Von Südzucker über die Mannheimer Versicherung bis FUCHS

Erfolgreiche Kooperationen

Die GangstarellaPizza von Capital Bra, die von der Südzucker-Tochter Freiberger hergestellt wird, ist ein echter Renner.
Zusammenkunft ist ein Anfang. Zusammenhalt ist ein Fortschritt. Zusammenarbeit ist der Erfolg. Dieses Zitat von Henry Ford haben sich auch mehrere Mannheimer Firmen zu Herzen genommen. „Mannheim – Stadt im Quadrat“ stellt Ihnen einige Beispiele vor.

VON ULLA CRAMER

Der Hype um die Gangstarella-Pizza

Gerade in Zeiten von Corona ist der Griff zur Tiefkühlpizza beliebter denn je. Das motivierte wohl auch den Rapper Capital Bra, gemeinsam mit der Universal Music Group eine eigene Pizza auf den Markt zu bringen – „Gangstarella“. Gleich zwei Sorten sind seit Mitte Mai 2020 bei teilnehmenden Märkten von Edeka, Rewe und Kaufland erhältlich: „Rindersalami“ und „Grillgemüse mit Hanf-Soße“.
Hersteller ist die Berliner Freiberger Convenience Food Group, Marktführer in den USA und Europa bei der Herstellung von tiefgekühlten Pizzen für Handelsmarken – und seit 1998 eine hundertprozentige Tochter von Südzucker in Mannheim. Freiberger, Universal und auch Capital Bra himself sind überwältigt angesichts der hohen Nachfrage und des positiven Feedbacks. Allein bei der bloßen Ankündigung der Pizza erreichten die Kommunikationsaktivitäten des Künstlers und der Universal Music Group über 150 Millionen Kontakte in den Online- und sozialen Medien. Noch nie wurden in der ersten Verkaufswoche mehr Tiefkühl-Pizzen einer Sorte in Deutschland ausgeliefert – innerhalb der ersten acht Wochen nach der Einführung gingen über eine Million über die Ladentheke. Das Freiberger Projektteam ist stolz und freut sich über die positive Resonanz – auch im Hinblick auf die in Berlin entwickelten Rezepturen. In mehreren Produkttests auf diversen YouTube-Kanälen schneiden die Produkte geschmacklich super ab. Und Capital Bra selbst ist ebenfalls begeistert. „Die Pizza schmeckt übertrieben krass“, so sein Urteil.
Derzeit sorgen diverse Online-Media-Kampagnen, permanente Contentstreams auf Gangstarella-Instagram sowie Social Posts und Stories von Capital Bra dafür, weitere Millionen Hip-Hop-Fans in begeisterte Pizzakäufer zu verwandeln. Auch Gewinnspiele mit exklusiven Fanartikeln sowie Special Editions der inzwischen zum Kultobjekt avancierten Pizza-Verpackungen tragen dazu bei, den Hype am Leben zu erhalten.
Und das mit Erfolg: Am 2. Oktober 2020 hat das Fachmagazin „Rundschau für den Lebensmittelhandel“ Freibergers „Gangstarella Pizza Grillgemüse und Pizza Rindersalami“ zum Bestseller 2020 in der Warengruppe Tiefkühlpizza gekürt. Damit ist das Sortiment die erfolgreichste Produktneuheit des Jahres 2020 in dieser Warengruppe.

Die gemeinsame Leidenschaft für Oldtimer

Oldtimer sind nicht nur Fahrzeuge oder eine lukrative Geldanlage, sie sind vor allem eins: Leidenschaft. Und diese Passion soll nun eine Kooperation unterstützen, in der sich zwei Marken bekannter Unternehmen zusammengeschlossen haben, BELMOT, eine Marke der Mannheimer Versicherung AG, und die Reparaturlackmarke Glasurit, die unter dem Dach von BASF Coatings angesiedelt ist. Gemeinsam wollen die Partner Kenntnisse und Kompetenzen rund um Erhalt, Reparatur, Restaurierung und die Nutzung von historischen Fahrzeugen vorantreiben. Im Auge haben sie dabei gemeinsame Informationsangebote und Fortbildungsveranstaltungen für private Oldtimerbesitzer und Clubs, Versicherungskunden und regionale Partner in Deutschland und Österreich.

Wir wollen dazu beitragen, historische Fahrzeuge als Kulturgut zu erhalten.
Jürgen Wörner, Mitglied des Vorstands Mannheimer Versicherung

„BELMOT wurde 1994 als eine der ersten Marken der Mannheimer Versicherung ins Leben gerufen. Wir versichern neben Oldtimern bis Baujahr 1989 unter anderem historische Zweiräder bis Baujahr 1980 sowie landwirtschaftliche Klassiker und originalgetreue Transporter bis Baujahr 1969. Für viele unserer Kollegen im Inund Außendienst bedeutet BELMOT nicht nur berufliches Engagement, sondern auch Leidenschaft für das rostigste Hobby der Welt. Sie kennen sich als Sammler, Schrauber oder Fahrer sehr gut mit dem Thema aus“, so Markenmanager Ralf Stumpfernagel. „Lack prägt das äußere Erscheinungsbild eines Oldtimers – und dafür steht die Marke Glasurit mit ihrem ungeheuren Fachwissen. Wir könnten uns keinen kompetenteren Partner vorstellen.“

Mit ihren beiden Marken BELMOT und Glasurit treten die Mannheimer Versicherung und BASF Coatings nun gemeinsam am Markt auf. Ein Ziel ist es, historische Fahrzeuge als Kulturgut zu erhalten.

Zudem bietet das Glasurit Classic Car ColorsNetzwerk Beratung und professionelle Unterstützung für Automobilhersteller, Museen und Sachverständige rund um die Reparatur und Restaurierung historischer Fahrzeuge mit moderner Lacktechnologie. Aus diesem Ansatz ist ein länderübergreifendes Netzwerk von Partnerbetrieben entstanden, die auf die Reparatur und Restaurierung historischer Fahrzeuge spezialisiert sind.

Dieser Netzwerkgedanke wird nun in der Zusammenarbeit mit BELMOT für den Bereich der Versicherungen fortgesetzt. „Wir wollen unser Wissen und unsere Kompetenzen bestmöglich miteinander verknüpfen, um historische Fahrzeuge als Kulturgut zu erhalten, zu restaurieren, aber auch zu nutzen“, so die Kooperationspartner. „Oldtimerbesitzer lieben ihr Fahrzeug und wollen das Beste für ihr Schätzchen. Sie legen dabei Wert auf professionelle Ansprechpartner, die ihre Sprache sprechen und Verständnis für ihre Probleme haben. Hierfür möchten wir zurVerfügung stehen.“

Wann ist ein Produkt umweltfreundlich?

Produkte sollen nachhaltig sein. Ein möglichst geringer Verbrauch von Energie und Rohstoffen bei der Herstellung ist eines der anvisierten Ziele. Doch zählt allein eine gute CO2Bilanz bei der Produktion, wenn es um die beste Lösung für die Umwelt geht? Das war das Thema einer Ökoeffizienzanalyse über den gesamten Lebenszyklus von drei mineralölbasierten FUCHS-Hydraulikölen, die 8.000 Stunden in einem Raupenbagger zum Einsatz kamen. Auf den Weg gebracht wurde die Studie von dem Mannheimer Schmierstoffhersteller FUCHS gemeinsam mit dem Chemiekonzern BASF – und einem klaren Ergebnis. „Ein einfaches Hydrauliköl hat den besten CO2-Fußabdruck bei der Herstellung, denn seine Produktion führt kaum zu Emissionen. Bei den hochwertigen High Performance-Hydraulikölen bringt allein schon die Herstellung der benötigten Additive einen höheren Energieverbrauch mit sich und führt damit zu einem höheren Kohlenstoffdioxid-Ausstoß.

Stefan Fassbender (l.) und Wolfgang Bock sehen in der Ökoeffizienzanalyse eine geeignete Methode zur Bewertung der Umweltfreundlichkeit von Produkten.

Doch beim Einsatz im Bagger punkten diese Produkte“, erklärt Stefan Fassbender, Director Components, Business Management EMEA – Fuel and Lubricant Solutions bei der BASF. „Sie sorgen für eine geringere Reibung und einen erhöhten Pumpenwirkungsgrad und damit für einen deutlich geringeren Verbrauch von Treibstoff. Zudem ist die Lebensdauer der High Performance-Hydrauliköle sehr viel höher – auch das entlastet die fossilen Ressourcen erheblich.“ Der Ölverbrauch über die 8.000 untersuchten Betriebsstunden ging beim Einsatz der hochwertigen Hydrauliköle von 1.600 Liter (Standard Einbereichs-Hydrauliköl) auf 400 Liter (High Performance-Hydrauliköle) zurück – und es wurden 9.600 Liter Diesel gespart, ein CO2Äquivalent von etwa 30 Tonnen. Dies entspricht etwa der CO2-Menge, die 60 Bäume über ihre gesamte Lebenszeit absorbieren können. „Damit sind die High Performance-Hydrauliköle nicht nur die bei Weitem umweltfreundlichere Option“, bringt es Wolfgang Bock, Head of Product Management Industrial Oils bei FUCHS, auf den Punkt. „Neben der Klimabilanz profitiert auch die wirtschaftliche Bilanz.“

Dieses Hydraulikteil eignet sich gut für Test- szenarien in Baggern.

„Dass ein Produkt in der Gesamtbilanz umweltschonender ist, obwohl es in der Herstellung für mehr CO2-Emissionen verantwortlich ist, stellt die gewohnte Denkweise völlig auf den Kopf“, so die beiden Manager. „Sicherlich wird die Studie weitere Unternehmen in unserer Industrie zum Umdenken bewegen.“ Mittelfristig denken Fassbender und Bock schon über zusätzliche Analysen für andere Schmierstoffgruppen nach und möchten damit die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit der beiden Unternehmen beim Thema Nachhaltigkeit weiter fortsetzen.