HTS-Campus

Büros für die Arbeitswelt 4.0

Seit November 2024 hat die Mannheimer Siemens-Niederlassung ihren Sitz in der Hans-Thoma-Straße. Foto: Siemens

Es ist ein Hotspot für New-Work-Konzepte: das Gewerbegebiet HTS-Campus in Mannheim-Neuostheim.

Von Ulla Cramer

Vier prägnante Gebäuderiegel in Sichtbeton mit bodentiefen Fenstern, welche durch einen gläsernen „Connector“ verbunden werden: Das ist das neue Büroquartier Connect4 in der Hans-Thoma-­
Straße 8 in Mannheim-Neuostheim. Ankermieter mit einer Fläche von fast 10.000 Quadratmetern ist Siemens, nach dessen Bedürfnissen und Vorgaben der Viernheimer Projektentwickler Adler Immobilien Investment das Projekt plante und baute. Für den Technologiekonzern, der von der ­Dynamostraße 4 nach Mannheim-Neuostheim umzog, war neben der günstigen Verkehrsanbindung und der Nähe zur Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mannheim vor allem der CO2-neutrale Gebäudebetrieb ein wichtiges Argument für den Standortwechsel – unterstützt dieser den Technologiekonzern doch bei dem Ziel, bis 2030 klimaneutral zu sein. Auch eigene Produkte von Siemens kommen hier zum Einsatz. Sensorik-­Systeme und digitale Gebäudeservices, die in der globalen Gebäudemanagementplattform­ ­Building X zusammengefasst werden, tragen dazu bei, die Gebäudeinfrastruktur so effizient wie möglich zu nutzen und hohe energetische sowie wirtschaftliche Einsparungen zu generieren.

Die Mannheimer Niederlassung von Siemens vertreibt Produkte, Systeme, Lösungen und Services für die Bereiche Digital Industries (Automatisierung, Antriebstechnik, Digitalisierung) sowie von Smart Infrastructure (Gebäudeautomatisierung, Sicherheits- und Installationstechnik). Die Niederlassung ist zuständig für das gesamte Gebiet der Metropolregion Rhein-Neckar und beschäftigt rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zu den wichtigsten Kunden gehören MVV, Roche, KSB, BASF, das Grosskraftwerk Mannheim sowie die Universitätsmedizin Mannheim und die Pfalzwerke. Auch die Siemens-Tochter Siemens Healthineers, Spezialist für Medizintechnik, hat in dem neuen Gebäude ihren Sitz.

Nur wenige Schritte entfernt, in der Hans-Thoma-Straße 2, feierte Adler Immobilien Investment im Mai 2025 das Richtfest eines weiteren Bürogebäudes. Artem umfasst rund 3.720 Quadratmeter Mietfläche auf vier Etagen und hat bereits vor der im 1. Quartal 2026 geplanten Fertigstellung drei namhafte Mieter an Bord: die Kanzlei Pabst Lorenz + Partner, die bkb Steuerberatungsgesellschaft und den Personaldienstleister acordiz, die insgesamt bereits knapp 3.000 Quadratmeter der Mietfläche belegen.

Und der Viernheimer Projektentwickler hat schon weitere Pläne. Inmitten des HTS-Campus, an der Seckenheimer Landstraße 210–220 in Mannheim, soll die Zukunft des Gewerbestandorts fortgeschrieben werden: Der Acreo Gewerbepark mit einer Grundstücksfläche von 24.000 Quadratmetern wird in den kommenden Jahren umfassend neu strukturiert und modernisiert. Im Fokus steht der sukzessive Rückbau veralteter Gebäudeteile sowie die Entwicklung hochwertiger, zeitgemäßer Büroimmobilien. Das zentrale Bestandsgebäude im Herzen des Areals, in dem mehrere Jahre das Privatgymnasium Mannheim seinen Sitz hatte, wird umfassend revitalisiert und unter anderem langfristig an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) vermietet.

Neben der Revitalisierung schafft Adler auch Platz für Neues: Auf einer Fläche von rund 10.000 Quadratmetern steht kurzfristig entwickelbares Bauland zur Verfügung – ideal für moderne Büroprojekte mit höchsten technischen Standards. Ziel ist es, den Gewerbepark etappenweise an die Anforderungen moderner Arbeitswelten und ESG-Kriterien anzupassen und gleichzeitig flexibel auf zukünftige Nutzungsformen zu reagieren.

Seit Sommer 2025 bezogen ist die neue Büroanlage Greensite in der Hans-Thoma-Straße 22–24. Die insgesamt rund 6.500 Quadratmeter Bürofläche in den beiden 4-geschossigen Gebäuden sind komplett vermietet. Zu den Nutzern des Hauses 2 zählen das Hopp Family Office, die Geschäftsstelle des Eishockey Clubs Adler Mannheim und die Starvert Energy GmbH, die Solarparks entwickelt und betreibt. In Haus 1 haben unter anderem die M&P Mannheim, ein Anbieter von Systemlösungen für die Gebäudetechnik, und die JobRouter AG, Anbieter einer Digitalisierungsplattform für den Mittelstand zur Automatisierung komplexer Geschäftsprozesse, sowie die Wirtschafts- und Steuerprüfer der BW Rhein-Neckar GmbH eine neue Heimat gefunden. Peter Gaul, Geschäftsführer der B.A.U. GmbH & Co. KG, die bereits das benachbarte Büroquartier Eastsite mit 13 Bürogebäuden entwickelt hat, hat hier einen Quantensprung beim ökologischen und nachhaltigen Bauen umgesetzt – durch flachere Fassaden und Hohlkörperdecken wurden Material und CO2-Emissionen gespart. Verbaut wurden ausschließlich Recycling-Beton und Ökobeton, die mit umweltfreundlichen Zuschlagstoffen und Verfahren hergestellt werden.

Die nach dem Schwammstadtprinzip aufgebauten durchlässigen Böden können auch Sturzregen speichern und verhindern, dass wertvolles Wasser in der Kanalisation verschwindet. Der fast vollständige Verzicht auf Tiefbau schützt die dort lebende Flora und Fauna.

Das Bauprojekt Greensite wurde im Sommer 2025 fertiggestellt. Foto: B.A.U.

Die Mannheimer Wirtschaftsförderung freut sich sehr über die positive Entwicklung des HTS-Campus, die sie noch weiter voranbringen möchte, und setzt dabei vor allem auf hochwertige technologie­orientierte Arbeitsplätze. „Der HTS-Campu­s rund um die Hans-Thoma-Straße und die Seckenheimer Landstraße umfasst eine Fläche von rund 30 Hektar“, so Stefan Grether, Teamleitung Ansiedlungen & Gewerbeflächen bei der Mannheimer Wirtschaftsförderung. Der Bereich südlich der Hans-Thoma-Straße wurde von der Wirtschaftsförderung entwickelt und vermarktet. Die ehemals städtischen Grundstücke für die Projekte „Connect4“, „Artem“ sowie „Greensite“ konnten von der Stadt Mannheim an die jeweiligen Projektträger veräußert werden. „Im Gebiet des HTS-Campus gibt es auch künftig noch einige weitere Möglichkeiten für eine Grundstücksentwicklung. Es geht dabei aber vor allem um die Revitalisierung und Aufwertung des Altbestands – beispielsweise durch die Aufstockung von ebenerdigen Handelsmärkten durch Büroflächen sowie um die Neuentwicklung älterer Bausubstanz.“

Coffee Consulate: Alles rund um die Kaffeebohne

Als „Kaffee-Guru“ hat sich Steffen Schwarz einen Namen gemacht.
Foto: Heike Dinkel

Sie soll wirtschaftliches Denken, Verantwortung, Kreativität und ­Gemeinschaft fördern: die LÖRN Coffee-AG, ein Schülerprojekt der ­Jugendakademie Mannheim. Gemeinsam haben die jungen Leute ein eigenes Kaffeeprodukt entwickelt, das ihre Erfahrungen mit dem ­Lernen geschmacklich übersetzt – mit vier Sorten für vier Lernmomente. Von „Boost“ mit dem höchsten Koffeingehalt für maximale Energie über ­„Activate“ für eine bessere Leistungsfähigkeit und „Focus“ zur Förderung der Konzentration bis zu „Break“ mit dem niedrigsten Kaffee­gehalt zur Entspannung. Mentor dieses Projekts ist Steffen Schwarz vom „Coffee Consulate“, das seinen Sitz in der Hans-Thoma-Straße 20 hat. 1999 mit zwei Coffee Stores in Mannheim gestartet, ist der gelernte ­Mediziner 2014 in das Gewerbegebiet gezogen, wo er nicht nur Kaffeespezialisten schult und weiterbildet, sondern auch qualitativ hochwertigen Kaffee von Farmern aus Brasilien, El Salvador, Mexiko und Indien röstet und vertreibt – insgesamt sind es 480 verschiedene Rohkaffeesorten. Auch Endverbraucher werden beim „Coffee Consulate“ fündig. Für sie sind rund 40 Varianten im Angebot – auch Sorten mit regionalem Bezug wie Mark Twain, Carl-Friedrich Benz oder Liselotte von der Pfalz. Und natürlich stehen auch die Kaffees des Projekts „LÖRN“ in den Regalen. Die Arbeit der Jugendakademie wird mit jeweils zwei Euro pro Kilo des verkauften Kaffees gefördert. uc

Mehr im Internet:
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Lörn-Kaffee erwerben.