Hometown Glory Store

Startrampe für Mannheimer Marken

Izabella Stadler präsentiert im Hometown Glory Store in Q 6 Q 7 ihre Modekollektionen.
Foto: Thomas Tröster

Im Hometown Glory Store im Quartier Q 6 Q 7 in der Mannheimer City präsentieren rund 20 Mannheimer Start-ups ihre Marken aus den Bereichen ­Fashion, Accessoires, Schmuck, Interior Design, Kunst und Kulinarik.

Von Ulla Cramer

Fast Fashion“ ist nicht das Ding von Izabella Stadler, Gründerin von Belle Ikat, einem Label für handgefertigte und nachhaltig produzierte Mode. „Für mich ist Mode nicht nur Kleidung, sie ist eine Form der Kunst und eine Möglichkeit, kulturelle Geschichten zu erzählen“, berichtet die Unternehmerin, die in Armenien geboren ist, als Model in Israel arbeitete, nach ihrem Abi­tur in Deutschland Touristik-Betriebswirtschaftslehre in Worms studierte und blieb.

„Jedes Kleidungsstück soll es unseren Kundinnen ermöglichen, in andere Kulturen einzutauchen, ohne selbst dorthin reisen zu müssen.“ Seit der Gründung von Belle Ikat im Jahr 2018 präsentiert ihre Kollektion Modelle aus Usbekistan, der Ukraine und Armenien. Doch dabei soll es nicht bleiben. Auch in Peru und Marokko hat sie bereits erste Kontakte zu kleinen Manufakturen aufgebaut. Farbenfrohe Kleider, Blusen, Röcke und Hosen mit lockeren Schnitten im Boho-Stil prägen die von ihr entworfene Mode. Nach ihrem beruflichen Start im Mannheimer Existenzgründungszentrum Textilerei hat sie nun ein kleines Geschäft und ein Atelier in der Schwetzinger Straße 72 und verkauft ihre Kollektion auch in mehreren Geschäften in München, Düsseldorf und der Schweiz sowie online.

Den größten Umsatz macht sie jedoch im Hometown Glory Store im Quartier Q 6 Q 7
­in der Mannheimer Innenstadt. „Nico Hoffmeister hat mich in dieses Konzept eingebunden“, sagt Stadler. Hoffmeister ist Community Manager von Next Mannheim, der Dachmarke der acht Mannheimer Existenzgründungszentren und Leiter der Textilerei, Existenzgründungszentrum für Mode-, Textil- und Lifestyle-Start-ups: „Das war ein bedeutender Schritt für unser Unternehmen und hat uns die Möglichkeit gegeben, unsere Botschaft über kulturelle Vielfalt und Handwerkskunst einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.“

Entwickelt hat Nico Hoffmeister die Idee, in Q 6 Q 7 kreativen Start-ups Flächen für die Einrichtung von Pop-up-Stores zur Verfügung zu stellen, gemeinsam mit Hendrik Hoffmann, Quartiermanager von Q 6 Q 7 und Geschäftsführer der CRM-Center & Retail Management GmbH, in der die Einzelhandelsaktivitäten der Diringer & Scheidel Unternehmensgruppe zusammengefasst sind. Im Jahr 2017, zum 1. Geburtstag des Quartiers, wurde der Plan umgesetzt. Seit 2021 gibt es den Hometown Glory Store, der inzwischen eine feste Größe in Q 6 Q 7 ist.

Der Ansatz des Hometown Glory Stores bietet Start-ups dabei nicht nur die Chance, ihre Produkte zu verkaufen, sondern vermittelt den jungen Unternehmerinnen und Unternehmern auch Kenntnisse am Point-of-Sale, sind sie doch verpflichtet, regelmäßig selbst vor Ort präsent zu sein. Izabella Stadler beispielsweise übernimmt regel­mäßig die Schicht am Freitagnachmittag. Stolz sind Hoffmann und Hoffmeister zudem auf den Erfolg der Marken, die in den Pop-up-Stores des Quartiers ihre ersten Gehversuche machten. „Das Schmuckgeschäft Kalaika beispielsweise hat nun schon seit mehreren Jah­ren einen eigenen regulären Shop in Q 6 Q 7 und braucht unsere Unterstützung nicht mehr“, sagt Quartiermanager Hoffmann.

Der Pop-up-Store hat ein breites Sortiment Mannheimer Marken im Angebot.
Foto: Thomas Tröster