Roche

Naturparadies zwischen Büros und Fabrikhallen

Roche-Mitarbeiter Dietmar Beck engagiert sich für die Bienen auf dem Roche-Gelände.
Auf dem Roche-Gelände im Mannheimer Norden summt und brummt es. Dazu tragen nicht nur die über 8.300 Mitarbeitenden des Gesundheitskonzerns, sondern auch mehrere Bienenvölker bei. Das Thema Nachhaltigkeit ist dem Unternehmen wichtig.

VON DR. GABRIELE KOCH-WEITHOFER

KeinWunder: Zahlreiche Blumenwiesen mit Insektenhotels und zwei Fischteiche machen die 18.000 Quadratmeter Grünfläche auf dem Roche-Areal zu einer echten Idylle und zu einem idealen Lebensraum für Tiere. Sogar einige Dächer sind bepflanzt. „Wir haben hier einen echt grünen Standort“, sagt Dietmar Beck, zuständig für die Gebäudeinstandhaltung bei Roche Mannheim. Von ihm stammt die Idee, hier Bienen anzusiedeln.
Mit Einverständnis der Geschäftsführung und tatkräftig unterstützt von einem befreundeten Hobby-Imker holte Beck 2018 ein erstes Volk aufs Werksgelände. Auch Landschaftsgärtnerin Sandra Keller ließ sich schnell für das Projekt begeistern. Die studierte Landschaftsarchitektin kümmert sich bei Roche in Mannheim um die Außenanlagen. Für die Bienen ließ sie eigens Sträucher pflanzen, die früh Pollen tragen, und weitere Pflanzen anbauen, die bis in den Herbst hinein blühen, damit die Nektarsammlerinnen möglichst lange Nahrung finden.

Wir wollen bis 2050 klimaneutral sein. Seit 2018 konnten wir die CO2-Emissio- nen bereits um über 60 Prozent senken.
Martin Haag, Werkleiter Roche in Mannheim

Mit Erfolg: Schon die erste Ernte fiel mit 50 Kilogramm überraschend üppig aus. Ein zweites Volk kam hinzu, die gemeinsame Ausbeute stieg auf 85 Kilogramm. „Die Qualität ist toll“, kann Beck zu Recht behaupten, wurde der Honig doch extra in einem externen, unabhängigen Labor auf Schadstoffe getestet. „Ein Glas voll Glück“ steht auf den 200-Gläsern, die eventuell als Geschenk für Gäste dienen sollen. Weitere Bienenvölker sind quasi schon im Anflug. Für sie ist auf einem Parkhaus-Dach ein neues Zuhause geplant.
Die Initiative ist nur eine von vielen bei Roche für mehr Nachhaltigkeit. Ob ein Kaltwasserspeicher als Klimaanlage, Leasing-Fahrräder für Mitarbeitende, Fotovoltaik auf Dächern, LEDLampen und Bewegungsmelder zur bedarfsgerechten Lichtsteuerung – es tut sich viel, um Umwelt und Ressourcen zu schonen. Großes Ziel: Null CO2-Emissionen bis zum Jahr 2050.
„Derzeit erarbeiten wir dafür einen detaillierten Fahrplan“, berichtet Franziska Gabriel, die bei Roche die Themen Klima und Umwelt betreut. Unter anderem auf dem Prüfstand: Dienstreisen. Immerhin machen sie rund ein Drittel der gesamten CO2-Emissionen aus. „Wir fragen uns schon, was tatsächlich nötig ist. Virtuelle Konferenzen sind ja mittlerweile etabliert. Und die Corona-Krise hat gezeigt, dass noch viel mehr geht“, so die Expertin.
Nachhaltigkeit hat eben viele Facetten. Und manchmal blüht und brummt es dabei auch …