
Foto: Diringer & Scheidel
Seit 8. März 2025 hat Mannheim eine neue „Guud Stubb“: den Alice Bensheimer Saal im Congress Center Rosengarten. Mannheim wird damit noch attraktiver als Veranstaltungs-Hotspot.
Von Gabriele Koch-Weithofer
Der Raum für bis zu 510 Personen wurde buchstäblich „on top“ über dem Mittelfoyer zwischen Alt- und Neubau im Rosengarten errichtet. Mit großen Glasfronten und offenem Rundum-Blick verbreitet der neue Saal Loft-Atmosphäre. Zum Tag der Eröffnung empfingen lässige Sofas, knuffige Sessel, Cocktail-Tischchen und verstreut aufgestellte Pflanzen 200 geladene Gäste. Und die fühlten sich sofort wohl im modernen, zwang- und zeitlosen Ambiente.
Beste Aussichten, dass der Saal „zu einem lebendigen Ort des Austausches und der Begegnung wird“, wie es sich Bastian Fiedler, Geschäftsführer der m:con – mannheim:congress GmbH, verspricht. Zusätzlichen Raumbedarf hatten gerade langjährige Kongresskunden, etwa medizinische Fachgesellschaften, angemeldet.
„Die Erweiterung sichert uns die Wettbewerbsfähigkeit auch in der Zukunft“, betont Fiedler. Dazu tragen auch die variablen Nutzungsmöglichkeiten bei: Die rund 600 Quadratmeter Grundfläche können durch Trennwände in bis zu sechs kleinere Workshop- und Tagungseinheiten unterteilt werden, jeweils ausgestattet mit modernster Technologie. Für die technische Infrastruktur wurden insgesamt 60.000 Meter Kabel verlegt.
Beteiligt an der erfolgreichen Projektrealisierung waren nicht zuletzt das lokale Architekturbüro Schmucker & Partner und das bauausführende Generalunternehmen Diringer & Scheidel aus Mannheim. Nicht einmal zwei Jahre nach Baustart im Mai 2023 war die Aufstockung fertig, sechs Monate früher als geplant. Neben dem Zeit- konnte auch der Kostenplan von 21,5 Millionen Euro eingehalten werden. Ohne die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten wäre das – „bei parallel laufendem Kongressbetrieb“ – nicht möglich gewesen, ergänzt Fiedler.
Mit der Investition „stärken wir die Position Mannheims als attraktiven Ort für Kongresse und Kulturveranstaltungen mit all ihren positiven Auswirkungen auf Handel, Gastronomie und Hotellerie“, ist Wirtschafts- und Kulturbürgermeister Thorsten Riehle, Vorsitzender des Aufsichtsrats der m:con, überzeugt. So sieht das auch Oberbürgermeister Christian Specht: „Oft kommen Menschen hier erstmals in Kontakt mit Mannheim. Ist der erste Eindruck positiv, wirkt das nachhaltig auf Ruf und Tourismus der Stadt, frei nach dem Motto: Hier komm ich wieder hin.“
Das Spektrum der Veranstaltungen reicht vom Guitar Summit über Konzerte und Tanz-Events bis zu Hauptversammlungen von Unternehmen.
Wer war Alice Bensheimer?
Mit Alice Bensheimer (1864 –1935) ist erstmals eine Frau Namensgeberin eines Saals im Rosengarten. Die Entscheidung für die deutsch-jüdische Frauenrechtlerin fiel nach einer öffentlichen Umfrage. Die Bürgersfrau machte sich vor allem für Frauenbildung und Armenhilfe stark. In den 1920er-Jahren initiierte sie die Mannheimer Nothilfe für Bedürftige. Dazu war sie unter anderem Gründungsmutter der Fakultät für Sozialwesen an der Hochschule Mannheim. „Wirtschaftliche Unabhängigkeit, Bildung, Selbstbestimmung waren Alice wichtig“, so Heidrun Deborah Kämper, Professorin an der Philosophischen Fakultät der Universität Mannheim, in ihrer Laudatio zur Eröffnung. „Man muss nicht laut werden, um gehört zu werden. Man muss beharrlich sein, um etwas zu bewirken“, zitierte sie als Bensheimers Motto. kw
