Wirtschaft unterstützt Team Tokio 2020
Mannschaftsspieler in Sport und Unternehmen
von Ulla Cramer

Dan Nguyen Luong freut sich über die Unterstützung
seiner Vorgesetzten Carina Horn. Foto: Roche

An den Olympischen Spielen in Athen 2004 nahmen 14 Athletinnen und Athleten aus der Metropolregion Rhein-Neckar teil. 16 Jahre später zählt das Team Tokio 2020 Rhein-Neckar bereits 37 Einzelsportler plus eine Rugby-Mannschaft. Zu den guten Rahmenbedingungen für die Sportler im Rhein-Neckar-Raum tragen auch Mannheimer Unternehmen wie Roche bei.

„Wenn man bei Olympia teilnehmen darf, möchte man auch die Goldmedaille holen. Das ist der Traum aller Sportler – und dafür arbeitet man auch gerne mehr.“ Das sagt Dan Nguyen Luong, Feldhockey-Spieler der deutschen Nationalmannschaft und gleichzeitig Doktorand bei Roche in Mannheim. Er ist Teil des Teams „Tokio 2020“ der Metropolregion Rhein-Neckar und bereitet sich im Olympiastützpunkt Heidelberg mit seinem Trainer Peter Maschke akribisch auf diesen sportlichen Traum vor. Sein Pensum hierfür ist enorm: Dans Tag startet um 6:30 Uhr mit dem ersten Training im Fitness-Studio, gegen 8:30 Uhr geht es weiter mit seiner Doktorarbeit, um dann nachmittags wieder für ein 2,5-stündiges Teamtraining bereitzustehen.

Wie macht er das? „Ich bin sehr diszipliniert, ehrgeizig und zielstrebig. Das habe ich beim Sport gelernt und setze es auch bei der Arbeit um“, erklärt Dan. Dabei wird er von seiner Vorgesetzten Carina Horn, Abteilungsleiterin im Assay & Chemistry Process Development, und von Roche unterstützt. „Schon im Bewerbungsgespräch war mein Leistungssport ein Thema. Und ich betonte natürlich, dass meine beruflichen Leistungen bislang noch nie unter meinem Sport gelitten haben“, blickt der junge Wissenschaftler zurück.

Roche unterstützt den jungen Sportler nach Kräften. Dazu gehören flexible Arbeitszeiten und Freistellungen für Trainings und Turniere oder auch die finanzielle Übernahme von Reisekosten. Deshalb wurde Roche nun als „Partnerbetrieb des Spitzensports“ vom Land Baden-Württemberg ausgezeichnet. Am 15. März 2019 verlieh
Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg, Roche diese Auszeichnung und würdigte damit das besondere Engagement für sportliche Mitarbeitende. Denn dieses ist nicht selbstverständlich: Viele von Dans Teamkameraden sind noch Studenten oder gründen Start-up-Firmen, um den Profisport und die Arbeit in Einklang zu bringen. Dan ist eher eine Ausnahme mit seiner Beschäftigung in einem großen Unternehmen.

„Die Balance zwischen Beruf und Spitzensport ist nur mit der Unterstützung von Roche und meiner Vorgesetzten Carina Horn möglich.“
Dan Nguyen Luong, Doktorand bei Roche und Spitzensportler

In seiner Doktorarbeit entwickelt er einen neuen Cardiac-Teststreifen, der besonders sensitiv Herzmarker im Blut nachweisen kann. Die Teststreifen haben den studierten Biotechnologen schon während seiner Masterarbeit bei Roche beschäftigt – damals ging es um elektrochemische, heute um optische Messmethoden. Und kaum zu glauben, aber er findet dennoch Zeit für seine Freunde – und für gutes Essen, worauf sich der Sushi-Liebhaber besonders auch in Tokio freut.

Mit ihrem 4. Platz bei der Olympiade in Rio de Janeiro hat sich auch Malaika Mihambo in der Weltspitze etabliert und im Herbst 2019 die Goldmedaille bei der Weltmeisterschaft in Doha geholt. Nun möchte die Weitspringerin in Tokio ebenfalls ihren Abdruck in der Sandgrube sehen. 

Seit September 2017 arbeitet sie bei der Organisation Starkmacher e. V.
in Mannheim. „Die Arbeit in einer sozialen Organisation macht Spaß und erweitert den Horizont. Es ist schön, anderen in der eigenen Arbeit etwas zurückgeben zu können. Mein Arbeitgeber kommt mir sehr entgegen, sodass ich mir die Arbeitsstunden gut einteilen kann“, so die Sportlerin. In ihrem Projekt „Herzsprung“ unterstützt sie u. a. Workshops für Sportler, um sie im Sinne der olympischen Charta zu sensibilisieren und zu befähigen, nach ihr zu handeln, bringt Sportler mit Akteuren von sozialen Projekten zusammen oder berät Vereine, wie sie sich dem Thema soziale Entwicklung in unserer Gesellschaft in ihrer Arbeit stellen. „Der Starkmacher macht Menschen wertebasiert in ihrer Persönlichkeit stark. Malaika ist eine starke Spitzensportlerin, die ihr Talent für genau diesen Zweck einsetzen möchte. Gerne bringen wir aktive Jugendarbeit und Erwachsenenbildung mit dem Spitzensport zusammen. Es entspricht unserer Philosophie des Peer Learning und des Plattformgedankens“, freut sich die Organisation über das Engagement von Malaika Mihambo (siehe auch Seite 108).