Interview mit Dr. Axel Reeg, REEG RECHTSANWÄLTE

Rechtsberatung in Zeiten der Globalisierung

Globalisierung prägt unser Wirtschaftsleben. REEG RECHTSANWÄLTE stehen ihren Mandanten bei grenzüberschreitenden wirtschaftlichen Aktivitäten zur Seite.
ZUR PERSON Dr. Axel Reeg hat sich nach einem Auslandsstudium in Singapur, langjähriger Forschungstätigkeit am Max-Planck-Institut, einer Promotion im spanischen Recht und knapp vier- jähriger Tätigkeit in einer renommierten Großkanzlei in seiner eigenen Sozietät ganz der Praxis des internationalen Wirtschaftsrechts verschrieben. Auch schwierige Verfahren vor Schiedsgerichten und staatlichen Gerichten sind seine Leidenschaft.

Warum brauchen Firmen einen rechtlichen Beistand, wenn sie international unterwegs sind? Dr. Axel Reeg: Unsere Unternehmen sind inzwischen praktisch alle global aufgestellt.Sie haben ausländische Kunden, Vertriebspartner oder sogar eigene Tochtergesellschaften im Ausland. Allein im Bezirk der IHK Rhein-Neckar liegt die Exportquote bei über 60 Prozent, in Mannheim allein sind es 68,8 Prozent. Doch die Rechtsordnungen sind nach wie vor national geprägt – von wenigen Ausnahmen abgesehen. Bei der Überwindung dieses Dilemmas helfen wir unseren Klienten. 75 Prozent unserer Mandate haben einen Auslandsbezug.

Können Sie uns einige Beispiele für Ihre Tätigkeit nennen?

Reeg: Erst kürzlich haben wir den Rahmenvertrag zwischen der Deutsche Bahn Fernverkehr AG und dem spanischen Schienenfahrzeughersteller Patentes Talgo SLU ausgehandelt, der die Nachfolgemodelle für 100 EuroCity-Züge liefern soll. Aktuell diskutieren wir die Verträge zur Instandhaltung dieser Züge. Das ist ein typisches Mandat, das wir betreuen. Begleitet haben wir auch den Verkauf der deutschen Doduco Gruppe, ein Spezialist für Edelmetallverarbeitung, die sich unter dem Dach eines US-amerikanischen Investmentfonds befand, an ein deutsches Unternehmen. Auch als internationaler Handelsschiedsrichter bin ich aktiv. Derzeit verhandeln wir eine gesellschaftsrechtliche Auseinandersetzung innerhalb eines Joint Ventures mit chinesischen, deutschen und liechtensteinischen Gesellschaftern, die sich mit der Stationierung von Nachrichtensatelliten im Weltall beschäftigen.

Wo sehen Sie den Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit?

Reeg: Wir beraten bei der Vertragsgestaltung und Vertragsdurchführung und unterstützen unsere Mandanten natürlich auch in Gerichtsverfahren und insbesondere vor Schiedsgerichten. Unser Hauptziel ist es jedoch, durch durchdachte und der konkrekten Situation gerecht werdende vertragliche Regelungen solche Konflikte zu vermeiden oder zumindest das Konfliktpotenzial zu reduzieren. Es ist für uns immer wieder eine Herausforderung, die unterschiedlichen Rechtsmentalitäten und Rechtsordnungen bei der Vertragsgestaltung zu berücksichtigen, die problematischen Felder zu identifizieren und entsprechende Lösungen in die Verträge einzubauen. Standardverträge können dies nicht leisten und die Folgen erleben wir bei Klienten, die erst dann zu uns kommen, wenn das Kind sozusagen schon in den Brunnen gefallen ist und die Probleme bereits auf dem Tisch liegen.

Haben Sie Ihren Fokus auf bestimmte Branchen oder Regionen gelegt?

Reeg: Besonders aktiv sind wir in den hispanoamerikanischen Ländern und in Südostasien, was zum Teil mit der Vita unserer Anwälte zusammenhängt. Zahlreiche von uns betreute Firmen kommen aus dem Mittelstand und zählen bei uns im Gegensatz zu manch großer Kanzlei zu den A-Mandanten, die zudem in unserer Sozietät eine vertrauensvolle Beziehung mit langjährigen Ansprechpartnern aufbauen können. Neben unseren sechs Anwälten haben wir Anfang 2019 auch zwei erfahrene Unternehmensjuristen als Of Counsel-Kollegen gewonnen, Dr. Jörg Fischer, zuletzt Vorsitzender der Geschäftsführung der Bosch Service Solutions GmbH in Stuttgart, sowie Dr. Wolfgang Schmid, der bei Freudenberg als General Counsel IP die Rechtsgeschäfte der Forschungseinheit leitete und jetzt nebenberuflich bei uns tätig ist.