Mannheimer Versicherung unterstützt neuen Verband PRO MUSIK | Eine starke Stimme für die Musik

„Es wurde Zeit für eine funktionierende, organisierte, anerkannte und von möglichst vielen getragene Interessensvertretung für freie Musikschaffende.“
Ella Rohwer, 2. Vorsitzende PRO MUSIK FOTO: FLORIAN W. MÜLLER

Mit dem Verband PRO MUSIK wollen Musiker für ihre Interessen eintreten. Die Mannheimer Versicherung fördert dieses Vorhaben.

VON GESINE MILLHOFF

An die 50 Konzerte sind für Ray Gattner 2020 ausgefallen, 95 Prozent seiner Auftritte aus dem Kalender gestrichen. Auch 2021 sah es nicht viel besser aus. Grund: die weltweite Pandemie. Das bedeutet fehlende Einnahmen für den Mannheimer Schlagzeuger, der normalerweise in zwei Bands spielt. Der 37-Jährige muss sehen, wie er über die Runden kommt, ist froh, weiterhin Schlagzeugunterricht geben zu können. „Es herrscht eine große Unsicherheit unter den solo-selbstständigen Musikern – keine Aussicht auf Kurzarbeitergeld, auch eine Arbeitslosenversicherung existiert bisher für uns nicht.“ Seit Beginn der Coronakrise leben viele Künstler von ihren Ersparnissen. „Uns fehlt eine Lobby“, beklagt Gattner, Politik und Gesellschaft geben ihm das Gefühl, „Konzerte sind ja nicht notwendig“.
Der coronabedingte Branchenstillstand habe wie unter einem Brennglas gezeigt, dass Handlungsbedarf besteht, bestätigt die Kölner Cellistin Ella Rohwer. Dieses Problems hat sie sich als 2. Vorsitzende zusammen mit Axel Müller, Saxophonist und Multi-Instrumentalist (1. Vorsitzender), und ihren Mitstreitern und Mitstreiterinnen angenommen und setzt dabei auf den neugegründeten Verband PRO MUSIK. Seit 1. Mai 2021 nimmt er Mitglieder auf. Keine Frage für Ray Gattner, ihm sofort beizutreten. Ziel ist es, gemeinsam bessere Arbeitsbedingungen, soziale Absicherung sowie gesellschaftliche und politische Anerkennung der Arbeit aller freien Musikschaffenden zu erreichen. „Dem Verband geht es darum, konstruktiv Lösungen anzubieten und Lobbyarbeit nicht als Klischee zu verstehen, sondern vornehmlich echte professionelle Expertise in den politischen Prozess einzubringen“, erklären Rohwer und Müller. Es sei an der Zeit, so die beiden Vorsitzenden und langjährigen Profimusiker, der kulturell omnipräsenten, aber politisch unterrepräsentierten Berufsgruppe der freien Musikschaffenden eine Stimme zu verleihen. Im Unterschied etwa zu festangestellten Orchestermusikern seien sie Einzelkämpfer.

„Auch ohne den akuten Leidensdruck durch die weltweite Pandemie ist das Spektrum an Themen, die es zu vermitteln und zu platzieren gilt, immens“, weiß Janina Klabes, Markenmanagerin von I’M SOUND, der Versicherung für Instrumente und Soundequipment der Mannheimer Versicherung. „Grund genug für uns, den Verband von Beginn an zu unterstützen. Wir beobachten die Situation der Solo-Selbstständigen mit gewisser Sorge, freuen uns aber, dass es jetzt den Verband PRO MUSIK gibt und wir ihn seit Stunde eins als Kooperationspartner mit den Ressourcen unterstützen können, die bei einer Verbandsgründung am wichtigsten sind: finanzielle Starthilfe und Kontakte.“ Klabes hofft, dass die Szene freier Musikschaffender so langfristig gestärkt aus dieser Situation hervorgeht.