Neuer Studiengang der Hochschule der Wirtschaft für Management

Studzubis am Start

Sehen in dem neuen HdWM-Studiengang eine große Chance: (v.l.) Azubi Emre Gülmez, SUNTAT-Geschäftsführer Mustafa Baklan, Azubi Ekrem Kocaman und Naciye Baklan, Assistentin der Geschäftsführung
Seit 2019 bietet die Hochschule der Wirtschaft für Management mit der „BerufsHochschule“ einen neuen Studiengang an, der Studium und duale Berufsausbildung verbindet.

VON MARKUS WECKESSER UND ULLA CRAMER

Es ist eine Ausbildung der etwas anderen Art, die Emre Gülmez derzeit bei SUNTAT, einem der größten Anbieter von mediterranen Lebensmitteln in Deutschland, absolviert. Denn neben der Arbeit im Betrieb an drei Tagen in der Woche und dem Besuch der Berufsschule am Dienstagund Donnerstagvormittag stehen an zwei Nachmittagen in der Woche Vorlesungen und Seminare an der Hochschule der Wirtschaft für Management (HdWM) auf seinem Terminplan. Die Belohnung für den zusätzlichen Aufwand sind gleich zwei parallele Abschlüsse – der Kaufmann im Großund Außenhandelsmanagement sowie der Bachelor of Arts im Bereich Management und Unternehmensführung.
„BerufsHochschule“ heißt der Studiengang, bei dem die sogenannten Studzubis innerhalb von vier Jahren zwei vollwertige Abschlüsse erwerben. Im Fokus stehen dabei Kaufleute für Büromanagement, für Großund Außenhandelsmanagement sowie Industriekaufleute. Partner für die Praxis sind bekannte Unternehmen aus der Region, neben SUNTAT etwa Karl Berrang, die Apfel GmbH, R+R Tours und Rala. Damit die Studzubis mit den für sie passenden Betrieben zusammenkommen, knüpft der Career Service der Hochschule Kontakte und vermittelt Bewerber. Die Studieninhalte basieren auf dem etablierten HdWM-Studiengang Management und Unternehmensführung, der einen fundierten und breitgefächerten Einblick in die moderne Betriebswirtschaftslehre vermittelt und mit einem Bachelor abgeschlossen wird.
„Für die Ausbildungsbetriebe ist nicht nur der Azubi-Mangel ein Problem. Oft verlassen gerade die guten Lehrlinge den Betrieb nach der Ausbildung für ein Studium“, erklärt Mareike Martini, die die Unternehmenskooperationen an der HdWM betreut. Daher ist das neue Konzept auf langjährige Bindungen angelegt, die über die Zeit des Studiums hinaus Bestand haben. Talentierte Nachwuchskräfte sollen so für mittlere Leitungspositionen ausgebildet werden.
Eine Führungskraft bei SUNTAT zu werden, ist denn auch das Ziel von Emre Gülmez – und das seines Arbeitgebers. „Die Absolventen der ‚BerufsHochschule‘ können wir später in höheren Positionen einsetzen als ‚normale‘ Azubis“, freut sich Naciye Baklan, dass es gelungen ist, zwei Auszubildende des Jahres 2019 für diese Option zu gewinnen. Schon seit der Gründung der HdWM fördern das Unternehmen und sein Geschäftsführer Mustafa Baklan die private Hochschule.
Auch beim Deutsch-Türkischen Institut für Arbeit und Bildung und der SUNTAT Bildungsbrücke engagiert sich die Firma für die Zukunft junger Menschen. „Anfangs mussten wir die Jungs etwas motivieren, denn der Aufwand ist natürlich viel größer als bei einer normalen Ausbildung – doch inzwischen läuft es prima“, weiß die Assistentin der Geschäftsführung. Von der langjährigen Partnerschaft von SUNTAT mit der HdWM profitierten die beiden Studzubis durch günstigere Studiengebühren.

Mehr im Internet:

Hier finden Sie alle Informationen zu dem Angebot „BerufsHochschule“ an der Hochschule der Wirtschaft für Management.

Beschleunigtes Einwanderungsverfahren für Fachkräfte

In einem starken Wirtschaftszentrum wie der Metropolregion Rhein-Neckar ist es für das Mannheimer Unternehmen ergosoft, einen Spezialisten für Praxisverwaltungsund Abrechnungssoftware für Psychotherapeuten und Ärzte, nicht immer ganz einfach, die dringend benötigten IT-Spezialisten zu finden. Deshalb freuten sich die beiden Geschäftsführer Henning und Fabian Gundlach umso mehr, als sich am 21. Mai 2020 die marokkanische Fachinformatikerin für Systemintegration Laila El Fattami bei ihnen meldete. „Sie hatte unsere Webseite entdeckt und schickte uns per Video eine Initiativbewerbung in gutem Deutsch, mit der sie uns wirklich begeisterte“, berichtet Fabian Gundlach. „Natürlich setzten wir gleich alles in Bewegung, um ihr die Einreise nach Deutschland zu ermöglichen – und als wir von dem Anfang März 2020 eingeführten ‚beschleunigten Verfahren‘ im Rahmen des neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetzes hörten, war das natürlich eine perfekte Option. Wir haben gleich die erforderliche Vollmacht von Frau El Fattami eingeholt – und dann ging alles ganz schnell.“ Trotz Corona-Beschränkungen flog die junge Marokkanerin schon Mitte September 2020 nach Deutschland und ist inzwischen ein geschätztes Mitglied des 21-köpfigen Teams ergosoft.

Freut sich über seine neue Mitarbeiterin Laila El Fattami: Fabian Gundlach, Geschäftsführer der Mannheimer Softwareschmiede ergosoft

„Bisher musste sich eine Fachkraft aus einem Nicht-EU-Land, die in Deutschland arbeiten wollte, selbst um alles kümmern – angefangen von einem Visum über die Zustimmung der Arbeitsagentur zu einer Beschäftigung in Deutschland bis zur Anerkennung ihrer ausländischen Abschlüsse – das konnte schon einmal ein Jahr und länger dauern“, weiß Christiane Kruse-Michalowski, Abteilungsleiterin Zuwanderung und Einbürgerung beim Fachbereich Bürgerdienste der Stadt Mannheim. „Nun übernimmt unser Team Erwerbsmigration bei der Ausländerbehörde auf Antrag des potenziellen Arbeitgebers all diese Aufgaben, und wenn alle Unterlagen komplett vorliegen, signalisieren wir der Botschaft im Ausland, dass das Visum erteilt werden kann.“ Nach der Vorgabe des Gesetzgebers soll dieser Prozess höchstens vier Monate dauern und bindet – wenn gewünscht – auch die Familien der ausländischen Fachkraft mit ein. „Trotz CoronaPandemie ist das Interesse in der Mannheimer Wirtschaft groß“, so Kruse-Michalowski.
Auch Harald Pfeiffer und Anett Jakob-Jüngling vom Bereich Menschen und Kompetenzen der Mannheimer Wirtschaftsförderung freuen sich über diese neue Regelung. „Das Thema, internationale Fachkräfte für die Mannheimer Firmen zu gewinnen, hat bei uns einen hohen Stellenwert. Gerne weisen wir deshalb in unseren Beratungen auf diese neue Möglichkeit hin.“ Unterstützung zum Thema internationale Fachkräfte gibt es auch durch das vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau BadenWürttemberg geförderte „Welcome Center Rhein-Neckar“ und seine drei Standorte in Heidelberg, im RheinNeckar-Kreis und in Mannheim, wo die Standortleitung direkt beim Fachbereich Bürgerdienste angegliedert ist.