Mannheimer Forum Accounting & Taxation e. V. | Ein Herz für Steuern und Rechnungslegung

In der deutschen Unternehmenslandschaft gilt die Universität Mannheim schon lange als Kaderschmiede. Die Fächer Steuerlehre und Rechnungslegung waren bei den BWL-Studierenden lange Zeit jedoch nicht unbedingt erste Wahl. Der gemeinnützige Verein „Mannheimer Forum Accounting & Taxation e. V.“ (MaFAT) hat dies geändert.

VON KATRIN BALLHAUS

„Viele unserer Mitarbeitenden und Partner und auch ich selbst haben an der Universität Mannheim studiert. Deshalb ist für uns das Engagement für die Studierenden dort auch ein persönliches Anliegen“.
Arno Kramer, Niederlassungsleiter RSM in Mannheim FOTO: RSM

Im Jahr 2011 unter der Federführung von Professor Dr. Christoph Spengel und Professor Dr. Jens Wüstemann sowie weiteren Professoren der Area Accounting & Taxation und aktiven wie ehemaligen Mitarbeitenden der hier vertretenen Lehrstühle gegründet, hat der Verein vor allem drei Ziele: Er will die Attraktivität der Themen Steuern und Rechnungslegung im Rahmen des BWL-Studiums an der Universität Mannheim steigern, die Bachelor- und Masterstudierenden in diesem Bereich sowie Doktoranden und Professoren untereinander vernetzen und ein Kommunikationsforum für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Unternehmen schaffen. Und dieses generationsübergreifende Konzept kommt auch in der Wirtschaft gut an. Rund 20 namhafte Unternehmen aus der Metropolregion Rhein- Neckar wie FUCHS PETROLUB, BASF sowie mehrere Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sind Mitglieder.

Durch ihre Unterstützung kann die Universität als einzige deutsche Hochschule für jeweils 30 Studentinnen und Studenten zwischen Bachelor- und Masterstudium ein sogenanntes Gap-Year in Accounting & Taxation mit drei Praktika anbieten, die jeweils vier Monate dauern. „Hier arbeiten die Studierenden mit den Besten ihres Faches zusammen und werden persönlich von Mitgliedern des Vereins betreut“, so Professor Spengel. „Sie erhalten direkte Einblicke in das Rechnungswesen von Unternehmen und in die Beratung von Mandanten.“ Ein akademisches Begleitprogramm mit Vorlesungen auf Masterniveau und verschiedenen Workshops rundet das Praktikum ab. In diesem Jahr geht nicht nur die Lernkurve der Praktikanten steil nach oben. „Wir vermitteln unseren Studierenden auch Werte wie Nachhaltigkeit und Transparenz, die den langfristigen Erfolg unserer Wirtschaft gewährleisten“, betont Professor Spengel.
Die Podiumsdiskussion auf der Jahresversammlung gilt nicht nur in Fachkreisen als ein intellektueller Austausch zwischen Politik, Universität und Unternehmen auf Augenhöhe. Die Netzwerke, die hier entstehen, sind langlebig und fruchtbar. Das weiß auch Arno Kramer, Niederlassungsleiter des international tätigen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsunternehmens RSM GmbH, sehr zu schätzen, das als jüngstes Mitglied dem Verein beitrat, nachdem RSM Ende 2020 in Mannheim einen neuen Standort eröffnete. Mit einem Honorarvolumen von 6,3 Milliarden US-Dollar (2020) ist RSM die Nr. 6 der weltweit agierenden Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsnetzwerke. „Wir wollen uns hier nachhaltig engagieren – sowohl mit einer aktiven Beteiligung beim Gap-Year als auch im Rahmen von Workshops und Vorträgen“, so Kramer, der selbst Absolvent der Universität Mannheim ist und sich nun freut, etwas zurückzugeben. Und natürlich hofft er durch diesen Einsatz auch, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen, denn in der Branche gibt es schon länger einen „War for Talents“. Bereits jetzt haben neben Kramer zahlreiche weitere Partner und Mitarbeiter von RSM in Mannheim studiert. „Dieser Standort ist auch deshalb für uns eine echte Herzensangelegenheit und soll in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden“, blickt der Niederlassungsleiter optimistisch in die Zukunft.