2021: Thericon – Innovative Bildgebungstechnologie für den OP

(Kategorie Technologie)
Mit einem revolutionären optischen Bildgebungsgerät für die minimal-invasive Chirurgie will Thericon Tumoroperationen erleichtern. Foto: Thericon

Mit seinem neuartigen optischen Bildgebungssystem für die minimal-invasive Chirurgie hat das 2019 von Dr. Nikolaos Deliolanis und Dr. Bartek Grychtol gegründete Start-up Thericon GmbH die Juroren des MEXI 2021 überzeugt. „Tumore sind oft schwer zu entdecken und es besteht immer die große Gefahr, dass nach der Operation Krebsgewebe zurückbleibt“, erklärt Dr. Deliolanis den Hintergrund der Innovation, für die bislang schon fünf Patente in den USA, Japan und China erteilt wurden. Ein Patent der EU soll demnächst folgen. „Bildgebungssysteme, die die operierenden Ärzte bei ihrer Arbeit unterstützen, sind hier eine große Hilfe, haben jedoch erhebliche Defizite. Unsere multiparametrische Bildgebungstechnologie wird das erste System auf dem Markt sein, das simultane Farb- und Fluoreszenz-Bildgebung über das gesamte Lichtspektrum ermöglicht und in Echtzeit eine nie dagewesene Fülle an Bildinformationen liefert, die den Chirurgen dabei hilft, Tumore zu erkennen – ohne Unterbrechungen während des chirurgischen Eingriffs.“

Prof. Maximilian Kriegmair von dem Universitätsklinikum Mannheim hat das innovative System bereits auf Herz und Nieren geprüft. „Diese Entwicklung hat das Potenzial, die intraoperative Bildgebung in der Endoskopie und Chirurgie grundlegend zu verbessern“, so der erfahrene Mediziner.

Die Basis für die Innovation wurde in der Fraunhofer Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie PAMB im Mannheimer Existenzgründungszentrum CUBEX41 gelegt, wo Thericon auch seinen Sitz hat. Der Prototyp wurde in verschiedenen klinischen Studien getestet. Nun laufen Gespräche mit Investoren, um die Produktentwicklung und Zulassung zu finanzieren. „Der Markt für endoskopische Bildgebungsysteme hat weltweit ein Volumen von rund 12 Milliarden Euro und wächst schnell“, beschreibt CCO Dr. Steffen Schabel die wirtschaftlichen Perspektiven von Thericon. „Und dieser Markt ist reif für Verbesserungen.“

Dr. Ludger Bodenbach, Head of Manufacturing Technology, der in der MEXI-Jury für die Kategorie Technologie den Sponsor Roche vertrat, sieht ebenfalls die gegenüber den Standardverfahren deutlich verbesserte diagnostische Sensitivität als wichtigsten Pluspunkt. „Die Entwicklung von Thericon ist innovativ, zukunftsweisend und gibt Krebspatienten weltweit Hoffnung“, so seine Einschätzung.

Klicken Sie auf diesen spannenden Kurzfilm zu Thericon:
https://www.youtube.com/watch?v=2BPJkArz9tk&feature=youtu.be

2021: KLQC IT – Wegweiser der Digitalisierung

(Kategorie Dienstleistungen)
Die Unterstützung der digitalen Transformation ist das Geschäftsmodell von Jan Krikava, Alex Elbracht und Ye Fung Tchen, den Gründern von KLQC IT (v.l.). Firmenfoto

Schon während ihres Studiums wälzten Jan Krikava und Alex Elbracht 2013 erste Pläne für ein erfolgreiches Unternehmen – und fünf Jahre später war es soweit. Gemeinsam mit Ye Fung Tchen gründeten sie 2018 die KLQC IT GmbH mit Sitz im MAFINEX-Technologie-Zentrum. Das Geschäftsmodell: Consulting und agile IT-Dienstleistungen rund um die digitale Transformation von der initialen Beratung bis zur Umsetzung aus einer Hand. Und das Start-up legte einen Blitzstart hin: Die Mannschaft um die drei Gründer ist zwischenzeitlich auf zwölf Kolleginnen und Kollegen gewachsen und im ersten Halbjahr 2020 wurde trotz Corona-Krise ein Umsatzwachstum von über 60 Prozent erreicht. Unterwegs ist KLQC IT vor allem in der Automotive-Industrie – zum Beispiel bei dem Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen sowie Mercedes-Benz. Ab 2021 wird der volle Fokus auf Life Science liegen. „Unser primärer Schwerpunkt sind Portale, gefolgt von Plattformen – für Kundenkontakte, aber auch für E-Commerce“, so Krikava. „Besonders interessant ist natürlich auch das Thema Data Science, denn Unternehmensdaten bieten oftmals ungeahnte Vorteile im Wettbewerb. Wir helfen Firmen dabei, ihre Daten gewinnbringend einzusetzen.“
In ihrem eigenen Unternehmen ist die Digitalisierung ebenfalls schon weit fortgeschritten. „Was wir unseren Kunden nahelegen, müssen wir natürlich auch selbst umsetzen“, bringt es Alex Elbracht auf den Punkt. „Durch unsere schlanken Prozesse und den weitgehenden Verzicht auf Mitarbeiter, die sich ausschließlich mit administrativen Aufgaben befassen, können wir unsere Dienstleistungen günstiger anbieten.“ Und vielleicht wird KLQC bei diesem Erfolg seine Flächen im MAFINEX weiter ausbauen können. „Angefangen haben wir im Co-Working-Space im Bauteil B – heute belegen wir im Bauteil C im zweiten Stockwerk praktisch die komplette Außenseite, das macht uns schon ein bißchen stolz“, freuen sich die MEXI-Preisträger im Bereich Dienstleistungen.
Thomas Kowalski, Vorstandsmitglied der Sparkasse Rhein Neckar Nord, ist als Sponsor von „seinem“ Unternehmen überzeugt. „Das Geschäftsmodell von KLQC IT ist ein mustergültiges Beispiel für digitale Innovation. Trotz Krise musste das junge Unternehmen keine Mitarbeiter entlassen und legte beim Umsatz sogar noch kräftig zu. Da sagen wir nur ‚Chapeau und weiter so‘“.

Einen spannenden Eindruck des Preisträgers erhalten Sie durch diesen Kurzfilm:
https://youtu.be/7nfNRYnGAnQ

2021: Moanah – Putzen geht auch umweltfreundlich

Setzen sich gemeinsam für umweltfreundliche Produkte ein: (v.l.) Salar Armakan, Felix Kleinhenz und Katharina Zurmühlen Firmenfoto

„Moanah“ ist das hawaiianische Wort für Ozean – wo inzwischen hunderttausende Teile Plastikmüll herumschwimmen, den Meeresbewohnern schaden und durch die Nahrungskette auch den Menschen erreichen. „Dass wir diesen Namen für unsere Firma gewählt haben, macht unser Ziel deutlich: Wir kämpfen gegen den Plastikmüll und wollen einen plastikfreien Haushalt für jeden“, berichtet Salar Armakan, der das Start-up im Oktober 2019 gründete. „Seit Juni 2020 ist nun unser erstes Produkt auf dem Markt: nachhaltige Reinigungsmittel, die wir als Konzentrat in Pulverform, verpackt in kleinen aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellten Sachets, anbieten. Diese versenden wir in einem Briefumschlag aus Altpapier per Post – und im Starterset sind zudem drei Design-Glasflaschen enthalten. Dann fügt man nur noch Wasser hinzu – und unsere Glas-, Bad- und Allzweckreiniger sind fertig zum Einsatz.“ Das Thema nachhaltige Putzmittel brachte dem jungen Unternehmer schon seine Mutter nahe, die auf die gängigen Produkte allergisch reagierte, und mit eigenen Alternativen experimentierte. Dies motivierte Armakan, gemeinsam mit CPO Felix Kleinhenz und CMO Katharina Zurmühlen zur Gründung des Start-ups.

Durch sein Finanzstudium in Wien und eine mehrjährige Tätigkeit bei einer Schweizer Bank war das betriebswirtschaftliche Know-how bereits vorhanden – die Herausforderung war es eher, eine hochwertige Rezeptur für das Reinigungsmittel zu finden. „Denn allein die Nachhaltigkeit als Verkaufsargument reicht nicht, unsere Produkte müssen auch von der Qualität her stimmen“, weiß der Mannheimer mit iranischen Wurzeln. In Zusammenarbeit mit einem rheinland-pfälzischen Hersteller von Haushaltsreinigern entwickelte er ein innovatives Granulat, das dort exklusiv für „Moanah“ produziert wird, in Haßloch wird die Produktpalette des Start-ups in umweltfreundliche Sachets abgefüllt und in der Mannheimer Neckarstadt von Armakan und seiner Familie abgepackt und versandt. Der Vertrieb erfolgt dabei über einen eigenen Online-Shop.Doch auch erste Listungen im Handel gibt es bereits. „Dass wir als erstes Unternehmen mit dem neuen MEXI-Preis der Kategorie ‚Social Economy‘ ausgezeichnet wurden, wird dazu beitragen, gemeinsam mehr Plastikmüll einzusparen und vielleicht den ein oder anderen Investor auf uns aufmerksam machen. Das würde uns sehr freuen“, so der Unternehmensgründer.

„Moanah vereint Nachhaltigkeit mit Gründergeist und einem bereits funktionierenden Geschäftsmodell, welches auch massenmarkttauglich ist“, ist Christian Hübel, Leiter des Fachbereichs Demokratie und Strategie bei der Stadtverwaltung Mannheim, der den Preis gestiftet hat, begeistert. „Das Thema Nachhaltigkeit steht bei der Stadt Mannheim ganz oben, da liegt es nahe, dass wir uns hier mit einem Preis engagieren.“

Lernen Sie Moanah kennen:
https://youtu.be/CgexLPwZ-lw