TAYLOR Green Business Park | Das grünste Gewerbegebiet Mannheims

Die Ausstattung der neuen RKW- Firmenzentrale ermöglicht eine agile Zusammenarbeit über die verschiedenen Abteilungen hinweg. FOTO: RKW

Rund 2.200 Arbeitsplätze entstehen auf dem Konversionsareal TAYLOR. Hier verbinden sich innovative Arbeitsmöglichkeiten mit einem eigenen Park. Das macht den Kopf frei für neue, gute, nachhaltige Ideen.

VON BEATE PRADEL

RKW-GRUPPE: Umzug über den Rhein
Anfang 2021 hat der Folienhersteller RKW seinen Unternehmenssitz von Frankenthal nach Mannheim verlegt – und im ehemaligen Kasernengebäude „Das E“ auf TAYLOR eine neue Heimat gefunden.
Viele Jahrzehnte hielten die Familien Fischer, Lang/Helms sowie Müller und de Alvear gemeinsam die Anteile an den Firmen RENOLIT SE und der 1957 von Jakob Müller als Rheinische Kunststoffwerke gegründeten RKW SE. Doch im Oktober 2019 trennten sich ihre Wege. Im Rahmen einer Neuordnung der Gesellschafterstruktur übernahmen die Familienstämme Fischer und Lang/Helms alle Anteile an RENOLIT, während die Familienstämme Müller und de Alvear nun alleinige Gesellschafter der RKW-Gruppe sind. Der weltweit führende Hersteller von Folienlösungen für die Hygiene-, Agrar- und Verpackungsindustrie erzielte 2020 einen Umsatz von 784 Millionen Euro und beschäftigt 3.000 Mit- arbeitende an 19 Standorten.
„Unser neuer Unternehmensstandort soll diese strategische Neuausrichtung unterstützen. Denn unser neues Headquarter ist viel mehr als ein Gebäude. Es steht für kreativen Austausch und gewährleistet mit seinen flexiblen Möglichkeiten eine agile, cross-funktionale Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg sowie eine moderne Form des Miteinanders“, so CEO Harald Biederbick. „Damit ist unsere neue Hauptverwaltung auch ein sehr attraktiver Arbeitsplatz mit in- teressanten Zukunftsperspektiven. Wir fühlen uns hier wirklich sehr wohl.“

2.700 Quadratmeter Bürofläche – verkehrsgünstig am Autobahnkreuz Viernheim gelegen und nur 40 Autominuten vom Frankfurter Flughafen entfernt – hat das Unternehmen für rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angemietet und dabei auch gleich „Reserven“ für das ge- plante Wachstum mit ins Kalkül genommen.
Weit oben auf der Prioritätenliste des Unternehmens steht das Thema Nachhaltigkeit – auch wenn man das bei einem Folienhersteller nicht unbedingt vermuten könnte, dessen Produkte vor allem auf Erdöl basieren. „Mit unseren Aktivitäten zahlen wir auf elf der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele ein“, so der Firmenchef weiter. Ein Beispiel: Durch die Einführung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen in den Werken in Deutschland, Frankreich und Belgien sparte die RKW-Gruppe allein 2020 rund 40 Prozent oder gut 100.000 Tonnen CO2-Ausstoß gegenüber dem Vorjahr ein. Als nächsten Schritt will man die Eigenproduktion von Strom voranbringen.

Ein weiteres Nachhaltigkeitsziel ist der Kampf gegen Nahrungsmittelknappheit. Auch dazu leistet RKW einen Beitrag, sagt Biederbick: „Kunststofffolien sorgen dafür, dass Lebensmittel länger frisch bleiben.“ Was nicht verdirbt, muss auch nicht neu hergestellt und wieder neu in die Supermarkt-Regale transportiert werden – unterm Strich ein weiterer Hebel zur Senkung der CO2- Emissionen.
Eine Herausforderung bleibt jedoch: Was passiert mit den Folien nach ihrem Einsatz? „Unser Ziel bis 2025 ist, den Anteil von recycelten, erneuerbaren und biologisch abbaubaren Materialien gegenüber 2017 zu verdoppeln“, sagt Carsten Lucassen, Group Director Sustainability & Communications. „Bei Agrarfolien und Verpackungsmaterial können wir hier bereits Werte von bis zu 80 bzw. 50 Prozent erreichen.“
Auch der Produktionsausschuss wird als wertvolle Ressource betrachtet, der keinesfalls entsorgt wird, sondern wieder in die Herstellung einfließt. Weitere Stichworte auf dem Weg zu einem geschlossenen Materialkreislauf sind „Design for Recycling“, das heißt Produkte, die von Anfang an eine einfache Sortierung und Wiederverwertung ermöglichen, oder Down-gauging, die Verringerung der Foliendichte. „Zudem sind wir mit all unseren Werken auch durch die Initiative ‚Zero Pellet Loss‘ zertifiziert, die sicherstellt, dass bei unserer Fertigung kein Granulat in die Umwelt und dabei vor allem ins Grundwasser gelangt“, so Lucassen. „Inzwischen ist das Thema Nachhaltigkeit auch bei unseren Kolleginnen und Kollegen angekommen, die dieses Anliegen mit zahlreichen Ideen unterstützen. So waren wir im September 2021 bei der internationalen Aktion RhineCleanup dabei und haben mit vielen Mitstreitern dazu beigetragen, das Rheinufer von Müll zu befreien“ (siehe auch Seite 52).

SUNVAL BABY FOOD: Babynahrung aus Mannheim
Der Deal sorgte in der Branche für großes Aufsehen: Im Frühjahr 2019 übernahm Deutschlands größte Molkereigenossenschaft, das Deutsche Milchkontor (DMK) mit Sitz in Bremen, das Vertriebsgeschäft von Alete und der Schwestergesellschaft German Baby Food mit Sitz in Bad Homburg, die neben dem Handelsmarkengeschäft des Babynahrungsspezialisten auch die Vermarktung der Marke „Milasan“ verantwortete. Diese ist vor allem aus DDR-Zeiten in Ostdeutschland bekannt und neben der weit verbreiteten Säuglingsmilch war ein exklusives Beikostsortiment der Marke im Discount zu finden. DMK, so der Hintergrund der Transaktion, will sein Geschäftsfeld Babynahrung weiter ausbauen. Der Kauf bot eine gute Option, sich in diesem Bereich gezielt zu verstärken – hat DMK doch mit „Humana“ bereits eine Marke für die Kleinsten im Portfolio.
Eine Folge dieser Übernahme: die Zusammenlegung der zugekauften Handelsmarkengesellschaft German Baby Food aus Bad Homburg mit dem Vertriebsbereich des DMK-eigenen Private-Label-Spezialisten Sunval Nahrungsmittel, der seine Heimat in Waghäusel hat, zu der neuen Gesellschaft Sunval Baby Food – und die Suche nach einem passenden neuen Firmensitz. „Wir haben nach einem Standort gesucht, der von der Entfernung her beiden Teams gerecht wurde und unseren Ansprüchen an die Büroräume entsprach“, so Peter Hüttmann, Geschäftsführer der neu ins Leben gerufenen Gesellschaft. „In dem Gebäude ‚Das E‘ auf dem TAYLOR-Konversionsareal wurden wir schnell fündig – auch aufgrund der verkehrsgünstigen Lage. Wir zogen im Mai 2020 ein und gehörten damit zu den ersten Mietern. Inzwischen haben sich unsere rund 40 Mitarbeitenden gut eingelebt. Aber kennengelernt haben wir uns aufgrund von Corona eigentlich vor allem per Videokonferenz.“
Die gemeinsame Expertise soll nun helfen, sich auf dem Eigenmarkenmarkt verstärkt zu positionieren – und maßgeschneiderte Lösungen für Private Label bei den Einzelhandelskunden im Lebensmittel- und Drogeriebereich zu finden. Auch eine stärkere Expansion ins Ausland ist geplant. Bauen kann Sunval Baby Food auf hochmoderne Produktionswerke in Waghäusel und im niedersächsischen Strückhausen.