
Foto: Leonardo
Ein traditionsreiches Haus erstrahlt wieder in neuem Glanz – und neue Hotels sind im Bau. Die Hotellandschaft in Mannheim ist in Bewegung.
Von Ulla Cramer
Am 27. März 2025 feierte das Hotel „Mannheimer Hof“ seine Wiedereröffnung – schillernd und glamourös wie einst in den 1920er-Jahren, als das traditionsreiche Haus eröffnet wurde. Songs aus dieser Zeit, eine Burlesque-Show und gleich zwei Charlie Chaplin-Darsteller versetzten die zahlreichen Gäste in die „Roaring Twenties“, und sie nutzten die Gelegenheit, sich auch bei ihrem eigenen Outfit an diese „goldene“ Zeit anzupassen.
Mit einer kompletten Renovierung und der Renaissance des „alten“ Namens „Mannheimer Hof“ will das Hotel nun wieder an die alten, glorreichen Zeiten anknüpfen, als das Haus das zweite Wohnzimmer der Mannheimer war, so Hoteldirektorin Sejida Zekotic. Alle 192 Zimmer und Suiten und die Lobby wurden neu gestaltet – meist im Stil der 1920er-Jahre. Mitten ins Foyer gerückt wurde die Bar, die mit ihrem Namen „Joy“ an die Mannheimer Sängerin Joy Fleming erinnert und nun zum zentralen Treffpunkt Mannheims und der Stadtgesellschaft werden soll.
1927 wurde der heutige „Mannheimer Hof“ als „Palasthotel“ im Stil der Neuen Sachlichkeit durch die Düsseldorfer Architekten Fritz Becker und Erich Kutzner errichtet und von der Stadt Mannheim – allerdings mit hohen Verlusten – bis zum 2. Weltkrieg betrieben. Von den US-Amerikanern beschlagnahmt und als „Truman Hotel“ weitergeführt, ging das Haus 1955 an den Steigenberger Konzern, der es in „Mannheimer Hof“ umbenannte. Nach mehreren Besitzerwechseln übernahm 2014 die Leonardo-Gruppe das Haus und änderte den Namen in „Leonardo Royal“.
Rund zehn Millionen Euro investierte der Konzern, der in Europa und Israel über 300 Hotels in mehr als 20 Ländern betreibt, nun in die Modernisierung und Sanierung und nahm den Mannheimer Standort in die „Leonardo Limited Edition“ auf, eine neue exklusive Marke des Unternehmens für individuellere Häuser, die mit „The Nikolai“ in einem ehemaligen Kontorhaus in Hamburg, dem „Badischen Hof“ in Baden-Baden und „The Posthouse“ am Potsdamer Platz in Berlin in Deutschland nur vier Mal vertreten ist.
Doch es tut sich noch mehr in der Mannheimer Hotellerie: Nach einer langen Durststrecke scheint auch für das „York“-Hochhaus in der Gottlieb-Daimler-Straße, in dem viele Jahre lang die Verwaltung des Kühlräumeherstellers BBC-York ihren Sitz hatte, eine Lösung gefunden. Die K1 Holding, die in Mannheim das K1 Carrée entwickelt hat und gerade das Projekt „The Six“ in O6 gebaut hat, kaufte die Bauruine 2022 – von Investoren in Aserbaidschan, die ihre Pläne für ein 5-Sterne-Hotel dort nicht realisieren konnten. Mit einer Investitionssumme von fast 40 Millionen Euro sollen hier auf einer Fläche von insgesamt 10.000 Quadratmetern für den neuen Betreiber Marriott zwei Konzepte umgesetzt werden: Es entstehen ein „Marriott Residence Inn“ mit Service-Apartments für Langzeitaufenthalte mit Küche und Wohnbereich sowie ein „Marriott Courtyard“ mit Hotelzimmern im 4-Sterne-Segment.
2024 zählte Mannheim 1,68 Millionen Übernachtungen und konnte damit seine Attraktivität nach dem starken BUGA-Jahr 2023 mit 1,8 Millionen Übernachtungen fast halten. 2022 hatte die Zahl bei 1,5 Millionen Übernachtungen gelegen.
