Rhein-Neckar Air
Mannheimer Fluglinie im Aufwind
von Markus Weckesser

Die Mannheimer Fluglinie ist besonders bei
Geschäftsreisenden auf Erfolgskurs. Foto: RNA

Im Jahr 2014 erstmals gestartet, ist die Rhein-Neckar Air (RNA) mit ihren regelmäßigen Flügen nach Berlin und Hamburg auf Erfolgskurs. Genutzt wird sie vor allem von Geschäftsleuten und Fußballclubs.„Der Zug ist für unsere Klientel keine Alternative“, sagt RNA-Geschäftsführer Dirk Eggert. „Um ihre Geschäfte in Berlin oder Hamburg zu erledigen, genügt unseren Kunden oft ein Tag. Dann darf die An- und Abreise nicht knapp zehn Stunden beanspruchen. Geschäftsleute schätzen kurze Wege.“ Die reine Flugzeit von Mannheim nach Berlin und Hamburg beträgt von Mannheim aus gerade einmal 60 Minuten – und die  Eincheckzeit auf dem City Airport kaum 20 Minuten.  

„Über die Preisschiene gewinnen wir keine Kunden“, weiß Eggert. Große Fluggesellschaften kalkulieren anders. Bei RNA kostet ein einzelner Flug zwischen 99 und 459 Euro. Rabatte für Vielflieger gibt es nicht. Was bei den Mannheimern überzeugt, sind die kurze Flugzeit und der familiäre Service inklusive regionaler Snacks an Bord. Außerdem haben die Passagiere von RNA keine Parkplatzsorgen, wenn sie mit dem Pkw kommen. Es stehen immer ausreichend kostenfreie Plätze zur Verfügung. Über 90 Prozent der Gäste auf den Flügen nach Hamburg und Berlin sind Geschäftsreisende, die bei den großen Firmen und Konzernen in der Region beschäftigt sind, sei es als Manager oder als gefragte Spezialisten. Auch einige Bundestagsabgeordnete nutzen den Service. „Über 700 Unternehmen aus allen Branchen an Rhein und Neckar zählen zu unseren Kunden“, berichtet der Chef der Fluglinie. Im Jahr 2018 zählte RNA insgesamt rund 37.000 Passagiere. Tendenz steigend.

Die Fluggesellschaft befindet sich ökonomisch weiter im Aufwind. Berlin und Hamburg werden von Montag bis Freitag angeflogen. Da die Nachfrage bei Geschäftsreisenden am Wochenende eher gering ist, wurde hier das Angebot reduziert. Dafür expandierte RNA am Wochenende im Bereich der Charterflüge. Zwei französische Vereine und sieben Bundesliga-Teams gehören zu den Stammkunden, darunter die TSG 1899 Hoffenheim, der FC Schalke 04, Werder Bremen und der VfB Stuttgart. Mit maximal 33 Sitzplätzen ist die Größe der drei Kurzstreckenflieger vom Typ Dornier 328 optimal. Außerdem können problemlos kleinere Flugplätze angesteuert werden, die kostengünstiger und häufig näher am Ziel liegen. 

2019 steuert die Fluggesellschaft, die nach der Insolvenz von Cirrus Airlines von zehn großen Unternehmen aus der Rhein-Neckar-Region gegründet wurde und seit 2016 einem Kreis von mehreren Anteilseignern gehört, erstmals schwarze Zahlen an. Ein Gewinn für Mannheim ist RNA schon längst.