Spiegel Institut
Damit das smarte Auto in die Gänge kommt
von Ulla Cramer

Sind gefragte Mobilitätsexpertinnen: Beate Irmer (r.) und Anna Lewandowski vom Spiegel Institut. Foto: Spiegel Institut

Autonomes Fahren und Elektromobilität gehören zu den bedeutenden Trends beim Thema Mobilität der Zukunft. Wenn es um Nutzererfahrung und Konsumentenforschung geht, ist das Mannheimer Spiegel Institut bei diesen Themen für die weltweite Automobilindustrie ein wichtiger Ansprechpartner.Im Auto Fernsehen schauen oder Sendungen streamen, mit der Familie videochatten, die geschäftliche Korrrespondenz erledigen oder das Catering für die Wochenendparty organisieren – das könnte bald keine reine Zukunftsvision mehr sein. Denn ein autonom fahrendes Fahrzeug lässt viel Spielraum für andere Tätigkeiten. „In Zukunft wird es für die Hersteller darum gehen, das Auto zu einer digitalen Plattform mit einem möglichst hohen Mehrwert für die Nutzer zu gestalten“, weiß Beate Irmer, Geschäftsführerin des Spiegel Instituts. Bei dieser Fragestellung stehen die Mannheimer Experten, die ihren Sitz im Büropark Eastsite haben, ihren über 70 Kunden von Audi über BMW bis Porsche zur Seite. „Im Mittelpunkt unserer Studien steht dabei der Mensch“, betont Irmer. „Wir vermitteln unseren Kunden die Sichtweise der Nutzer und ihre Anforderungen. Was bewegt Menschen? Wie werden Produkte aus der Konsumentenperspektive erlebt und Kaufentscheidungen
gefällt? Das sind die Fragen, die wir beantworten.“

Auch zum Thema Akzeptanz der Elektromobilität forscht das 1950 gegründete Spiegel Institut und setzt dabei Befragungen, Diskussionen und Workshops ein  – mit einem eindeutigen Ergebnis. „Aktuell fehlt es einfach an Anreizen“, so Irmer und Senior Director Anna Lewandowski. „Dabei fallen unterschiedliche Faktoren ins Gewicht. Einer davon ist die wahrgenommene fehlende funktionierende Ladeinfrastruktur. Kein Autofahrer hat Lust, irgendwo stehenzubleiben und nicht weiterzukommen, weil die Batterie leer ist und er sie nicht wieder aufladen kann. Außerdem können oder wollen sich angesichts der hohen Preise viele Menschen die Elektrofahrzeuge aktuell einfach nicht leisten.“

In China, wo das Spiegel Institut ebenfalls aktiv ist, sehe die Situation ganz anders aus. Hier unterstützt der Staat die Elektromobilität in großem Stil mit Subventionen und hält die Hersteller zudem durch regulatorische Vorgaben dazu an, sich in diesem Bereich zu engagieren. 

Über ihren Umzug vor einigen Jahren von Brühl in die Mannheimer Eastsite – die passende Immobilie wurde mit Unterstützung der Mannheimer Wirtschaftsförderung gefunden – ist die Mannschaft des Spiegel Instituts mit rund 120 Mitarbeitern sehr glücklich. Ein 250 Quadratmeter großes Teststudio, das auch vermietet werden kann, bietet die besten Voraussetzungen für Einzel- und Gruppeninterviews. Und in der 2007 ins Leben gerufenen Spiegel Institut Akademie geben die Experten ihr Wissen auch im Rahmen von Seminaren weiter. Auf der Agenda steht Expertise aus den Gebieten User Experience (UX), Usability Engineering (UE) sowie praxisnahes Wissen aus der Welt des Consumer Research.