Hochkarätige Sonderschau: In Geschichte der Normannen eintauchen

Das Plakat zur Austellung „Die Normannen“ zeigt einen Ausschnitt aus dem berühmten Teppich von Bayeux.
Das Plakat zur Austellung „Die Normannen“ zeigt einen Ausschnitt aus dem berühmten Teppich von Bayeux.

Die Reiss-Engelhorn-Museen (rem) Mannheim eröffnen am Sonntag, 18. September eine einzigartige Ausstellung: „Die Normannen“. Anhand 300 hochkarätiger Exponate zeichnet die Schau ihre facettenreiche Geschichte vom 8. bis zum Beginn des 13. Jahrhunderts nach. Neben kostbaren Kunstgegenständen, Preziosen aus Gold und Edelstein sowie Waffen laden aufwändige Inszenierungen, virtuelle Rekonstruktionen und Mitmach-Stationen dazu ein, in die Zeit der „Nordmänner“ einzutauchen. Ermöglicht haben dieses außergewöhnliche deutsch-französische Projekt die Bassermann-Kulturstiftung, die BASF und die MVV Energie.

Zu den Highlights der Leihgaben aus London, Paris, Stockholm, Barcelona, Palermo und dem Vatikan zählen u.a. die Krone Rogers II., die Anglo-Saxon Chronicle und der Mantel Karls des Großen. Auch hochkarätige Exponate etwa aus der Eremitage von St. Petersburg waren zugesagt, ein Leihverkehr sei – so bedauert Projektleiterin Viola Skiba – aber aufgrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine nicht mehr möglich gewesen.

Zwei eigens für die Ausstellung erstellte Film-Rekonstruktionen katapultieren die Besucherinnen und Besucher mitten ins Geschehen. Sie werden Zeugen zweier einschneidender Ereignisse: der Schlacht bei Hastings im Jahr 1066 und der Eroberung Antiochias 1098. An zahlreichen Mitmach-Stationen erkunden Kinder und Erwachsene gleichermaßen die Welt der Normannen. Sie gehen auf Tuchfühlung mit dem mittelalterlichen Alltagsleben, verkleiden sich als normannischer Soldat, erkunden einen nordafrikanischen Marktstand und sticken mit an der Mannheimer Version des berühmten Teppichs von Bayeux.

Über Jahrhunderte hinweg prägten die Normannen das mittelalterliche Europa. Aus skandinavischen Händlern, Kriegern und Siedlern – die meist unter dem Begriff Wikinger bekannt sind – entwickelten sich die Normannen und die Rus’. In der Normandie und Osteuropa errichteten sie mächtige Fürstentümer. Von der Normandie aus griffen sie nach neuen Gebieten und brachen zu fernen Ufern auf. Wilhelm der Eroberer erlangte 1066 die Krone Englands. Andere Normannen zog es nach Süden auf die Iberische Halbinsel und nach Italien. In der Ausstellung gibt es, so erläutert Skiba, aber auch ganz viele Bezüge zur Gegenwart: Themen wie Mobilität, Migration, Integration und Wissenstransfer, die heute aktuell sind, haben die Normannen im Mittelalter so erfolgreich gemacht.

Die Ausstellung läuft vom 18. September bis 26. Februar 2023 im Museum Zeughaus der rem in C5. Öffnungszeiten: Di bis So 11 bis 18 Uhr (auch an baden-württembergischen Feiertagen), 24. und 31. Dezember geschlossen.

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