Roche | Ökologische Aufrüstung

Bei der Errichtung von zahlreichen neuen Gebäuden auf dem Roche-Areal hat das Thema Nachhaltigkeit einen ganz hohen Stellenwert. Das Foto stammt aus dem Jahr 2020. FOTO: ROCHE

Seit vielen Jahren investiert das Gesundheitsunternehmen Roche in seinen größten deutschen Standort Mannheim. Im Fokus: Energieeffizienz und ein attraktives Arbeitsumfeld für die Mitarbeitenden.

Langweilig wird es Werkleiter Martin Haag nie, wenn er über das 460.000 Quadratmeter umfassende Areal des größten deutschen Roche-Standorts an der Sandhofer Straße läuft. Derzeit entstehen gleich zwei neue Produktionsgebäude für die Diagnostik-Fertigung, in die rund 106 Millionen Euro fließen und die bis 2023 fertiggestellt werden sollen. Besondere Kennzeichen der neuen Bauten: Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Anforderungen, der Einsatz schadstoffarmer und wiederverwertbarer Baustoffe sowie unabhängige Lüftungssysteme auf den Stockwerken, die für eine hohe Energieeffizienz sorgen. Der Energieverbrauch liegt um 40 Prozent unter dem vergleichbarer Gebäude. Bis 2023 soll außerdem für 50 Millionen Euro ein neues Trainings- und Schulungszentrum seine Arbeit aufnehmen.

Im ersten Quartal 2022 fällt zudem der Startschuss für den Bau eines Direktbelieferungszentrums für Europa, für das eine Investitionssumme von 91 Millionen Euro vorgesehen ist und das als erstes Null-Emissionen-Gebäude aus dem Nicht-Verwaltungsbereich auf die Klimaziele von Roche einzahlt. „Wir möchten bis 2050 CO2-neutral sein“, berichtet Haag. „Doch ich bin überzeugt, dass wir dies schon früher erreichen. Allein 2019 und 2020 konnten wir die CO2-Emissionen um über 60 Prozent senken.“
Dazu tragen auch die Modernisierung und Sanierung der Bauten auf dem Roche-Areal wesentlich bei. „Wir haben einen Masterplan bis 2027 aufgestellt, der beispielsweise den derzeitigen Abriss unseres großen Gebäudes am Eingang an der Sandhofer Straße einschließt, aber auch den Rückbau von 10 bis 15 weiteren Gebäuden, die klimatechnisch völlig veraltet sind und keine historische Bedeutung haben“, berichtet der Werkleiter. Bei den neuen Gebäuden stehen die Themen Nachhaltigkeit und Umwelt ganz oben auf der Agenda – aber auch die Schaffung zukunftsfähiger und abwechslungsreicher Arbeitslandschaften. „Unser ‚Modular Production Building Mannheim‘, das 2015 fertiggestellt wurde, hat als erstes industrielles Produktionsgebäude überhaupt mit dem Platin-Zertifikat die höchste Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltigkeit (DGNB) erhalten“, freut sich Haag. Und auch beim Thema Energieversorgung spielen die Neubauten eine wichtige Rolle. Seit 2016 werden sie mit Photovoltaikanlagen ausgestattet, deren Energie vollständig ins werkeigene Netz eingespeist wird und auf diese Weise auch für eine Verringerung des CO2-Fußabdrucks sorgt.

„Der gesamte Strom, den wir benötigen, sowie die Hälfte des für die Produktionsstätten benötigten Dampfes stammen inzwischen komplett aus erneuerbaren Energien“, zieht Haag eine erste erfolgreiche Bilanz. Seit September 2018 bezieht Roche Ökostrom von EWE und der Dampf für den Betrieb von Heiz- und Kühlsystemen kommt vom Müllheizkraftwerk der MVV auf der Friesenheimer Insel. Die Klimaanlagen des Werks werden zudem durch einen Kaltwasserspeicher auf dem Gelände entlastet, der 7.500 Kubikmeter Wasser aufnehmen kann.