Netzwerk Smart Production | Motor für Innovationen

Der Mannheim Cube ist ein Ergebnis der Zusammenarbeit im Netzwerk Smart Production. FOTO: STADT MANNHEIM

Rund 50 Firmen der Region haben sich auf Initiative der Mannheimer Wirtschaftsförderung im Netzwerk Smart Production zusammengeschlossen. Der Mehrwert dieser Zusammenarbeit: die Kompetenz der Mitglieder zu bündeln, um neue Produkte und Leistungen zu entwickeln und etwas Neues zu wagen. Das jüngste Beispiel ist der Mannheim Cube.

Zahlreiche Mitglieder des Netzwerks zogen an einem Strang, um im März 2020 den Smart Production Demonstrator auf den Weg zu bringen, der als Modell einer Fabrik der Zukunft alle Schritte einer digitalisierten Wertschöpfung abbildet – von der Erzeugung eines individuellen Kundenauftrags bis zum Verpacken des verkaufsfertigen Produkts. Gefertigt wird ein Sensorwürfel in der Losgröße 1 zur Bestimmung von Feinstaubkonzentrationen – als wichtiger Informationslieferant für Industrie 4.0 und das Internet der Dinge eine passende Wahl. „Dr. Thomas Schäfer, Forscher des Kompetenzzentrums CeMOS (Center for Mass Spectrometry and Optical Spectroscopy) an der Hochschule Mannheim, die ebenfalls unserem Netzwerk angehört, entwickelte nun vor dem Hintergrund der Coronakrise dieses Gerät weiter – zum Aerosol-Detektor“, so Stefan Bley, der als „Digi-Pate“ vor allem mittelständische Firmen vor Ort über die Chancen der Digitalisierung in ihrem konkreten Geschäftsumfeld aufklärt und hilft, versteckte Potenziale aufzudecken. „Und wieder bewährte sich unser Netzwerk und gemeinsam brachten wir die Innovation in kürzester Zeit zur Marktreife.“ Mehrere Mitglieder arbeiten nun in der Wertschöpfungskette eng zusammen: Der Prototyp wurde bei B&K – Elektronik entwickelt. Proxi-Vision aus Bensheim und Nevoox Europe aus Mannheim übernahmen Produktion und Vertrieb. Erste Würfel kamen bei der Werner-von- Siemens-Schule in Mannheim zum Einsatz, messen dort kontinuierlich die Qualität der Luft und schützen die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler.

Auch ein weiteres Projekt steht für die erfolgreichen Kooperationen des Netzwerks. Im Februar 2021 kam das Mitglied neogramm, ein Spezialist für die industrielle Digitalisierung, mit einer Anfrage auf das Netzwerk Smart Production zu. Für die Skizze zu einem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Forschungsprojekt wurde ein mittelständischer Industriepartner gesucht, um „Werkerwissen“, also Know-how von „alten Hasen der Fertigung“, nicht nur zu erfassen, sondern auch um herauszufinden, wie dieses Wissen an Nachfolger weitergegeben werden kann. Im Fokus: neben der Technik vor allem die Motivation der Wissensträger und ihrer Nachfolger. Digi-Pate Bley wusste Rat und stellte den Kontakt zu einem Mittelständler aus dem Odenwald her, den er kürzlich beraten hatte. „Hier konnte die skizzierte Lösung nutzbringend implementiert werden – und das gesamte Pro- jekt überzeugte. Inzwischen wurde die Projektskizze prämiert und alle Beteiligten erwarten einen positiven Bescheid zum Förderantrag.“ Das Volumen beläuft sich auf insgesamt eine Million Euro.