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Immer mehr Plastik, Verpackungsmüll und anderer Unrat landen Jahr für Jahr in unseren Flüssen. Der Rhein bildet dabei keine Ausnahme – als einer der bedeutendsten Wasserwege Europas ist er nicht nur Lebensader, sondern auch stark von Verschmutzung bedroht.
Von Jörg Runde
Hier setzt die Initiative RhineCleanUp an: Mit groß angelegten Aufräumaktionen entlang des Rheins engagieren sich Freiwillige für eine saubere Umwelt. In Mannheim stößt das Projekt auf wachsende Unterstützung. Auch einige Unternehmen machen mit.
Lokaler Koordinator mit Herzblut
Federführend in Mannheim ist Uwe Franken. Der Koordinator der RhineCleanUp-Initiative für Baden und die Pfalz setzt sich seit mehreren Jahren leidenschaftlich dafür ein, die Mannheimer Rheinufer von Müll zu befreien. Wo auch immer der 56-Jährige unterwegs ist, sammelt er Müll auf. „Dafür habe ich ein besonderes Auge. Das nervt mich einfach.“ Plastik sei besonders schlimm für alle Gewässer. „Weil der Kunststoff lange braucht, um biologisch abgebaut zu werden, treiben Plastiktüten und PET-Flaschen über Jahrhunderte in Flüssen und Meeren“, erklärt Franken. Der Müll verstopft die Mägen von Seevögeln und Fischen. Jenen, die meinen, dass der Dreck im Rhein nichts mit der Meeresverschmutzung zu tun hat, sei gesagt: Das Gesamtgewicht der Plastikteilchen, die alle Flüsse weltweit ins Meer befördern, schätzen Forscher vom Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven auf bis zu vier Millionen Tonnen pro Jahr.
Das wäre etwa die Hälfte der Gesamtmenge an Plastik, die nach aktuellen Schätzungen jährlich in die Ozeane gelangt. Die Bürger in Deutschland sind mit jährlich fast 230 Kilogramm Verpackungsmüll pro Kopf die größten Sünder in Europa.
„Es geht uns bei den Müllsammelaktionen nicht nur um die einmalige Aktion, sondern auch darum, ein dauerhaftes Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu schaffen“, betont Franken. Gemeinsam mit seinem Team schafft er es, immer mehr Bürgerinnen und Bürger, aber auch Wirtschaftsakteure zu begeistern.
Wirtschaftliches Engagement wächst
Eine entscheidende Rolle beim RhineCleanUp spielen lokale Unternehmen. Sie stellen nicht nur Material und logistische Unterstützung zur Verfügung, sondern fördern auch die Teilnahme ihrer Mitarbeiter. So beteiligt sich beispielsweise SAP jährlich mit vielen Freiwilligen an der Aktion. Auch Mannheimer Traditionsunternehmen wie die MVV und Bauhaus sind dabei. „Die Reinigung unserer Umwelt geht uns alle an – und gemeinsam können wir mehr bewirken“, unterstreicht Uwe Franken, der froh ist, dass auch der Stadtraumservice Mannheim die Initiative unterstützt. „Das ist selbstverständlich, eine saubere Stadt ist doch auch in unserem Sinne“, sagt Leiterin Alexandra Kriegel.
Weitere Informationen finden Interessierte auf www.rhinecleanup.org
Für viele Firmen ist das CSR-Engagement (Corporate Social Responsibility) im Rahmen einer Aufräumaktion mittlerweile fester Bestandteil der Unternehmenskultur geworden. Sie nutzen die Aktionstage auch, um den Teamgeist zu stärken und Verantwortung für die Region zu übernehmen.Im Jahr 2025 sammelten die Freiwilligen auf den Rheinterrassen und am gegenüberliegenden Rheinufer in Ludwigshafen etwa 600 Kilogramm Müll: Alte Autoreifen, Plastikflaschen, Fahrräder und Glasreste wurden am Rheinufer gefunden und entsorgt. Uwe Franken sagt ehrlich: „Jede unserer Aktionen zeigt auch, wie groß das Problem noch ist.“ Der Erfolg messe sich nicht nur an der Zahl der gesammelten Säcke, sondern vor allem an der Wirkung auf das Bewusstsein in der Bevölkerung – und bei Unternehmen.
