Teenager trainieren das Lenken alter Fahrzeuge | Im Oldtimer am Nürburgring

Fahrsicherheitstraining am Nürburgring: Laurenz Schramm testet zusammen mit Nick Neises den blauen Chrysler CM6 auf nasser Fahrbahn. FOTO: BELMOT

BELMOT, eine Marke der Mannheimer Versicherung, fördert das Interesse junger Menschen an historischen Automobilen.

Laurenz Schramm steigt in einen blauen Chrysler CM6 aus dem Jahre 1930. Er dreht den Zündschlüssel und startet das seltene historische Fahrzeug seines Vaters. Ort: ein Übungsgelände nahe dem legendären Nürburgring. Auf nasser Fahrbahn übt er sich mit dem Oldtimer im Drifting, das heißt, er übersteuert seinen Wagen bis zum Grenzbereich und behält trotzdem die Kontrolle – das Stabilisierungsziel des Trainings ist erreicht. Schramms Alter ist dabei für einen Oldtimerlenker eher untypisch: Er ist erst 17 Jahre alt. Der Teenager aus Oberursel nimmt an einem Fahrsicherheitstraining teil, das BELMOT, die Versicherung für Oldtimer, Young- timer und Liebhaberfahrzeuge, gemeinsam mit dem auto motor & sport-Fahrsicherheitszentrum anbietet.
„Ziel ist es, die jüngere Generation für Oldtimer zu begeistern, damit diese historischen Fahrzeuge bei ihnen nicht in Vergessenheit geraten“, erklärt Roland Koch, Leiter Marketing von BELMOT, einer Marke der Mannheimer Versicherung. Das Angebot soll es Oldtimerbesitzern ermöglichen, ihr Hobby auch mit den Kindern und Enkeln zu teilen. Laurenz begleitet seinen Vater Robert oft auf Rallyes, schraubt auch gerne an alten Automobilen in der elterlichen Werkstatt. Durch das Training möchte er Sicherheit beim Fahren des Chryslers gewinnen. „Ich finde es spannend, ein solch altes Fahrzeug in einem gesicherten Grenzbereich zu bewegen und diese Grenzen zu erkennen.“ Denn Assistenzsysteme wie Antiblockiersystem (ABS) und elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP), die der Nachwuchs unter den Young- und Oldtimerfreunden bei heutigen Kraftfahrzeugen gewohnt ist, gibt es in historischen Fahrzeugen meist nicht. „Aus ihrer täglichen Fahrpraxis wissen die jungen Leute heute einfach nicht mehr, wie man ohne ABS bremst oder wie man ein schleuderndes Fahrzeug wieder stabilisiert“, erklärt Ralph Paulus, Geschäftsführer des Fahrsicherheitszentrums am Nürburgring. „Deshalb möchten wir jüngeren Fahrern über Angebote, die nützlich sind und gleichzeitig Spaß machen, wie eben das Fahrsicherheitstraining mit dem Oldtimer, einen leichteren Zugang zu Old- und Youngtimern ermöglichen“, ergänzt Koch.
Das Training beinhaltet neben einer theoretischen Einweisung über die Technik der historischen Automobile einen Slalomparcours, bei dem es um eine ideale Sitzposition, sichere Lenktechnik und Blickführung geht. Anschließend werden verschiedene Brems-, Ausweich- und Kurventrainings auf unterschiedlichen Flächen und Gleitbelägen durchgeführt. Außerdem lernen die Youngsters, ein schleuderndes Fahrzeug abzufangen – ganz ohne moderne Hilfsmittel.
„Der Tag war ausgesprochen lehrreich und hat mir großen Spaß gemacht“, so das Fazit von Laurenz Schramm. Und genau das haben die Kooperationspartner auch bezweckt. „Dass bei allem Bemühen um Sicherheit der Spaß nicht zu kurz kommt, ist uns dabei besonders wichtig“, betonen Paulus und Koch. „An einem Ort wie dem Nürburgring geht es doch um die besondere Leidenschaft für Automobile – da gehört eine gute Portion Fahrvergnügen einfach dazu.“