Nachhaltige Prozesse | Sustainability Moments zum Innehalten

Der Bau von Solaranlagen auf den Dächern zahlreicher FUCHS-Werke und -lagerhallen wie hier am spanischen Standort Castellbisbal wurde auch in einem Sustainability Moment aufgegriffen. FOTO: FUCHS PETROLUB

Das Thema Nachhaltigkeit steht bei FUCHS ganz oben auf der Agenda. Zahlreiche Initiativen sollen helfen, das Unternehmen hier voranzubringen – auch durch eine Veränderung der Prozesse und Abläufe.

VON ULLA CRAMER

Bei den Meetings der Vertriebsmannschaft des Mannheimer Schmierstoffherstellers FUCHS mit ihren Kunden steht seit Mitte 2021 ein neuer Punkt auf der Tagesordnung: der Sustainability Moment – ein Moment der Nachhaltigkeit. Nach der Präsentation der Agenda, aber noch vor dem Einstieg in das eigentliche Gespräch, wird eine Folie vorgestellt, die einen Aspekt der Nachhaltigkeit bei FUCHS näher beleuchtet – und die alle drei Monate mit einem neuen Thema aktualisiert wird.

„2020 sind zahlreiche Kolleginnen und Kollegen, vor allem aus dem Verkauf, mit der Bitte an uns herangetreten, unser Engagement und unseren Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit verstärkt zu kommunizieren“, berichtet Markus Garb, Vice President Sustainability bei der FUCHS PETROLUB SE. Die Idee des Sustainability Moments: Nachhaltigkeit als Diskussionsthema in Kundengesprächen etablieren und die Sensibilisierung für diese Thematik steigern. „Wichtig ist uns jedoch auch zu erfahren, was unsere Partner über Nachhaltigkeit denken und was sie von uns erwarten.“

Einen ersten grundlegenden Schritt zu einem nachhaltigen Unternehmen ist FUCHS bereits gegangen – mit seiner Selbstverpflichtung, seit 2020 CO2-neutral zu produzieren. So hat das Unternehmen den gesamten europäischen Stromverbrauch auf Ökostrom umgestellt und nutzt bereits einige Werke und Lagerhallen für die Installation von Solaranlagen – was auch bei einem Sustainability Moment thematisiert wurde. Ab 2025, so das große Ziel, will FUCHS komplett CO2-freie Produkte anbieten. Gleich mehrere Projekte sollen den Weg für dieses Vorhaben ebnen.

„Bevor wir unsere Produkte CO2-neutral stellen, müssen wir wissen, welchen entsprechenden Fußabdruck diese überhaupt haben“, beschreibt Garb die Herausforderung. „Dabei soll uns eine Berechnungsmethodik helfen, die uns darüber informiert, welchen CO2-Rucksack unsere Produkte mitnehmen, wenn sie das Werkstor verlassen – verursacht durch die Rohstoffe, die wir verwenden, durch die Energie, die wir aufwenden, oder durch den Abfall, den wir erzeugen. In Europa wollen wir damit starten.“
Ergänzend dazu wird derzeit ein Klassifizierungssystem auf den Weg gebracht, das es erlaubt, auf Basis vorhandener Daten im SAP-System verschiedene Produkte mit Blick auf ihre Nachhaltigkeit zu vergleichen und letztendlich auch den Lieferanten Anforderungen und Standards an die Hand zu geben. Die Entwicklung und Verbesserung eines Nachhaltigkeits-KPI-Reportings und der Aufbau einer Lifecycle-Analyse-Kompetenz werden ebenfalls vorangetrieben. „Das Kriterium Nachhaltigkeit gewinnt bei einer Kaufentscheidung unserer Kunden stetig an Bedeutung“, weiß Garb. „Entsprechend wichtig ist es, nicht nur nachhaltig zu wirtschaften und zu produzieren, man muss dies auch dokumentieren, entsprechende Methoden und Systeme als Unterstützung zur Verfügung stellen und natürlich diesen Einsatz auch kommunizieren.“