zu gestalten, den Informationsfluss zu sichern sowie ein respektvolles Miteinander zu gewährleisten“, erklärt die Feel-Good-Managerin. Und avendiGeschäftsführer Achim Ihrig betont: „Ich sehe darin einen zukunftsweisenden Schritt, die Arbeitswelt von heute und morgen neu zu denken.“
In der pflegerischen Arbeit wiegen nach Schmitts Erfahrung die psychischen Belastungen oft stärker als die körperlichen – und das obwohl das Heben der Bewohner oder auch die Wechselschichten sehr anstrengend sind. Bedrückend sei es häufig für das Personal, zu wenig Zeit für die „Beziehungspflege“ zu haben. „Den eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden zu können, ist für viele Pflegende auf die Dauer frustrierend.“ Die eigene Erwartungshaltung herunterzuschrauben, müsse da genauso gelernt werden wie aus Selbstfürsorge auch einmal „Nein“ zu sagen.
Eine weitere Herausforderung für alle Mitarbeiter stellt die Corona-Krise dar. Gerade anfangs herrschte ein Gefühl der Angst vor der unbekannten Situation. „Angst, zur Gefahr für die eigene Familie zu werden oder auch geliebte Heimbewohner oder -bewohnerinnen durch eine Infektion mit dem Virus zu verlieren“, berichtet Schmitt.
Die Feel-Good-Managerin fungiert als Vertrauensperson, Coach, Konfliktberaterin und Kommunikationstrainerin zugleich. Sie fördert den Informationsaustausch und hört zu, wenn es Probleme gibt. Das rät sie allen Arbeitgebern, nicht nur in der Pflegebranche: Doppelt so viel zuzuhören wie zu reden, sei gerade in Zeiten des Fachkräftemangels wichtiger als je zuvor. „Vorgesetzte sollten nachfragen, wie es den Mitarbeitern geht, umgekehrt sollten die Pflegenden aber auch den Mut haben, Belastendes anzusprechen.“

ZUR PERSON
Rafaela Schmitt hat Erziehungswissenschaft und Evangelische Theologie in Heidelberg studiert und ein Psychologie-Studienjahr im spanischen Valencia absolviert. Nach einer anschließenden Lehrerausbildung machte sie 2017 den Master zum Thema „Emotionale Intelligenz“ an der Universität Valencia. Nach kurzer selbstständiger Tätigkeit als Entwicklungscoach kehrte sie 2018 in die Region zurück, um die Stelle als Feel-Good-Managerin bei avendi in Mannheim anzutreten.