Projekt TRANSFER TOGETHER
Eine Bildungskette knüpfen – in Mannheim und der Region
von Ulla Cramer

Anne ist stolz auf ihren Pokal: Ihre Mannheimer Mannschaft hatte beim Robotik-Wettbewerb der Teilnehmer des Hector Seminars im Jahr 2019 gegenüber den Teams aus Karlsruhe, Pforzheim und Heidelberg eindeutig die Nase vorn. Foto: privat

MINT-Netzwerke, -Konzepte und -Transferstrategien zusammenzuführen, gemeinschaftlich weiterzuentwickeln und zu evaluieren: Das ist das Ziel von „MINT-Bildung“, einem von insgesamt zehn Teilprojekten von TRANSFER TOGETHER. Auch die Wirtschaftsförderung engagiert sich beim Thema MINT und ist Kooperationspartner von TRANSFER TOGETHER. 

„Yippee! Sieg für Mannheim!“ Alle Mannheimer Hectorianer umarmen sich, heben den Pokal in die Höhe. Das Technoseum bebt. So mitreißend kann Technik sein. Dass ein Roboterwettkampf derartig spannend ist – wer hätte das gedacht. Auch Anne, die mit ihrem Team „Staffellauf“ im Frühjahr 2019 einen großen Beitrag zum Gesamtsieg der Mannheimer Hectorianer geleistet hat, ist begeistert. „Wir haben ungefähr ein halbes Jahr zwei Roboter entwickelt und programmiert und fast bis zur letzten Minute daran getüftelt. Dass es nun mit dem ersten Platz geklappt hat, ist wirklich super.“ 

Anne ist seit der sechsten Klasse Teilnehmerin im Hector Seminar, das sie am Standort Mannheim besucht. Einmal in der Woche treffen sich hier 20 hochbegabte Schülerinnen und Schüler aus der Region und lernen dabei die MINT-Fächer intensiv kennen. Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik (MINT) – die Themenvielfalt ist groß. Und häufig heißt es: raus aus dem Klassenzimmer, rein in Natur, Hörsaal oder Labor.

Das bestätigt auch Anne: „Das Hector Seminar macht Spaß, ob im Labor, an der Hochschule oder bei den Exkursionen. Wir machen Versuche und dürfen meist selbst Hand anlegen. Dabei arbeiten wir oft im Team, das finde ich toll. Vorher hatte ich, außer in der Schule, mit Naturwissenschaften nicht viel zu tun. Durch das Hector Seminar interessiert mich das Thema nun jedoch sehr, sodass ich dort den naturwissenschaftlichen Zweig gewählt habe – und wer weiß, vielleicht studiere ich später tatsächlich einmal Mathematik.“

Schülerinnen und Schüler aus ausgewählten Gymnasien in Nordbaden können nach der Teilnahme an einem Test beim Hector Seminar dabei sein, das die H.W. und J. Hector Stiftung finanziert. Die Förderung beginnt in Klasse 6 und endet mit dem Abitur.

 „Das Hector Seminar ist ein echtes Highlight und trägt maßgeblich dazu bei, Schülerinnen und Schüler für das Thema Naturwissenschaften zu begeistern“, ist Harald Pfeiffer, Leiter des Bereichs Menschen und Kompetenzen beim Fachbereich für Wirtschafts- und Strukturförderung, überzeugt. „Doch leider werden solche außerschulischen Angebote nicht immer so genutzt, wie es möglich wäre. Wir wollen dazu beitragen, dies zu ändern.“

Deshalb ist die Mannheimer Wirtschaftsförderung Kooperationspartner bei „MINT-Bildung“, einer Teil-Initiative des Projekts TRANSFER TOGETHER. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Förderprogramms „Innovative Hochschule“ über einen Zeitraum von fünf Jahren gefördert. Es wird begleitet von
15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und einer Transferstelle Bildung bei der Regionalentwicklungsgesellschaft Metropolregion Rhein-Neckar GmbH. „Eines unserer Ziele ist der Auf- und Ausbau von Netzwerken der Pädagogischen Hochschule Heidelberg mit Unternehmen, Kultureinrichtungen, Vereinen und anderen gesellschaftlichen Einrichtungen in der Region. Das Teilprojekt ‚MINT-Bildung’ verfolgt die inhaltliche Verzahnung von außerschulischen MINT-Lernorten und trägt so zur regionalen MINT-Förderung von Kindern und Jugendlichen bei“, so Professor Dr. Christian Spannagel, Prorektor für Forschung, Transfer und Digitalisierung der PH Heidelberg. 

„Wir möchten diese Inititative beim Auf- und Ausbau eines MINT-Transfernetzwerks gerne unterstützen“, so Pfeiffer. Von September 2018 bis Ende 2018 hatte die Wirtschaftsförderung in Mannheim eine Untersuchung in die Wege geleitet, mit deren Hilfe eine erste Übersicht der unterschiedlichen MINT-Aktivitäten in Mannheim, ihrer Wirksamkeit und potenzieller Schnittstellen gewonnen werden konnte. „Nun steht die Systematisierung und Optimierung der außerschulischen Lernangebote auf der Agenda“, bringt Pfeiffer die Herausforderung auf den Punkt. „Wir möchten eine MINT-Bildungskette zwischen den Mannheimer Unternehmen, den Schulen und Hochschulen sowie außerschulischen Initiativen knüpfen, um die Nutzung auszubauen.“